MDRfragt - Das Meinungsbarometer für Mitteldeutschland MDRfragt: Hoffnung auf baldiges Corona-Ende auf Tiefstand

Die Ausbreitung von Omikron und Rekord-Inzidenzen bei unseren Nachbarn: Im Moment glaubt kaum noch jemand daran, dass Corona schon bald überstanden ist. Dabei war die Hoffnung im Sommer noch groß. Und mit der jetzigen Situation verschlechtert sich auch die Stimmung der Menschen. Das sind einige Ergebnisse der aktuellen Befragung von MDRfragt, an der sich mehr als 26.000 Menschen aus Mitteldeutschland beteiligt haben.

Nur rund jeder Fünfte MDRfragt-Teilnehmende geht derzeit davon aus, dass die Corona-Krise bald überstanden ist. 79 Prozent sind pessmistisch - der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Dabei war noch im Sommer, als die Impfkampagne an Fahrt aufnahm, die Mehrheit zuversichtlich, dass Corona bald bezwungen ist. Doch die sich ausbreitenden Virusvarianten und die stagnierende Erst-Impf-Quote haben diese Hoffnung nun offenbar zunichte gemacht.

Baldiges Ende der Coronakrise - Verlaufsgrafik
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Mehrheit hätte vorab nicht gedacht, dass Corona auch Ende 2021 noch aktuell ist

Es ist nun ein Jahr her, dass es mit den ersten Impfungen losging. Damals galten Biontech, Moderna und Co als vielversprechender Weg aus der Krise. Zwar war klar, dass es dauern würde, bis ausreichend Impfstoff für alle vorhanden ist. Doch sobald dies der Fall ist - so die Hoffnung Vieler - seien Einschränkungen und Lockdowns nicht mehr nötig.

Dass es anders kommt - damit hätten die wenigsten gerechnet. 55 Prozent der MDRfragt-Teilnehmenden gaben an, dass sie zu Jahresbeginn nicht geglaubt hätten, dass uns Corona auch Ende 2021 noch so fest im Griff hat. 45 Prozent sagen hingegen, dass ihnen klar war, dass die Pandemie in diesem Jahr noch nicht überstanden sein würde.

Coronakrise weiter aktuell
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Stimmung verschlechtert sich

Aktuell verschlechtert sich auch die Stimmung der Menschen wieder. So sagt mehr als jeder Vierte (26 %) von sich, dass es ihm derzeit schlecht gehe. Dies dürfte zum einen an den dunklen Wintermonaten liegen - zum anderen aber auch an den aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise. Ein ähnliches Bild zeigte sich bereits vergangenes Jahr, als die Stimmung nach einem relativ entspannten Corona-Sommer 2020 im Herbst und Winter deutlich sank - und dann erst mit der steigenden Impfquote in diesem Sommer wieder sprunghaft nach oben schnellte.

Stimmung in Coronakrise - Verlaufsgrafik
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Mehr als jeder Zweite blickt optimistisch ins neue Jahr

Doch trotz der derzeit schlechten Stimmung war 2021 für knapp zwei Drittel der MDRfragt-Teilnehmenden (63 %) ein gutes Jahr. 86 Prozent gaben zudem an, dass sie trotz Corona ein schönes Weihnachtsfest hatten. Und auch der Blick ins kommende Jahr fällt bei den meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern positiv aus: 57 Prozent sind optimistisch gestimmt - allerdings waren es Ende 2020 noch mehr als zwei Drittel, die optimistisch ins neue Jahr blickten.

Blick auf 2022
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Großer Zuspruch für Silvesterauflagen

Dass der Start ins neue Jahr wegen Corona erneut mit Einschränkungen erfolgen muss, dafür haben die meisten MDRfragt-Teilnehmenden Verständnis. Knapp zwei Drittel (64 %) befürworten die Kontaktbeschränkungen zu Silvester. Und auch die generelle Bereitschaft, sich an Regeln zu halten, ist bei mehr als 60 Prozent der MDRfragt-Teilnehmenden hoch.

