Statistik 2021: Erhöhte Sterblichkeit besonders in Sachsen und Thüringen

Deutschlandweit ist die Zahl der Sterbefälle vergangenes Jahr auf einen Höchststand gestiegen. Erstmals seit 75 Jahren starben wieder mehr als eine Million Menschen in einem Jahr. Besonders deutlich waren die Abweichungen vom mittleren Wert der Vorjahre in den Monaten der Corona-Wellen und in den am stärksten betroffenen Bundesländern wie Sachsen und Thüringen.

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Sowohl direkte als auch indirekte Auswirkungen der Pandemie sehen die Statistiker als Ursache für die erhöhten Sterbefallzahlen. Bildrechte: dpa

Erstmals seit 75 Jahren hat die Zahl der Sterbefälle in Deutschland 2021 die Marke von einer Million überstiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden im vergangenen Jahr nach vorläufigen Ergebnissen rund 1,02 Millionen Sterbefälle registriert. Während in der Nachkriegszeit 1946 schwierige Lebensverhältnisse die hohen Sterbefallzahlen erklärten, dürften nun die Alterung der Bevölkerung und die Folgen der Corona-Pandemie Gründe dafür sein sein.

Nach Angaben des Bundesamtes sind die Sterbefälle im Vergleich zum ersten Corona-Jahr noch einmal um drei Prozent gestiegen, im Vergleich zum Jahr 2019 sogar um acht Prozent. Besonders hohe Sterbezahlen gab es demnach in den Monaten mit dem höchsten Infektionsgeschehen. Im November starben 21 Prozent mehr Menschen als im Mittel der vier Vorjahre, im Dezember waren es 22 Prozent mehr.

Anstieg höher als Zahl der Covid-19-Todesfälle

Den vorläufigen Daten zufolge ist die Differenz allerdings höher als die Zahl der Covid-19-Todesfälle: In absoluten Zahlen lagen die Sterbefallzahlen im November um 15.723 Fälle über dem mittleren Wert der Vorjahre. Das Robert Koch-Institut registrierte für diesen Zeitraum jedoch bislang 7.591 Covid-19-Todesfälle. Ähnlich verhält es sich in anderen Monaten.

Als mögliche Ursachen dafür nennt die Statistikbehörde etwa eine Dunkelziffer bei den Covid-19-Todesfällen sowie mögliche Spät-Folgen verschobener Operationen und Vorsorgeuntersuchungen.

Sachsen und Thüringen mit größten Abweichungen

Besonders auffällig zeigen sich die Abweichungen bei den Sterbefallzahlen jedoch auch in den Bundesländern mit dem jeweils höchsten Infektionsgeschehen. In Sachsen waren es im November 49 Prozent mehr Sterbefälle als im mittleren Wert der vier Vorjahre, in Thüringen lag die Abweichung bei 47 Prozent und in Bayern bei 32 Prozent. Auch in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Baden-Württemberg betrugen die Abweichungen 20 Prozent oder mehr.

Besonders niedrig waren die Abweichungen dagegen in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen – mit weniger als zehn Prozent über dem Vergleichswert aus den Vorjahren.

MDR, epd, AFP (rnm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Januar 2022 | 13:30 Uhr

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