Hochwasser-Katastrophe Gedenkfeier für Flutopfer in Rheinland-Pfalz

Mit einem Staatsakt haben rund sieben Wochen nach der Flutkatastrophe Politiker, Rettungskräfte und Angehörige der Opfer in Rheinland-Pfalz gedacht. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sicherte den Betroffenen Solidarität zu. Ministerpräsidentin Malu Dreyer versprach langfristige Hilfen.

Luftaufnahmen zerstörtes Ahrweiler
Mehrere Orte an der Ahr waren von den Schlamm- und Wassermassen, die auch Geröll mit sich brachten, praktisch dem Erdboden gleichgemacht worden. Bildrechte: Polizei Thüringen

Rund sieben Wochen nach dem verheerenden Hochwasser ist in Rheinland-Pfalz der Opfer gedacht worden. Zu dem Staatsakt hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) die Angehörigen der Toten und Vermissten sowie Verletzte, Geschädigte, Hilfskräfte und die Bürgermeister der mehr als 250 betroffenen Gemeinden am Nürburgring im Landkreis Ahrweiler eingeladen.

Eine Gruppe DLRG-Helfer
Professionelle Helfer wie hier vom DLRG, aber auch tausende Bürgerinnen und Bürger waren nach der Flut in die betroffenen Gebiete gereist, um zu helfen. Bildrechte: dpa

Steinmeier: "Trauern mit Ihnen"

Etwa 1.000 Menschen waren in die "Ring-Arena", eine an der berühmten Motorsport-Rennstrecke gelegene Veranstaltungshalle, gekommen. Der Nürburgring war nach der Flutkatastrophe zur Helferstadt umfunktioniert worden. Von hier starteten Einsatzkräfte von Polizei, Bundeswehr, Rettungsdienst sowie Brand- und Katastrophenschutz in das verwüstete Ahrtal.

Frank-Walter Steinmeier
Bundespräsident Steinmeier hält seine Rede zum Staatsakt für die Flutopfer vor einer Wand, auf der alle Namen der Orte stehen, die vom Hochwasser im Juli betroffen waren. Bildrechte: dpa

In Rheinland-Pfalz starben bei der Flut 134 Menschen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte, ganz Deutschland trauere mit ihnen. In der Stunde der Not stehe man zusammen. Er verwies darauf, dass die Betroffenen noch lange auf Hilfe angewiesen seien. Das Unheil, das über die Menschen hereingebrochen sei, gehe alle an.

Wir alle müssen uns die Frage stellen, was können wir tun, um auf solche Katastrophen, auf solche Extremwetterlagen besser vorbereitet zu sein.

Steini

In jener "so furchtbares Unheil bringenden Nacht" vom 14. auf den 15. Juli habe das "schlimmste Hochwasser seit Menschengedenken hier in der Region" beschauliche Bäche und kleine Flüsse zu reißenden Strömen werden lassen.

"Schuld, Insul, Dümpelfeld, Altenahr, Mayschoß, Ahrbrück, Dernau, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Sinzig – so viele Orte versanken in den Fluten", sagte der Bundespräsident. Er versprach den Betroffenen: "Wir stehen an Ihrer Seite. Wir wissen, dass in Ihrem Leben nichts mehr ist, wie es war. Aber Sie sollen heute wissen: Auf Ihrem Weg zurück ins Leben lässt Ihr Land Sie nicht allein."

Dreyer: "Nationale Katastrophe"

Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer betonte das nationale Ausmaß der Katastrophe. "Betroffene sollen wissen: Sie sind nicht allein. Ganz Rheinland-Pfalz nimmt Anteil an Ihrem Leid." Niemand werde die Toten, Verletzten und Betroffenen vergessen.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) spricht beim Staatsakt des Landes Rheinland-Pfalz zum Gedenken der Opfer der Flutkatastrophe in der Ring-Arena am Nürburgring. Die Angehörigen der Toten und Vermissten, Verletzte, Geschädigte, Hilfskräfte sowie die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der über 250 betroffenen Orte sind eingeladen. caption writer/editor = tfr sab
Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, betonte, die Landesregierung werde Betroffenen und Kommunen zur Seite stehen. Bildrechte: dpa

Die Katastrophe habe das Land "bis ins Mark getroffen". Viele Schicksale gingen ihr nicht mehr aus dem Kopf, sagte Dreyer. Sie erwähnte zwölf Menschen, die in Sinzig in einer Einrichtung für behinderte Menschen ertrunken waren.

Dreyer sprach von 134 Menschen, die durch die Flut ihr Leben verloren haben. Nach Angaben der Aufsichts- und Dienstleistungsaufsicht vom Mittwoch, die den Einsatz leitet, kamen 133 Menschen ums Leben. 766 Menschen wurden verletzt. Drei Menschen gelten weiterhin als vermisst.

Quelle: dpa, AFP, epd, KNA (cga)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. September 2021 | 18:00 Uhr

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