Eröffnung der EKD-Synode Bedford-Strohm fordert gerechte Verteilung von Impfstoff

Heinrich Bedford-Strohm zieht Bilanz – ein letztes Mal in seiner Rolle als EKD-Ratsvositzender. Bei der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland forderte er unter anderem eine gerechtere Verteilung von Corona-Impfstoffen weltweit. Neben der Klimakrise beschäftigen den 61-Jährigen auch innerkirchliche Themen wie die Aufarbeitung von sexuellen Missbrauchsfällen in der EKD. Aufgrund eines positiven Corona-Tests im Gremium findet die Synode rein digital statt.

Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, spricht während der EKD-Synode 2021.
Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, während seines letzten Berichts als EKD-Ratsvorsitzender. Bildrechte: dpa

Der scheidende EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat eine gerechtere Verteilung von Corona-Impfstoffen gefordert. Dies sei "eines der größten Defizite im Umgang mit der Pandemie weltweit", sagte der Bischof am Sonntag in Bremen bei der digital ausgerichteten Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Während in Deutschland fast verzweifelt darum geworben werde, dass mehr Menschen sich impfen lassen, liege die Impfrate in Afrika gerade erst über fünf Prozent. Um das zu ändern, müsse genug Geld zur Verfügung gestellt werden, um Produktion und Verteilung von Impfstoffen sicherzustellen, forderte Bedford-Strohm in seinem letzten Bericht als EKD-Ratsvorsitzender.

Bedford-Strohm zieht Bilanz zum Ende seiner Amtszeit

Der 61-jährige bayerische Landesbischof zog eine erste Bilanz seiner Amtszeit und blickte am Sonntag nicht nur auf innerkirchliche Themen oder die Corona-Krise. Angesichts der laufenden Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow sagte Bedford-Strohm: "Wir haben hoffentlich verstanden, dass es um konkrete Menschenleben geht, die wir in der Zukunft opfern, wenn uns die notwendigen Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels heute zu teuer sind."

Mit der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt in der EKD äußerte er sich unzufrieden. "Wir sind noch nicht so weit gekommen, wie wir wollten", sagte Bedford-Strohm. Man sei noch "mitten in einem umwälzenden Lernprozess", und es liege noch ein weiter Weg vor der Kirche.

Aufarbeitung von sexuellen Missbrauchsfällen in der EKD

Die evangelische Kirche hatte 2018 einen Maßnahmenplan zur Aufarbeitung und Prävention sexualisierter Gewalt verabschiedet, der unter anderem eine Beteiligung Betroffener vorsieht. Im Frühjahr wurde der zwischenzeitlich gegründete Betroffenenbeirat der EKD nach Auseinandersetzungen bereits wieder ausgesetzt. Die Gründe für das Scheitern sollen nun in einer externen Expertise untersucht werden, hieß es am Sonntag.

Die leeren Plätze während der EKD-Synode 2021.
Leere Plätze während der EKD-Synode 2021. Bildrechte: dpa

Die 128 Synodalen sollen am Montagnachmittag über die Aufarbeitung des Missbrauchs diskutieren, auch Betroffene sollen zu Wort kommen. Derzeit sind 942 Fälle von sexualisierter Gewalt im Bereich der EKD bekannt.

Die Synodentagung war am Sonntag mit einem Gottesdienst im Bremer Dom St. Petri eröffnet worden. Die Synode berät bis Mittwoch digital, weil ein Teilnehmer einer vorbereitenden Gremiensitzung positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Am Dienstag und Mittwoch werden der Rat der EKD als Leitungsgremium neu gewählt und der Ratsvorsitz neu vergeben. Bedford-Strohm stellt sich nach sieben Jahren an der EKD-Spitze nicht erneut zur Wahl.

dpa,epd (nvm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. November 2021 | 13:50 Uhr

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