Jugendsprache "Cringe": Was das Jugendwort des Jahres bedeutet

Das Jugendwort des Jahres ist "cringe". Der englische Begriff stehe für ein Gefühl des Fremdschämens. Das teilte der Langenscheidt-Verlag mit. Der Begriff setzte sich im Online-Voting gegen "sus" und "sheesh" durch. Erst zum zweiten Mal durften sich tatsächlich auch Jugendliche an der Wahl beteiligen.

"Cringe" ist der Sieger der finalen Abstimmung für das Jugendwort des Jahres 2021. Mit dem englischen Begriff drücken junge Menschen aus, dass etwas peinlich oder unangenehm ist. Das Jugendwort wird jährlich vom Langenscheidt-Verlag gekürt.

"Sus" und "sheesh" auf den Plätzen zwei und drei

Wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte, setzte sich "cringe" mit 42 Prozent gegen die anderen beiden übriggebliebenen Kandidaten "sus" und "sheesh" im Online-Voting durch.

"Sus" ist die Kurzform des englischen Wortes "suspicious" und bedeutet "verdächtig" oder "auffällig". Popularität erlangte es vor allem durch das Online-Spiel "Among Us". Das Wort landete im Finale mit 32 Prozent auf Rang zwei. Den dritten Platz belegte mit 26 Prozent der Ausdruck "sheesh". Er dient als Reaktion auf etwas Erstaunliches oder Unglaubliches.

"Cringe" bereits letztes Jahr in der Endrunde

Die Abstimmung erfolgte seit dem 14. Juni in mehreren Runden. Insgesamt beteiligten sich nach Angaben von Langenscheidt rund 1,2 Millionen Jugendliche an der Wahl. Sie können seit 2020 ihre Lieblingswörter nicht nur vorschlagen, sondern auch selbst dafür abstimmen. Zuvor hatten ausschließlich Erwachsene über das Jugendwort entschieden, was immer wieder für Diskussion gesorgt hatte.

Seit 2008 wählt Langenscheidt das Jugendwort des Jahres. Die Wahl wurde in der Vergangenheit mitunter als Werbeaktion des Verlages kritisiert. Im vergangenen Jahr wurde "lost" zum Jugendwort des Jahres gekürt. Es drückt Ahnungslosigkeit und Unsicherheit aus. Der diesjährige Sieger "cringe" landete 2020 bereits auf Platz zwei.

Quelle: dpa (lr)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Oktober 2021 | 12:00 Uhr

Mehr aus Deutschland