Kontaktbeschränkungen
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Mehr als jeder Dritte musste Silvesterpläne ändern

Aufgrund der geltenden Corona-Regeln und dem Pandemiegeschehen hat mehr als jeder Dritte (38 %) seine Silvesterpläne geändert - die meisten von ihnen (48 %) feiern nun mit weniger Personen als geplant. Zudem fallen für Viele der Kauf von Feuerwerk (35 %) oder der Besuch im Hotel bzw. der Gaststätte aus (30 %).

Silvester anders
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Viele MDRfragt-Teilnehmer haben uns auch Näheres dazu geschrieben, was sie dieses Silvester besonders vermissen werden:

Am meisten vermisse ich das sorglose Feiern. Auch wenn es Vernünftig ist, sich zurückzuhalten, es macht mit der Zeit krank.

70-jährige Teilnehmerin aus dem Vogtlandkreis

Bleigießen und feiern in Familie, Kinderaugen bei Feuerwerk und Wunderkerzen

59-ährige Teilnehmerin Ilm-Kreis

Urlaubsreise an die Ostsee

24-jähriger Teilnehmer aus Mittelsachsen

Manche vermissen aber auch nichts:

Ganz im Gegenteil, mit der Frau alleine finde ich es immer schon am schönsten.

59-jähriger Teilnehmer aus Saalfeld-Rudolstadt

Wir feiern eh immer sehr ruhig, also werde ich nichts großartig vermissen.

57-jährige Teilnehmerin aus Greiz

Zwei Drittel begrüßen Böllerverbot

Dass dieses Silvester Böller und Feuerwerk verboten sind - dafür haben die meisten MDRfragt-Teilnehmden Verständnis. 27 Prozent halten das Verbot zumindest in diesem Jahr aufgrund der Coronasituation für richtig, weitere 36 Prozent sprechen sich sogar für ein generelles und dauerhaftes Böllerverbot aus. Jeder Dritte hält das aktuelle Verbot für falsch - genauso viele sagen auch, dass Silvesterfeuerwerk für sie eine wichtige Tradition ist. Für den Rest ist die Knallerei zum Jahreswechsel unwichtig.

Böllerverbot
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Über diese Befragung Die Befragung vom 25.12.-28.12.2021 stand unter der Überschrift:

Das zweite Corona-Jahr geht zu Ende - Ausnahmezustand oder Alltag?

Insgesamt sind bei MDRfragt 49.458 Menschen aus Mitteldeutschland angemeldet (Stand 28.12.2021, 10 Uhr).

26.134 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben online an dieser Befragung teilgenommen.

Verteilung nach Altersgruppen:
16 bis 29 Jahre: 413 Teilnehmende
30 bis 49 Jahre: 4.569 Teilnehmende
50 bis 64 Jahre: 11.130 Teilnehmende
65+: 10.022 Teilnehmende

Verteilung nach Bundesländern:
Sachsen: 13.576 Teilnehmende
Sachsen-Anhalt: 6.217 Teilnehmende
Thüringen: 6.341Teilnehmende

Verteilung nach Geschlecht:
Männlich: 52 Prozent
Weiblich: 48 Prozent
Divers: 0,2 Prozent

Die Ergebnisse der Befragung sind nicht repräsentativ. Wir haben sie allerdings in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat nach den statistischen Merkmalen Bildung, Geschlecht und Alter gewichtet. Das heißt, dass wir die Daten der an der Befragung beteiligten MDRfragt-Mitglieder mit den Daten der mitteldeutschen Bevölkerung abgeglichen haben.

Aufgrund von Rundungen kann es vorkommen, dass die Prozentwerte bei einzelnen Fragen zusammengerechnet nicht exakt 100 ergeben.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 30. Dezember 2021 | 21:45 Uhr