Energiepreise Gas wird für Mitgas-Kunden deutlich teurer

Die Preisentwicklungen auf dem Weltmarkt sowie die CO2-Steuer wirken sich auf die Gaspreise aus. Mitgas-Kunden müssen künftig deutlich mehr bezahlen. Dabei sind die Erhöhungen laut der Mitgas-GmbH jedoch noch nicht so groß wie die Preissteigerungen auf dem Weltmarkt.

ine Ein-Euro Münze steht aufrecht vor einer Gas-Flamme
Die Gaspreise steigen für Mitgas-Kunden. Bildrechte: dpa

Kunden der Mitgas - Mitteldeutsche Gasversorgung müssen im kommenden Jahr deutlich mehr für Gas bezahlen. Ein Durchschnittshaushalt im Netzgebiet der Mitnetz Gas mit einem Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden zahlt künftig für Erdgas zum Heizen rund 225 Euro mehr pro Jahr, sagte Mitgas-Geschäftsführer Andreas Auerbach am Mittwoch. Das entspricht einem Anstieg von 16 Prozent. Betroffen von der Preiserhöhung seien rund 75.000 Privat- und Gewerbekunden in Teilen von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

Preise am Energiemarkt enorm gestiegen

Wir sind uns bewusst, dass das eine nicht unerhebliche Größenordnung ist.

Andreas Auerbach Mitgas-Geschäftsführer

Die Entwicklung an den Weltmärkten habe zu enormen Preissteigerungen geführt, welche weit größer seien, als die Erhöhungen. Laut Auerbach habe das Unternehmen sein Gas für die Lieferungen 2022 bereits am November 2019 in verschiedenen Tranchen eingekauft. "Unsere Beschaffungsstrategie erlaubt es uns, die Preissteigerungen vom Weltmarkt nicht komplett durchgeben zu müssen." Gleichzeitig schlage sich die CO2-Steuer auf die neuen Preise wieder. "Laut aktueller Gesetzeslage wird die CO2-Steuer bis 2025 kontinuierlich ansteigen."

Kunden mit "Kochgas" zahlen 12 statt 16 Prozent mehr

Etwas besser kommen Kunden weg, die Erdgas lediglich zum Kochen beziehen. Sie bezahlen 12 Prozent mehr. Das bedeutet laut Auerbach für einen Verbrauch von 3.000 Kilowattstunden ein Plus von 38 Euro. Gewerbebetriebe, die durchschnittlich 60.000 Kilowattstunden beziehen, müssen 17 Prozent mehr bezahlen, was einen Aufschlag von rund 750 Euro im Jahr ausmacht.

Vier Euro mehr für Strom von Privatkunden

Auch für Strom müssen Kunden der Muttergesellschaft Envia Mitteldeutsche Energie AG künftig mehr bezahlen. Ein Privatkunde mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 2.000 Kilowattstunden zahlt dann im Jahr vier Euro mehr. Gewerbliche Kunden mit einem Durchschnittsverbrauch von 6.000 Kilowattstunden bezahlen elf Euro weniger. Von der Preisanpassung für Strom sind rund 770.000 Privat- und Gewerbekunden von EnviaM im Netzgebiet der Mitnetz Strom betroffen. Das Netzgebiet erstreckt sich ebenfalls über Teile der Bundesländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Eine Gasflamme
Wer nur auf "Kochgas" angewiesen ist, zahlt wegen des niedrigeren Verbrauchs zwölf statt 16 Prozent höhere Gaspreise. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Gestiegener Energiehunger" auf der ganzen Welt

Doch warum sind die Energiepreise auf dem Weltmarkt so gestiegen? "Es ist ein Zusammenspiel vieler Faktoren", erklärte Auerbach. Einerseits führe ein "gestiegener Energiehunger" weltweit - vor allem aus China - zu einer Verknappung der Energieressourcen. Zudem gingen im kommenden Jahr drei weitere Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz, das Windjahr 2021sei schlecht gewesen und die Unsicherheiten um die Pipelines und die Gaslieferungen hielten an.

Es spielt natürlich eine Rolle, dass wir nicht komplett das Erdgas aus Russland bekommen, was technisch möglich wäre. Die Verträge werden erfüllt, aber technisch wäre ein höheres Gasvolumen denkbar.

Andreas Auerbach Mitgas-Geschäftsführer

Hauptursache liege aber in den Preiserhöhungen auf den Weltmärkten, die Pipeline-Frage sei sozusagen nur der "allerletzte Kick".

Können die Preise gehalten werden?

Mitgas-Geschäftsführer Auerbach geht davon aus, dass die jetzt angekündigten Preise für das nächste Jahr komplett gehalten werden können. "Die Beschaffungskosten werden weiter steigen, das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange", sagte Auerbach. "Doch wir haben eine ordentliche Gasmenge für alle in petto, damit können wir die Preise halten."

Insolvenzen kleiner Energieversorger

Es gebe allerdings eine Unsicherheit. Bereits jetzt hätten einige kleinere Energieversorger wie "Lition Energie GmbH" oder die "Smiling Green Energy GmbH" Insolvenz angemeldet. Betreffe diese Entwicklung in Zukunft weitere Anbieter, deren Kunden dann zu Mitgas wechseln, könnte es schwieriger werden.

Wenn wir im großen Stil 100.000 Kunden zusätzlich beliefern müssten, weil wir in die Rolle des Ersatzversorgers fallen, müssten wir nachbeschaffen. Dann kämen wir in die Situation, dass wir die Preise neu kalkulieren müssen.

Andreas Auerbach Mitgas-Geschäftsführer

Solange die Insolvenzen jedoch nur einige kleine Anbieter betreffen, seien die Preise sicher. Derzeit lagerten etwa 1,2 Terrawattstunden Gas in Speichern. Das entspreche etwa 65 Prozent der kalkulierten Mengen.

Ausfall großer Anbieter hält Auerbach nicht für realistisch

Mögliche Insolvenzen großer Anbieter hält Auerbach für weniger realistisch. "Ich gehe davon aus, dass wir nicht damit rechnen müssen, dass einer der großen Player ausfällt", meinte der Mitgas-Geschäftsführer. Aber: "Das der eine oder andere kleine Versorger Probleme bekommen könnte, schließe ich nicht aus.“

Quelle: MDR/dpa/kt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten aus dem Studio Chemnitz | 03. November 2021 | 13:30 Uhr

Mehr aus Deutschland