Lagebericht zur Rauschgiftkriminalität Cannabis bleibt beliebteste illegale Droge

Cannabis bleibt in Deutschland die beliebteste illegale Droge. Zu dieser Einschätzung kommt der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, bei der Vorstellung des Lageberichts zur Rauschgiftkriminalität. Cannabis legte bei den aufgedeckten Delikten im Vergleich zum Vorjahr zu. Prozentual noch größere Zuwächse verzeichnete die Polizei allerdings bei Kokain und Methamphetamin.

Cannabis
Die Corona-Pandemie hat auch den Drogenkonsum in Deutschland beeinflusst. Bildrechte: colourbox

Die Polizei hat im vergangenen Jahr mehr Rauschgiftdelikte verzeichnet als noch 2019. Wie aus dem Lagebericht des Bundeskriminalamts (BKA) zur Rauschgiftkriminalität hervorgeht, wurden bundesweit 365.753 Drogendelikte registriert. Das sind 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr und bedeutet beim Drogenhandel und -konsum die zehnte Steigerung in Folge.

Zwei Drittel der Delikte gehen auf Cannabis zurück

Laut Lagebericht bleibt Cannabis die meistgehandelte Droge. Cannabis macht mit 31.961 Fällen gut zwei Drittel aller Rauschgiftdelikte aus. Die Zahl der Handelsdelikte mit dieser Droge stieg demnach um 1,5 Prozent. Mehr Delikte deckte die Polizei auch beim Handel mit Kokain (plus 9,6 Prozent) und beim Handel mit kristallinem Methamphetamin, also Crystal, auf (plus 7,2 Prozent).

Weniger Ecstasy-Handel wegen geschlossener Clubs

Weniger Delikte wurden beim Handel mit Heroin, mit Amphetamin und mit Ecstasy verzeichnet. Den Rückgang bei Ecstasy-Delikten um gut 12 Prozent führte BKA-Chef Holger Münch auch auf die wegen Corona geschlossenen Clubs und Diskotheken zurück.

Susanne Lackner, Professorin für Abwasserwirtschaft an der TU Darmstadt und Leiterin des Projekts «Abwa-SARS», pipettiert in einem Labor Reagenzien unter einem Abzugsschrank. 6 min
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Er wertet die Abwasserdaten verschiedener Städte z.B. auf Drogenrückstände oder Anzahl bestimmter Keime und Viren aus. Hier hören Sie das komplette Interview mit Björn Helm zu seinen Erfurter Erkenntnissen.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Sa 24.07.2021 05:00Uhr 06:04 min

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Pandemie verdrängt Drogenhandel von der Straße ins Netz

Auch offenbar coronabedingt verlagerte sich der Handel der Drogen ins Internet. Die Pandemie wirkte dabei Münch zufolge als Katalysator, da Post- und Paketversand nicht von Corona-Schutzmaßnahmen beeinträchtigt wurden. Zugleich kamen nach Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), viele Abhängige schwerer an ihre Drogen. Es habe während der Pandemie mehr Nachfrage nach Ersatzbehandlung gegeben.

Laut Lagebericht starben im vergangenen Jahr 1.581 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen und damit rund 13 Prozent mehr als im Vorjahr.  Die Statistik gibt nur Fälle wieder, die den Polizeibehörden bekannt wurden. BKA-Chef Münch geht von einem großen Dunkelfeld aus.

Quellen: AFP, dpa, KNA

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 27. Juli 2021 | 14:00 Uhr

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