Schutz gegen Covid-19 So läuft die Booster-Impfung in Hausarztpraxen

Die Quote der Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus ist ziemlich niedrig, sowohl in Mitteldeutschland als auch im Rest der Bundesrepublik liegt sie bei drei Prozent. Die Auffrischungsimpfungen müssten Schwung aufnehmen, heißt es in der Politik und von Experten. Eine Aufforderung, die sich besonders an Hausärztinnen und Hausärzte richtet, nachdem die meisten Impfzentren inzwischen geschlossen sind. Aber was spielt sich dort derzeit ab – und wie viel Kapazität ist noch frei?

Wie läuft es mit den Auffrischungsimpfungen bei Hausärztinnen und Hausärzten in Mitteldeutschland? Fragt man die Verbände, ergibt sich ein gemischtes Bild. Ingrid Dänschel, Allgemeinmedizinerin und Ehrenvorsitzende des Sächsischen Hausärzteverbandes, sagt, von einem Run auf die Auffrischungsimpfung könne man auf keinen Fall sprechen. "Das ist moderat. Die Älteren, die eben zuerst geimpft sind, fragen jetzt danach, beziehungsweise wir fordern natürlich – das ist ja der Vorteil der Hausarztpraxis – unsere Patienten auf."

Grippeschutzimpfung läuft besser

Jörg Böhme, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, berichtet von noch weniger Andrang. Dabei kämen derzeit eigentlich viele Seniorinnen und Senioren, für die die Stiko eine Auffrischung empfiehlt. "Wir impfen ja jedes Jahr in Größenordnungen in Sachsen-Anhalt Grippeschutzimpfungen. Und die läuft auch gut durch, so wie auch die letzten Jahre. Eigentlich sind die Patienten da, auch die Altersgruppen sind da, aber trotzdem ist kein Druck da für die Auffrischungsimpfung." Auch bei den mobilen Impfteams halte sich die Nachfrage in Grenzen, so Böhme.

Bei stichprobeartigen Anrufen bei den Ärztinnen und Ärzten im Sendegebiet stellt sich die Lage anders dar. Erreicht wurden neun Hausarztpraxen in den drei Landeshauptstädten. Zwei wollen sich nicht zum Thema äußern. Eine bietet gar keine Corona-Impfungen an, da es in der Nähe einen sogenannten Impfpunkt in einem Einkaufszentrum gibt. Die meisten Sprechstundenhilfen berichten aber, dass sie die Booster-Impfung anbieten. Die Nachfrage sei hoch, teils enorm hoch. Ebenso der Organisationsaufwand. Aus einer Praxis kommt die Auskunft, dass es erst jetzt Impftermine gibt, weil erst noch Personal aufgestockt werden musste. Oft liegt die Wartezeit für die Auffrischungsimpfung bei rund zwei Wochen. In einer Praxis gibt es sogar erst im Februar Termine.

Impfstoff-Logistik nach wie vor ein Problem

In der komplizierten Logistik bei den Coronaimpfstoffen sieht auch Ingrid Dänschel ein Problem. "Weil wir zum einen keine Einzelimpfungen haben, das ist auch verständlich, weil wir die Welt impfen müssen, und zugleich die Haltbarkeit natürlich sehr viel kürzer ist." Dazu kämen noch die Liefermodalitäten von 14 Tagen Vorbestellung, das mache die Organisation in den Praxen schwierig. 

Nach Meinung von Dänschel sollten Ärztinnen und Ärzte zweimal die Woche Impfstoff bei den Apotheken bestellen können. Das sei realistisch und durchführbar. Vom Sächsischen Apothekerverband heißt es auf Nachfrage, man wolle sich derzeit nicht zu diesem Vorschlag äußern. Dass die Impfkampagne gerade in den Arztpraxen in den kommenden Wochen an Schwung gewinnt, scheint angesichts dieser Rückmeldung und der aus den Praxen nicht sehr wahrscheinlich.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. November 2021 | 08:12 Uhr

29 Kommentare

nicht vergessen vor 29 Wochen

Noch entscheidet immer noch der Arzt. Oder haben Sie Med. studiert.?
Natürlich als gehorsamer Staatsbürger blendet man gern etwas aus.
Und das ist das GG.

nicht vergessen vor 29 Wochen

Machen sie doch ,gibt doch einen schönen Zuverdienst. Die es nicht machen sehen Corona eben ein bißchen anders.
Auch nicht alle" Experten " sind einer Meinung. Oder?

mattotaupa vor 29 Wochen

sie bezahlen es? sie sorgen für kühlmöglichkeiten? sie kümmern sich um restmengen? es ist durchaus einfacher die logistik im impfzentrum groß zu organisieren anstatt ein kleinklein beim hausarzt.

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