Zecke auf einem Arm
Nach Zeckenbissen kann man unter anderem an Borreliose erkranken. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Zecken-Saison Rund 420 Borreliose-Fälle in Mitteldeutschland dieses Jahr

02. Juni 2023, 15:21 Uhr

Bei einem Zeckenbiss können verschiedene Krankheiten übertragen werden, darunter Borreliose. In Mitteldeutschland hat das RKI in diesem Jahr bisher um die 420 Fälle gezählt. Sachsen verzeichnet aktuell die meisten Infektionen, Thüringen die wenigsten. Eine Borreliose-Infektion kann zum Beispiel Hirnhautentzündungen auslösen.

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hat das Robert Koch-Institut (RKI) in Mitteldeutschland rund 420 Borreliose-Fälle registriert.

Sachsen: Mehr als 200 Borreliose-Fälle

In Sachsen haben sich im mitteldeutschen Vergleich bisher mit 228 Fällen die meisten Menschen mit Borreliose infiziert. Der Großteil der Ansteckungen erfolgte dem RKI zufolge in den Landkreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (43), Mittelsachsen (34) und im Erzgebirgskreis (32). Im vergangenen Jahr gab es demnach insgesamt 1.709 erfasste Borreliose-Fälle.

Stichwort: Borreliose

Borreliose wird durch bestimmte Bakterien ausgelöst, die von Zecken übertragen werden können. Je nach Region trägt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge bis zu ein Drittel der Zecken in Deutschland die Erreger in sich. Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer das Ansteckungsrisiko. Einen Impfstoff gibt es noch nicht.

Borreliose-Infektion

Ein typisches Indiz für eine Infektion ist die sogenannte Wanderröte - eine ringförmige Hautrötung, die unter Umständen mehrere Wochen nach dem Stich auftritt. Wenn sich die Bakterien ungehindert im Körper ausbreiten, drohen schwerwiegende Folgen wie Hirnhautentzündung, Gelenkentzündungen oder Herzprobleme. Unbehandelt kann es auch noch Jahre später zu Folgeerkrankungen kommen.

Wanderröte auf einem Arm
Die sogenannte Wanderröte ist ein Symptom der Borreliose. Bildrechte: imago/Panthermedia

Stichwort: FSME

FSME steht für "Frühsommer-Meningoenzephalitis". Eine Infektion kann unter anderem Gehirn- und Rückenmarkentzündungen auslösen. FSME verläuft bei Kindern meist leichter als bei Jugendlichen und Erwachsenen. Trotzdem könne auch Kinder einen schweren Verlauf erleben.

Sachsen-Anhalt: Rund 160 Borreliose-Infektionen

Sachsen-Anhalt zählt aktuell 163 Borreliose-Infektionen nach Zeckenstichen. Die meisten hat es laut RKI im Landkreis Börde (53) und im Salzlandkreis (38) gegeben. 2022 seien insgesamt 688 Borreliose-Fälle registriert worden.

Thüringen: Knapp 30 Borreliose-Ansteckungen

In Thüringen wurden bislang 31 Ansteckungen mit Borreliose erfasst. Die meisten Infektionen gab es nach Zahlen des RKI in den Landkreisen Saale-Orla (4), Ilm, Nordhausen, Saale-Holzland, Saalfeld-Rudolstadt und Sonneberg (jeweils 3). Im letzten Jahr wurden in Thüringen demnach insgesamt 203 Borreliose-Fälle gezählt.

FSME: Erster Fall in Sachsen-Anhalt erfasst

Eine andere Krankheit, die Zecken übertragen können, ist FSME. Allerdings tragen sie nur in bestimmten Regionen die Viren in sich. Nach Aussage des RKI sind das ungefähr 0,1 bis 5 Prozent der Tiere. Deutschlandweit gelten knapp 180 Kreise als Risikogebiet.

Der erste FSME-Fall des Jahres ist dem RKI zufolge in Halle erfasst worden. Im Gegensatz zu Borreliose gibt es gegen FSME eine Impfung.

Zecke auf einem Arm 5 min
Zecke auf der Haut: Die Spinnentiere können unter anderem Borrelien übertragen, wenn sie sich lange Zeit festbeißen. Bildrechte: imago images/CHROMORANGE

dpa(akq)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 02. Juni 2023 | 08:30 Uhr

2 Kommentare

Matthi am 02.06.2023

Es ist ein Trugschluss das man sich nur im Wald oder Ländlichen Raum Borreliose einfangen kann, auch in Städtischen Parks auf Wiesen kann man sich mittlerweile infizieren mir ist es Persönlich in Erfurt auf dem Petersberg Passiert wo ich vor 17 Jahren gearbeitet habe. Das Problem ist das geschätzt 40% keine Wanderröte haben und dadurch viel zu spät auf Borreliose getestet werden, was dazu führt das die Therapie und Heilung problematisch ist und es zu Spätfolgen kommt. Leider gibt es bei den Ärzten sehr unterschiedliche Meinungen das geht von Verleugnung von Spätfolgen bis zu der Meinung mit Antibiotika ist Borreliose Heilbar ohne Spätfolgen. Als betroffener der seit Ansteckung damit leben muss könnte ich ein Buch schreiben wie man auf Hilfe und Heilung hofft und entäuscht wird.

Reiner202 am 02.06.2023

Das schlimmste an der Borreliose ist, das es immer noch unfähige <Ärzte gibt die nicht in der Lage sind diese zu behandeln. Dieses Problem haben wir in der eigenen Familie . Erst ein Heilpraktiker hat es erkannt. Leider muss man alles selber bezahlen . Es hat ein halbes Jahr gedauert ,trotz Krankenhausaufendhalt. Das ist Gesundheit in Deutschland. Hauptsache alle zahlen die Kassenbeiträge. Das Kind kann heute noch nicht richtig laufen.

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