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Die kostenlosen Bürgertests sind schon bald Geschichte – ab Oktober gelten neue Testregeln. Bildrechte: dpa

Selbstzahlung ab Oktober

Diese Kosten für Corona-PCR- und Antigentests kommen auf Ungeimpfte zu

von Fanny Kniestedt, MDR AKTUELL

Stand: 11. August 2021, 12:22 Uhr

Wer sich trotz Impfangebot gegen eine Corona-Impfung entscheidet, wird sich weiterhin regelmäßig testen müssen. Wer nicht zu den Gruppen zählt, die sich nicht impfen lassen können, wie zum Beispiel Schwangere oder Kinder, der soll das künftig auf eigene Kosten tun. Für Betroffene kann das teuer werden. Wie viel kosten PCR- und Antigentests aktuell und wie kommen diese Kosten zustande?

Wer weder genesen noch geimpft ist, muss sich weiterhin testen – mit Antigen-Schnelltests für den Restaurantbesuch oder PCR-Tests für eine Reise. Künftig müssen all diese Tests selbst bezahlt werden. Die Hoffnung ist, dass damit die Impfbereitschaft steigt. Denn die Tests können ganz schön ins Geld gehen: Die Preise für Antigen-Schnelltests variieren zwischen 18 und 40 Euro, PCR-Tests können sogar über 130 Euro kosten.

Preisbildung von verschiedenen Faktoren abhängig

Wieso die Preise so sehr variieren, liege auch an den Zulieferern der Materialien, sagt Irene Preller. Neben medizinischer Fußpflege bietet sie in ihrer "GesundheitsWerkstatt" in Leipzig Böhlitz-Ehrenberg auch Antigen- und PCR-Tests an. "Wir brauchen ja massiv Hygieneartikel, Desinfektion, Schutzanzüge, Visiere – richtig Infektionsmaterial. Und mit den PCR-Tests hängt es auch mit der Wahl des Labors zusammen. Diesen Preis muss man natürlich auch mit einkalkulieren."

Stefan Borte ist Chefarzt am Klinikum St. Georg und leitet dort das Medizinische Zentrallabor. Auch hier seien die Materialien, um die Tests zu analysieren, mittlerweile teurer, weil die Nachfrage groß sei. Außerdem kämen noch weitere Ausgaben hinzu, die bei der Durchführung von PCR-Tests entstehen: "Das sind Personalkosten und das sind natürlich auch die Reagenzien und die Geräte, die natürlich auch mal gewartet werden müssen."

Darüber hinaus gebe es Aufwendungen für die Übertragung der Befunde an das Gesundheitsamt oder das Robert Koch-Institut. "Und üblicherweise liegen die Kosten dafür, die man tatsächlich auch abrechnen kann, zwischen 40 und 50 Euro" – die also von der Krankenkasse übernommen werden.

Höhere Preise für Privatpersonen üblich

Für Antigentests können vier bis acht Euro abgerechnet werden. Wer selber zahlt, bezahlt also für Antigen- und PCR-Tests ein Vielfaches. Das sei jedoch normal, so Borte. Denn auch andere individuelle Diagnostiken, wie zum Beispiel eine Fettstoffwechselanalyse, seien eine Dienstleistung, für die das Labor ein freies Angebot machen kann. "Und dieses Angebot kann auch marktwirtschaftlichen Betrachtungen unterliegen. Das heißt, ein PCR-Test kann im Gegensatz dazu natürlich auch zu einem Preis angeboten werden, den das Labor festsetzt und eben nicht der Gesetzgeber."

Es hinge ja auch davon ab, ob vielleicht besondere zusätzliche Leistungen notwendig seien: "Dass ein Ergebnis sehr schnell vorliegt oder dass vielleicht noch eine Bestätigung des Testergebnisses in unterschiedlichen Sprachen, vielleicht ein internationales Reisezertifikat ausgefüllt wird – das kann auch den Preis mitbestimmen."

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Keine obere Preisgrenze ohne Regulierung

Einen Höchstpreis gebe es nicht, weil nichts reguliert werde. Wichtig sei es deshalb, so auch Verbraucherschützer, Angebote zu vergleichen. Testzentrumbetreiberin Irene Preller kann das bestätigen: "Wenn man die Preise mal vergleicht in der Stadt Leipzig, dann gibt's welche, die jetzt schon, wenn Sie einen Papierausdruck möchten, elf Euro verlangen. Oder dass für Reisen Geld verlangt wird, obwohl das der normale kostenlose Bürgertest wäre. So regelt sich einfach der Preis. Jeder macht, was er will."

Wichtig sei, so Irene Preller, dass das Testzentrum durch den öffentlichen Gesundheitsdienst zertifiziert sei. Auch die verwendeten Tests sollten durch das Paul-Ehrlich-institut geprüft und beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gelistet sein. Wie sich die Preise entwickeln werden, sobald die Tests selbst bezahlt werden müssen – das wird dann der Markt zeigen.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 11. August 2021 | 06:00 Uhr

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