Fehlzeiten-Report 2021 Pandemie setzt Beschäftigte unter psychischen Druck

Immer mehr Arbeitnehmer berichten von Lustlosigkeit, Nervosität, Niedergeschlagenheit und anderen psychischen Problemen. Im Vergleich zur Situation vor der Pandemie verzeichnet die AOK unter ihren 15,6 Millionen versicherten Erwerbstätigen aber insgesamt keinen höheren Krankenstand.

Ein Mann hält sich mit seinen Händen den Kopf
Psychische Probleme am Arbeitsplatz haben in der Pandemie zugenommen. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Psychische Beschwerden bei Berufstätigen sind im Zuge der Corona-Pandemie häufiger aufgetreten. Das haben Untersuchungen der AOK ergeben. In ihrem am Dienstag veröffentlichten Fehlzeiten-Report 2021 betont die Krankenkasse, die persönliche Betroffenheit hänge aber von der der Anpassungsfähigkeit (Resilienz) der jeweiligen Arbeitnehmer ab.

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Schlaf- und Konzentrationsprobleme

Während Anfang 2020 etwa 69 Prozent der Befragten über emotionale Probleme wie Lustlosigkeit, Nervosität oder Niedergeschlagenheit berichteten, waren es der Untersuchung zufolge in diesem Frühjahr 88 Prozent.

Auch der Anteil der Beschäftigten mit mindestens einer psychosomatischen Beeinträchtigung ist im Zuge der Pandemie von 80 auf 84 Prozent gestiegen. Besonders deutlich war der Anstieg bei Konzentrationsproblemen (+10 Prozent) und Schlafstörungen (+7 Prozent). Ein Rückgang der Beschwerden zeigte sich laut der Befragung dagegen bei den Atemwegserkrankungen und bei den Infektionskrankheiten.

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Veränderte Arbeitswelt

Die Studie macht ebenfalls deutlich, dass die Corona-Pandemie die Arbeitswelt stark beeinflusst hat. 80 Prozent der befragten Erwerbstätigen berichten über Veränderungen ihrer persönlichen Arbeitssituation während der letzten drei Monate. Am häufigsten wurde die Flexibilisierung des Arbeitsortes und der Arbeitszeit genannt. Knapp 70 Prozent der von Veränderung betroffenen Befragten arbeiteten im Homeoffice.

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Weniger Krankmeldungen, aber längere Krankheitsdauer

Im Vergleich zur Situation vor der Pandemie verzeichnet die AOK unter ihren 15,6 Millionen versicherten Erwerbstätigen insgesamt keinen höheren Krankenstand. Einerseits sei die Zahl der Ausfälle im betrachteten Zeitraum von März 2020 bis Juli 2021 gegenüber dem Vergleichszeitraum vor der Krise gesunken. Andererseits seien in der Pandemie aber längere krankheitsbedingte Ausfallzeiten der Beschäftigten zu verzeichnen.

Im Zeitraum von März 2020 bis Juli 2021 erhielten von den AOK-versicherten Erwerbstätigen insgesamt 3,2 Prozent oder 499.000 Beschäftigte mindestens eine Krankschreibung aufgrund einer Covid-19-Diagnose.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 14. September 2021 | 12:00 Uhr

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