Freizeit-Monitor 2021 Das machen die Deutschen in ihrer Freizeit am liebsten

Die Deutschen verbringen in ihrer Freizeit mittlerweile mehr Zeit im Internet als vor dem Fernseher. Das zeigt der "Freizeit-Monitor 2021" der Stiftung für Zukunftsfragen. Doch was die Befragten machen, deckt sich immer weniger mit dem, was ihnen Spaß bereitet.

Junge Frau sitzt mit Hund und Laptop auf einer Couch.
Das Surfen im Internet liegt auf Rang eins der Freizeitbeschäftigungen. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Das Surfen im Internet ist weiterhin die häufigste Freizeitbeschäftigung der Deutschen und baut seinen Spitzenplatz dabei weiter aus. Das ergab eine Studie für den "Freizeit-Monitor 2021" der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen. Etwa 97 Prozent der Bundesbürger nutzen das Internet demnach regelmäßig, mindestens einmal in der Woche.

"Die Anziehungskraft des Internets ist ungebrochen", erklärte Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung, die die Untersuchung seit dem Jahr 1986 vornehmen lässt. Reinhardt zufolge verspricht das Internet "Wissen, Unterhaltung und Ablenkung, bietet (scheinbar) Anonymität, Gleichheit sowie Kontrolle, ist fast allgegenwärtig und fasziniert nahezu alle Bürger".

Medien dominieren Freizeitbeschäftigung

Paar mit kleinem Kind sitzt mit Laptop auf einer Couch.
Das Streamen von Serien und Filmen ist beliebter geworden. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Dahinter folgten weitere mediale Freizeitbeschäftigungen wie Fernsehen, Computernutzung, Musikhören, Smartphonenutzung, Radiohören und die Nutzung sozialer Onlinenetzwerke.

Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben an, Zeit mit dem Partner zu verbringen. Auch Faulenzen, Ausschlafen, der Aufenthalt in der Natur und die Förderung der eigenen Gesundheit war für mehr als die Hälfte der Menschen wichtig.

Zufriedenheit in der Freizeit nimmt weiter ab

Dabei würden viele in Zukunft gern noch öfter Zeit in der Natur verbringen. 73 Prozent gaben zudem an, "spürbare Einschränkungen" in ihren Konsum- und Lebensgewohnheiten hinzunehmen, wenn dadurch "Natur und Umwelt dauerhaft erhalten bleiben". Als größter Spaßfaktor in der Freizeit punkteten dem "Freizeit-Monitor" zufolge soziale Aktivitäten. Allerdings habe im Langzeitvergleich die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger in ihrer Freizeit seit 1986 abgenommen, heißt es in der Studie. Nur noch etwa ein Drittel der Freizeitaktivitäten werde auch mit Spaß assoziiert.

Vor 35 Jahren seien noch zwei Drittel der Aktivitäten von einer jeweiligen Mehrheit mit einem Spaßfaktor verknüpft gewesen, erklärte Reinhardt. Sein Fazit hier: "Eine Vielzahl von Freizeitbeschäftigungen werden aus Gewohnheit, Pflichtgefühl oder Langeweile ausgeübt, wodurch die Freude, der Erlebnischarakter, die Zufriedenheit und das Wohlgefühl verloren gehen."

Die Befragung Die Stiftung für Zukunftsfragen ist eine 2007 gegründete, gemeinnützige Stiftung, die die Zukunft und Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft erforschen will. Sie wird vom Tabakhersteller British American Tobacco finanziert.

Für den "Freizeit-Monitor" 2021 befragte die Gesellschaft für Konsumforschung im August mehr als 3000 Menschen zwischen 18 und 74 Jahren repräsentativ zum Freizeitverhalten.

Quelle: AFP, dpa (mk)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. September 2021 | 10:30 Uhr

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