Pflanzliche Milch als Alternative Deutsche trinken immer weniger Kuhmilch

Immer mehr Menschen greifen zu pflanzlichen Alternativen zur Kuhmilch. Vor allem Hafer- und Sojamilch sind sehr beliebt. Viele deutsche Molkereien exportieren ihre Milchprodukte allerdings, weswegen das Geschäft dennoch gut läuft.

Ein Glas mit Milch steht zwischen einer Packung Kuhmilch und einer mit einer pflanzlichen Milch-Alternative auf einem Tisch.
Kuhmilch löst bei manchen Menschen Bauschmerzen aus. Viele greifen deshalb zu pflanzlichen Alternativen. Bildrechte: dpa

In einer Werbung aus den 50-er Jahren machen tanzende Paare Werbung für Kuhmilch – und erwecken den Eindruck, als wäre Milch ein wahres Wundermittel. Damals hatte das auch einen guten Grund, sagt Andrea Henze vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften an der Uni Halle: "Man war auf tägliche, frische Milch angewiesen. Im 20. Jahrhundert hatte man die Entwicklung der Pasteurisierung, Homogenisierung, sodass Milch länger haltbar war und man sie viel besser vermarkten konnte als frische Milch."

Kühe in einem überdachten Stall. 29 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Doch heute ist die Kuhmilch offenbar out. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft gibt an: Im vergangenen Jahr wurden pro Kopf im Schnitt 47,8 Kilo Kuhmilch verbraucht – also knapp 46 Packungen Milch. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Statistik 1991.

Ein Problem für Molkereien? Nein, sagt der Geschäftsführer der Kohrener Landmolkerei in Penig in Sachsen, Ralf Brodnick: "Das sind erstmal sehr langwierige Entwicklungen über 50 Jahre, wo sich das Milchkonsumverhalten verändert und auch angepasst hat. Für uns trifft das nicht zu: Wir haben eine sehr positive, stabile Absatzsituation – fokussiert auf einzelne wichtige Spezialitätenartikel, die dem allgemeinen Trend gut entgegenwirken."

Auch Steffen Dünger bleibt entspannt. Er ist Geschäftsführer der Vogtlandmilch Molkerei in Plauen und sagt: Die Milch, die in Deutschland produziert wird, werde nur zu etwa 30 bis 40 Prozent auch in Deutschland verbraucht. Der Rest wird exportiert – als Milchpulver oder Käse – und macht fürs Geschäft den viel größeren Teil aus.

Ungezuckerte pflanzliche Milch als gesunde Alternative

Trotzdem sieht Steffen Dünger den Hype um Hafer- oder Sojadrinks kritisch: "Die Jugend, die auch glaubt, aufgeklärt zu sein und sich mehr diesen neuen Produkten zuwendet, weil es einfach in ist. Vor fünf Jahren war es in, eine laktosefreie Milch zu trinken. Egal, ob ich eine Laktoseintoleranz hatte oder nicht. Jetzt ist es halt in, ein Hafergetränk oder ein Sojagetränk zu sich zu nehmen."

Als Grund dafür nennen viele den Klimaschutz und die Gesundheit. Denn Kuhmilch löst bei einigen Menschen Bauchschmerzen und Durchfall aus. Mehr als 250 Milliliter am Tag sollten es auch nicht sein, sagt Kristin Gutsmuths vom Ernährungsteam der Uniklinik Leipzig: "Wenn man zu viel Milch zu sich nehme, seinen das auch sehr viele Kalorien: "Je nachdem, welche Milchsorte Sie wählen, ist es so, dass es kein Getränk ist, sondern wir Kalorien, Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate zu uns nehmen und auch Begleitstoffe mit drin sind."

Soja- oder Haferdrinks sind für Kristin Gutsmuths deshalb eine gute Alternative – solange sie ungezuckert sind. Wer dazu aufs Klima achten will, sollte schauen, wo der Hafer angebaut wurde.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. Mai 2022 | 06:52 Uhr

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