Fridays for Future Klimaschützer rufen wieder zum globalen Klimastreik auf

In mehr als 50 Ländern und über 200 deutschen Städten haben am Freitag Aktivisten von "Fridays for Future" erneut großangelegte Proteste gegen die aktuelle Klimapolitik gestartet. Mit Kunst- und Plakataktionen, Fahrraddemos und pandemiegerechten Kundgebungen machten die Klimaschützer vielerorts auf sich aufmerksam.

Demonstranten nehmen mit Transparenten mit der Aufschrift "Wir sind jung und brauchen die Welt" an einer Kundgebung der Bewegung Fridays For Future teil.
Anlass für die Protest-Aktionen ist der 7. globale Klimastreik der Bewegung "Fridays for Future". Auch in demonstrierten Mitteldeutschland viele - meist junge - Menschen. Bildrechte: dpa

Unter dem Motto #NoMoreEmptyPromises - "keine leeren Versprechungen mehr" - haben die Klimaaktivisten von "Fridays for Future" zum ersten globalen Klimagroßprotest des Jahres aufgerufen. In mehr als 50 Ländern protestierten die Organisatoren gegen das Verbrennen fossiler Brennstoffe und eine aus ihrer Sicht verfehlte und mangelhafte Klimapolitik. Darunter waren vor allem Aktivisten in Staaten, die die Folgen der Klimakrise bereits heute stark spüren, etwa asiatische Länder wie Bangladesch, Sri Lanka und die Philippinen oder Kenia.

In Deutschland fanden nach Angaben der Veranstalter unter Einhaltung der Hygieneregeln Präsenzaktionen in mehr als 210 Städten statt. "Fridays for Future" hatte zuvor angekündigt, es gehe darum, "im Wahljahr die notwendigen Maßnahmen für eine klimagerechte Politik einzufordern". Sie wollten erreichen, dass alle Parteien in Deutschland den Klimaschutz in ihren Programmen verankerten.

Auf der Straße für konsequenten Klimaschutz

Größere Aktionen gab es in Berlin, Hamburg und Köln. In der Hamburger Innenstadt schufen die Aktivisten einen 60 Meter langen Schriftzug mit der Botschaft "Wir alle für 1,5 Grad C". Damit mahnten die Klimaschützer die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens von 2015 an. Damals hatte die Weltgemeinschaft vereinbart, die Erderwärmung nicht über 1,5 Grad Celsius steigen zu lassen. In Dresden streikten die Aktivisten nach eigenen Angaben an 1.000 Kreuzungen der Stadt.

Klimafrage als zentrale Gerechtigkeitsfrage

Mehrere Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen bekundeten ihre Unterstützung und Solidarität mit dem "globalen Klimastreik" von "Fridays for Future". Verbände wie der Bundesverband Bürgerinitiative Umweltschutz (BBU) forderten die Parteien in Deutschland auf, den Protest der Aktivisten im Bundestagswahljahr 2021 ernst zu nehmen.

Die nächsten vier Jahre sind entscheidend, um das Schlimmste noch abzuwenden. Schon heute ist die Klimakrise für so viele Menschen weltweit und besonders im Globalen Süden lebensbedrohlich.

Umweltverbände Gemeinsamer Appell

Die Präsidentin von Brot für die Welt, Dagmar Pruin, wies auf die doppelte Belastung der Menschen in Zeiten der Pandemie hin: Während die Corona-Krise soziale und wirtschaftliche Folgen mit sich bringe, würden Naturkatastrophen und die globale Erderwärmung die Welt zusätzlich belasten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. März 2021 | 06:15 Uhr

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