Impfung für Risikogruppen Fachleute befürworten Stiko-Empfehlung für vierte Impfung

Mehr als die Hälfte aller Deutschen sind bereits geboostert und damit dreimal gegen das Coronavirus geimpft. Nun hat die Ständige Impfkommission eine vierte Impfung für Risikogruppen empfohlen. Viele Fachleute befürworten den zweiten Booster für vulnerable Gruppen.


Die Ständige Impfkommission (Stiko) wird die zweite Boosterimpfung nicht für alle empfehlen, sondern nur für einige besonders gefährdete Gruppen – also etwa für Menschen ab 70 Jahren, für Personen in Pflegeeinrichtungen oder für medizinisches Personal.

Bis zu 40 Prozent mehr Impferfolg durch 4. Dosis

Der Vorsitzende der Sächsischen Impfkommission, Thomas Grünewald, begrüßt die Entscheidung, denn die sächsische Kommission empfehle schon seit Monaten eine vierte Impfung für vulnerable Gruppen: "Das ist absolut sinnvoll und das lohnt sich eben bei denen, die immungeschwächt sind oder durch das Alter eine eingeschränkte Immunreaktion haben." Wie man es dann nenne – eine erweiterte Grundimmunisierung oder zweite Auffrischung – das laufe aufs Gleiche hinaus. Es seien vier Impfungen in Summe.

Die Datenlage dazu sei eindeutig, ergänzt Grünewald. Die vierte Impfung könne etwa bei immunschwachen Personen für bis zu 40 Prozent mehr Impferfolg sorgen.

Beratungsangebot durch Hausärzte

Auch Klaus Heckemann von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen begrüßt es, eine freiwillige vierte Impfung anzubieten. Heckemann betont, eine zweite Auffrischung müssten unbedingt die Hausärzte durchführen: "Weil sie die Patienten kennen und wissen, wer infrage kommt. Impfstoff ist momentan ausreichend vorhanden." Heckemann hält es für problemlos umsetzbar, dass die Hausärzte entscheiden, wer die vierte Impfung brauche.

Die Strukturen, um eine zweite Auffrischungsimpfung schnell an alle betroffenen Personen zu verteilen, seien da, betont auch die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, Simone Lang. Sie glaubt, dass diejenigen vulnerablen Personen, die sich bisher dreimal impfen lassen haben, auch eine vierte Spritze nehmen. Wichtig sei es, dass es jetzt viele Beratungsangebote gebe: "Das heißt, dass man auch zum Arzt gehen kann und fragen kann, ob man sich boostern lassen kann oder nicht." Sie halte die vierte Impfung für sinnvoll und richtig – wenn es eine gute Beratung und Öffentlichkeitsarbeit gebe, sagt Lang.

Hohe Impfbereitschaft in Thüringen

Auch in Thüringen ist der gesundheitspolitische Sprecher der Regierungsfraktion von Die Linke, Ralf Plötner, guter Dinge, dass die betroffenen Gruppen sich nicht sperren werden. Er sieht generell eine hohe Bereitschaft im Land, sich impfen zu lassen: "Ich denke, das ist vermittelbar, weil gefährdete Menschen in den Blick genommen werden und der Schutz dieser Menschen im Vordergrund steht."

Bisher seien in Thüringen etwa vier Millionen Impfdosen verabreicht worden. Plötner erkennt eine hohe Bereitschaft der Menschen, die Impfangebote wahrzunehmen.

Fünfte Impfung im Herbst

Doch die vierte Impfung wird bewusst nur für bestimmte verletzliche Personen empfohlen. Bei allen anderen Personen raten Fachleute davon ab, sich zu oft in kurzen Abständen von wenigen Monaten boostern zu lassen. Epidemiologe Alexander Kekulé merkt zusätzlich an, dass eine vierte Spritze nicht bis zum Herbst reiche: "Wir wissen nicht, welche Variante da kommen wird, aber so oder so ist der Zeitraum so lang, dass man dann die fünfte Spritze im Herbst braucht."

Dann wird es vermutlich einen neuen, angepassten Impfstoff geben, hoffen die Fachleute. Frühestens dann dürfte für den großen Rest der Bevölkerung Impfung Nummer vier fällig werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Februar 2022 | 06:00 Uhr

31 Kommentare

Leachim-21 vor 43 Wochen

das wurde in den Nachrichten gebracht auf ARD wertes MDR-Team und bei Phönix Corona nachgehackt. das sollten Sie eigentlich wissen den Sie gehören doch zum ARD oder etwa nicht.
aber man kann das auch im Netz nachlesen .

Leachim-21 vor 43 Wochen

@ AlexLeipzig :laut Studie in Israel bringt die vierte Impfung gerade mal 5%, wieso soll ich mich da erneut impfen lassen sogar in den USA sind die Experten nicht einig.

Germinator aus dem schoenen Erzgebirge vor 43 Wochen

"Mehr als die Hälfte aller Deutschen sind bereits geboostert und damit dreimal gegen das Coronavirus geimpft."

Zuerst musste unbedingt zweimal geimpft werden, um vollumfänglich geschützt zu sein.
Dann kam über Nacht die Erkenntnis, dass geboostert werden muss.

Ist vielleicht auch noch ok.

Aber jetzt kommt man mit dem Argument, dass man nach der dritten Impfung ziemlich schnell den Impfschutz verliert und eine vierte Impfung braucht.

Wenn ich jetzt eine Modellrechnung zur Anzahl der Impfungen aufmache, dann kommt vorm Herbst die fünfte usw usf.

Das glaubt doch keiner mehr.

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