Omikron Diskussion um Lockdown vor Weihnachten nimmt Fahrt auf

Die Omikron-Variante rauscht vielerorts durch die Bevölkerung. Auch in Deutschland ist eine fünfte Welle Fachleuten zufolge absehbar. Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung spricht sich für rasche Kontaktbeschränkungen aus. Omikron bringe eine "neue Dimension" ins Pandemiegeschehen. Bund und Länder wollen am Dienstag über das weitere Vorgehen beraten.

Weihnachtsmann vor Schloss Benrath
Fachleute sehen angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante dringenden Handlungsbedarf. Bildrechte: IMAGO / Rech

Der Expertenrat der Bundesregierung spricht sich für strengere Kontaktbeschränkungen bereits in den kommenden Tagen aus. Das geht aus einer Stellungnahme hervor, die das Gremium am Sonntagabend veröffentlichte. Mit Blick auf die Omikron-Variante kommen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu dem Schluss, dass zusätzliche bundesweit abgestimmte Gegenmaßnahmen nötig sind. Diese müssten aber gut kommuniziert werden.

Gesamter kritischer Infrastruktur droht extreme Belastung

Die Omikron-Variante bringe eine "neue Dimension" in das Pandemiegeschehen, hieß es. Omikron zeichne sich durch eine stark gesteigerte Übertragbarkeit und ein Unterlaufen eines bestehendes Immunschutzes aus. "Sollte sich die Ausbreitung der Omikron-Variante in Deutschland so fortsetzen, wäre ein relevanter Teil der Bevölkerung zeitgleich erkrankt und/oder in Quarantäne", erklärte der Rat. "Dadurch wäre das Gesundheitssystem und die gesamte kritische Infrastruktur unseres Landes extrem belastet."

Zugleich sprach sich das Gremium dafür aus, die Impfkampagne mit allen Mitteln zu intensivieren. Dazu gehörten auch Impfungen während der Feiertage. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte zuvor im ARD-Bericht aus Berlin erklärt, eine fünfte Welle durch Omikron lasse sich nicht mehr vermeiden. Einen harten Lockdown wie in den Niederlanden noch vor Weihnachten schloss der SPD-Politiker aber aus.

Bund und Länder beraten über weiteres Vorgehen

Angesichts der Entwicklungen beraten Bund und Länder am Dienstag über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Das vereinbarten Bundeskanzler Olaf Scholz und Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz. Dabei solle es um weitere kontaktreduzierende Maßnahmen zum Schutz des Gesundheitssystems vor einer drohenden Überlastung in Folge der Omikron-Welle gehen, hieß es.

Zum einen solle die erste Stellungnahme des neuen Corona-Expertenrates ausgewertet werden. Zudem gehe es um vorbereitende Maßnahmen zum Schutz der kritischen Infrastruktur.

In den Niederlanden gelten seit Sonntag weitreichende Einschränkungen. Auch Dänemark fährt große Teile des öffentlichen Lebens wieder herunter. Die britische Hauptstadt London rief am Samstag den Katastrophenfall aus. In England, Irland und Schottland ist Omikron inzwischen die vorherrschende Corona-Variante.

Quelle: MDR AKTUELL, dpa, AFP /(rnm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Dezember 2021 | 18:30 Uhr

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