Sommerwelle Corona: RKI meldet deutlich mehr Intensivbehandlungen

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts hat sich die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Patientinnen und Patienten mit Corona in Deutschland deutlich erhöht. Bundesgesundheitsminister Lauterbach will trotz Kritik an den Corona-Bürgertests festhalten.

Intensivpflegerin neben dem Bett eines Corona-Patienten
Aus dem RKI-Wochenbericht geht hervor, dass es wieder mehr Intensivpatienten gibt. Bildrechte: dpa

In Deutschland hat sich die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Patientinnen und Patienten mit Corona deutlich erhöht. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag in seinem Wochenbericht mitteilte, lag die Zahl am Mittwoch bei 934. Eine Woche zuvor seien es 780 Fälle gewesen.

Sommerwelle: Vor allem Ältere betroffen

Insgesamt stieg laut RKI in der vergangenen Woche auch die Zahl der Krankenhausbehandlungen von Patientinnen und Patienten mit schwereren Coronaverläufen. Es seien weiterhin vor allem ältere Menschen über 80 Jahre betroffen.

Der Behörde zufolge gibt es zwar keine Hinweise darauf, dass die auch in Deutschland dominierende Omikron-Variante des Virus gefährlicher wäre als frühere Varianten. Allerdings steige allein durch die starke Zunahme an Infektionen auch die Zahl schwerer Verläufe.

Lauterbach hält an Bürgertests fest

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will trotz der Kritik der Kassenärzte an den Corona-Bürgertests festhalten. Der SPD-Politiker twitterte: "Die Tests werden bleiben und ab heute korrekt abgerechnet." Sein Ministerium sei mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) "in konstruktiven Gesprächen zur Abrechnung der Bürgertests". Die Tests seien "nicht sinnfrei, sondern helfen, dass Infizierte andere nicht anstecken".

KBV-Chef Andreas Gassen hatte zuvor eine komplette Einstellung der Corona-Bürgertests gefordert. "Diese unsinnigen Tests müssen abgeschafft werden", sagte er der "Bild"-Zeitung. Die Tests seien viel zu teuer, der bürokratische Aufwand sei riesig und die epidemiologische Aussagekraft sei Null.

AFP, dpa (ilg)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Juli 2022 | 11:00 Uhr

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