Bevölkerungswachstum stagniert Wir bleiben 83,2 Millionen

In Deutschland leben 83,2 Millionen Menschen – zum ersten Mal seit zehn Jahren bleibt diese Zahl unverändert und ein Bevölkerungswachstum aus. In Mitteldeutschland geht die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner hingegen weiter zurück. Nur wenige Regionen konnten wachsen, in den meisten geht die Bevölkerungszahl aber zurück.

Oma und Enkelin, im Hintergrund steht die Mutter und schaut zu.
Deutschland wird älter: Die Zahl der Über-80-Jährigen hat um 4,5 Prozent zugenommen. Die Zahl der Kinder blieb hingegen gleich. Bildrechte: imago images/Westend61

In Deutschland hat sich die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner zum ersten Mal seit zehn Jahren nicht verändert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, blieb die Zahl der Menschen, die in Deutschland leben, im Jahr 2020 nahezu unverändert bei 83,2 Millionen. Seit 2011 hatte es jährlich Zuwachse gegeben. Die Stagnation der Bevölkerungszahl führt das Statistikamt zum Einen auf gestiegene Sterbefälle im Corona-Jahr zurück. Es starben 212.000 Menschen mehr als Kinder geboren wurden. Im Vorjahr waren es 161.000 mehr Sterbefälle als Geburten. Hinzu kommt eine geringere Nettozuwanderung, sie sank um knapp 90.000 auf 209.000.

Nettozuwanderung Die Nettozuwanderung bezeichnet die Zahl der Menschen, die nach Deutschland gezogen sind, nach Abzug der Zahl der Menschen, die aus Deutschland ausgewandert sind.

Deutschland wird immer älter

Trotz der erhöhten Sterblichkeit aufgrund der Corona-Pandemie nahm die Zahl der über-80-Jährigen in Deutschland um 4,5 Prozent zu. 5,9 Millionen Menschen in Deutschland gehören zu dieser Altersgruppe. In der Altersgruppe zwischen 60 und 79 Jahren betrug der Zuwachs 0,5 Prozent auf 18,2 Millionen.

Dagegen nahm die Bevölkerungszahl in der Gruppe zwischen 20 und 59 Jahren um 0,4 Prozent auf 43,7 Millionen Menschen ab. Weitgehend unverändert blieb mit 15,3 Millionen die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung stieg insgesamt um 0,1 auf 44,6 Jahre.

Bevölkerungszahl in Mitteldeutschland geht weiter zurück

In Mitteldeutschland sank die Bevölkerungszahl im vergangenen Jahr weiter. Den Angaben zufolge, lebten in Sachsen Ende Dezember 15.000 Menschen weniger als im Jahr zuvor. Das entspricht einem Rückgang von 0,4 Prozent. Überdurchschnittlich gesunken ist die Bevölkerungszahl im Erzgebirgskreis, im Vogtlandkreis sowie in den Landkreisen Mittelsachsen, Zwickau und Görlitz. In der Stadt und im Landkreis Leipzig gab es hingegen einen Bevölkerungszuwachs.

In Sachsen-Anhalt schrumpfte die Bevölkerung insgesamt um 0,6 Prozent. Alle Landkreise und Städte mussten ein Minus hinnehmen. Die größten Verluste waren im Landkreis Harz (-1,1 Prozent), in Dessau-Roßlau (-0,9 Prozent), im Landkreis Mansfeld-Südharz (-0,9 Prozent) und im Salzlandkreis (-0,9 Prozent) zu verzeichnen. Die geringsten Verluste gab es in der Börde, im Jerichower Land und im Saalekreis (alle -0,2 Prozent).

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MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir So 15.11.2020 23:26Uhr 01:11 min

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Auch in Thüringen schrumpfte die Bevölkerung im Schnitt um 0,6 Prozent. Lediglich der Landkreis Weimarer Land wuchs gegen den Trend (+0,2 Prozent). Die geringsten Verluste wies die Stadt Erfurt mit -0,1 Prozent auf, dicht gefolgt vom Saale-Holzland-Kreis und der Stadt (beide -0,2 Prozent).

Quelle: afp/dpa/pad

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Juni 2021 | 14:00 Uhr

28 Kommentare

Sozialberuflerin vor 5 Wochen

So siehts tatsächlich aus, im ostdeutschen Raum!

Wo ich her komme, schließen Schulen, Kitas und Altenheime bzw. Pflegedienste schießen wie Pilze aus dem Boden!
Kleine ABC-Schützen fahren bis 1h mit dem Bus zur Schule und Kitas nehmen Kinder von, bis zu Ortschaften auf

Im Eisleber Klinikum gibt's nun eine große Geriatrie und Sangerhausen ist im weitläufigen (das nächste ist Halle) Umkreis die einzige Geburten-/Kinderstation!

Allgemeinärzte nehmen Kinder mit auf, weil es viel zu wenig Kinderärzte gibt!
Prinzipiell herrscht Ärztemangel!

Familien können sich ein Eigenheim leisten, weil Papa entweder auf Montage fährt oder in Schichten, mit immenser Fahrzeit, in den letzten verblieben Industriestandorten arbeitet!
Familienleben? Eher nicht!!

Sie schrieben es schon richtig...
"Das gibt natürlich keine Anreize für jüngere Menschen zurück zu kommen"... oder zu bleiben!



Reuter4774 vor 5 Wochen

Sachsen ist leider, vom Altersdurchschnitt, das älteste Bundesland. Demzufolge haben sie überall Seniorenbeiräte noch und noch. Kinder und Familien werden da wie die Minderheit repräsentiert, die wir in Sachsen leider sind. In Leisnig musste die Entbindungsstation nach vielen Jahrzehnten schließen, wird jetzt alles Geriatrie! Weil keine jüngeren Menschen mehr her kommen (Personalmangel). Das gibt natürlich keine Anreize für jüngere Menschen zurück zu kommen. Dabei ist Sachsen ein starker Wirtschaftsstandort.

Erichs Rache vor 5 Wochen



PS: Ihre Worte "ich kann erstmal für für mich sprechen. Wir haben 2 Kinder, uns gehts gut, es ist für alles gesorgt und die ganze Familie fühlt sich wohl." halte ich durchaus für glaubwürdig. Das ist aber eine Momentaufnahme einer einzigen Familie:

Die Wissenschaftler um Frau Prof. Dr. C. Katharina Spieß als auch die Wissenschaftler die das GUTACHTEN
"Gesamtevaluation ehe- und familienbezogener Leistungen in Deutschland" i. A. d. BMF und BMFSJ erstellt haben, ..

.. haben für Ihre Arbeit TAUSENDE Familien in Deutschland intensiv befragt

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