Polizeiliche Kriminalitätsstatistik Zahl der Straftaten deutlich gestiegen

Die Zahl der Straftaten hat 2022 stark zugenommen. Ein Beispiel dafür sind erneut Delikte im Zusammenhang mit Missbrauchsdarstellungen von Kindern. Die Innenminister wollen nun noch stärker dagegen vorgehen.

Ein Bundespolizist kontrolliert im Bahnhof Gesundbrunnen einen Mann.
Die Bundespolizei im Einsatz. Bildrechte: dpa

Die Polizeibehörden von Bund und Ländern haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Straftaten registriert als in den Jahren zuvor. Das geht aus der polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) hervor, die in Berlin vorgestellt wurde. Demnach stieg die Zahl der Straftaten im Vergleich zu 2021 um 11,5 Prozent auf bundesweit mehr als 5,6 Millionen.

Besonders stark war der Anstieg bei den Delikten Taschendiebstahl, Ladendiebstahl, Wohnungseinbrüchen, Wirtschaftskriminalität und Raubdelikten. Auch bei der Gewaltkriminalität gab es eine Zunahme. Rückläufig waren dagegen die Fallzahlen im Bereich der Cyberkriminalität.

Der deutliche Anstieg wird auf die Aufhebung von Corona-Maßnahmen zurückgeführt. Allerdings liegt die Zahl der Gesamtfälle auch um 3,5 Prozent über dem Niveau im letzten Vor-Corona-Jahr 2019.

Erneuter Anstieg bei Missbrauchsdarstellungen

Bundesinnenministerin Nancy Faeser legt den Fokus insbesondere auf das Thema sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Die SPD-Politikerin sagte. es sei "entsetzlich", dass sich solche Taten "tagtäglich" ereigneten. Der Schutz der Opfer und der Kampf gegen die Täternetzwerke habe "höchste Priorität".

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD)
Bundesinnenministerin Nancy Faeser Bildrechte: dpa

Laut PKS registrierten die Behörden im vergangenen Jahr erneut einen Anstieg bei Herstellung, Besitz und Verbreitung von Gewaltdarstellungen von Kindern und Jugendlichen. Demnach gab es im vergangenen Jahr über 54.000 Fälle in diesem Bereich, ein Plus von fast acht Prozent.

Seit Beginn der Zusammenarbeit deutscher Behörden mit der US-Organisation NCMEC, die Verdachtsfälle von sogeannter Kinderpornografie mit den entsprechenden Daten weitergibt, steigt die Zahl der registrierten Fälle in Deutschland sprunghaft an. 2019 meldete die Polizei 12.262 Fälle von Besitz, Herstellung oder Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen an Kindern. Das war damals ein Plus von 65 Prozent. 2020 wurden fast 19.000 Fälle registriert. 2021 gab es dann mehr als eine Verdoppelung auf rund 39.000 Fälle.

Kinderpornografie - ein problematischer Begriff Kinderpornografie ist ein verharmlosender und ungenauer, weithin aber gebräuchlicher Begriff für Missbrauchsdarstellungen von Kindern auf Fotos, in Filmen und Texten. Der Begriff kann darüber hinwegtäuschen, dass jede derartige Darstellung eine schwere Straftat ist. Im Strafrecht wird der Begriff aber weiterhin zur Definition von Missbrauchsdarstellungen verwendet. Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

Großes Dunkelfeld, viele jugendliche Tatverdächtige

Die Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Berlins Senatorin Iris Spranger, sagte, die Meldungen des NCMEC hätten vor Augen geführt, wie groß das Dunkelfeld sei. Nach Angaben der SPD-Politikerin soll das Thema bei der Frühjahrstagung der Innenministerinnen und -minister auf der Tagesordnung stehen.

Spranger verwies auch darauf, dass auffällig viele Kinder und Jugendliche selbst entsprechende Gewalt- und Missbrauchsdarstellungen online teilten – offenbar ohne sich der Strafbarkeit bewusst zu sein. Der Anteil der Tatverdächtigen unter 18 Jahren liegt demnach bei rund 41 Prozent.

epd/KNA/dpa (ala)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 30. März 2023 | 19:00 Uhr

13 Kommentare

Denkschnecke vor 9 Wochen

Das ist keine Rosinenpickerei. Wenn Sie die von Tommi9 genannte "ungefilterte Quelle" nachlesen, sagt auch die sächsische Polizei wörtlich, dass die politische Kriminalität von rechts "mit einem Anteil von ca. 30 Prozent an allen politisch motivierten Straftaten, nach wie vor einen Schwerpunkt" bildet. Und auch, dass die von Zuwanderern verübten Straftaten abgenommen haben.

Lyn vor 9 Wochen

@MDR, so kann man das im Interesse von Ampel und Frau Faeser auch machen.
Eine Kommentarspalte öffnen und dann praktisch nichts ausser Belehrungen freigeben von jemandem, der derart überheblich und selbstgerecht ist, dass er wohl doch zu Ihren MA gehört, denn ausser plumper Volkserziehung kommt aus der Richtung nichts.
Ich bin im Augenblick überaus enttäuscht von Ihnen.

faultier vor 9 Wochen

Was wollen sie denn es reicht doch aus wenn der MDR (Sachsen) über die zunahme von rechten Straftaten berichtet , Ausländerkriminalität vielleicht noch im Zusammenhang mit Migration ,ich bitte sie, völlig zu vernachlässigen Frau Faeser hatt da eine klare linie und die spiegelt sich auch in der Berichterstattung wieder.

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