MDR-Umfrage zum Reiseverhalten Hohe Preise: Viele Mitteldeutsche wollen mehr Ausflüge statt Urlaub machen

Seit Monaten steigen die Preise. Viele Haushalte sehen sich zu Einschnitten gezwungen. Das betrifft auch die Urlaubsplanung. Laut einer MDR-Umfrage spielen die Kosten dabei in diesem Jahr eine große Rolle. Ein Drittel der Befragten will seine Reisepläne deswegen ändern und dafür mehr Ausflüge unternehmen.

Spaziergänger und Radfahrer in einem Wald.
Hohe Preise wirken sich auf die Reiseplanung vieler in Mitteldeutschland aus: Das zeigt eine Umfrage von MDRfragt. (Symbolbild) Bildrechte: imago/CHROMORANGE

Die in nahezu allen Branchen steigenden Preise spielen eine gewichtige Rolle bei der Urlaubsplanung vieler Menschen in Mitteldeutschland. Das hat eine nicht-repräsentative Umfrage von MDRfragt, dem Meinungsbarometer für Mitteldeutschland, ergeben, an der rund 30.000 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen teilgenommen haben.

Dabei gaben 67 Prozent der Teilnehmenden an, dass angesichts der aktuellen Preissteigerungen Geld ein wichtiges Thema bei der Reiseplanung sei. Vor allem diejenigen, die minderjährige Kinder haben, müssen in diesem Jahr stärker aufs Geld schauen.

Mehrheit ändert nichts an Reiseplänen

Wegen der aktuellen Preissteigerungen hat ein Drittel der Befragten seine Urlaubspläne geändert. Die Mehrheit der Teilnehmer gab jedoch an, dass sich voraussichtlich nichts an den bisherigen Reiseplänen ändert. Ein Viertel will in diesem Jahr aber spontaner buchen als normalerweise.

Bei einem Großteil derjenigen, die ihre Reispläne ändern, fällt der Urlaub in diesem Jahr kleiner aus (55 Prozent). Rund ein Drittel lässt ihn komplett ausfallen.  

Ausflüge statt Urlaub

50 Prozent der Befragten möchte statt in den Urlaub zu fahren mehr Ausflüge unternehmen. Besonders beliebt sind Tagesausflüge in der Region: Ein Viertel plant sie in diesem Jahr in der Urlaubszeit ein. Die Ausflüge sind vor allem bei denjenigen beliebt, die in diesem Jahr den Urlaub kleiner ausfallen lassen wollen: Hier haben 57 Prozent angegeben, Ausflüge machen zu wollen.

Die Ergebnisse der Befragung sind nicht repräsentativ. Die Daten (Geschlecht, Alter, etc.) der #MDRfragt-Mitglieder sind aber mit denen der mitteldeutschen Bevölkerung abgeglichen worden.

Über die MDR-Umfrage

Die Befragung vom 6. bis 9. Mai 2022 stand unter der Überschrift: Waffenlieferungen und Öl-Embargo: Geht Deutschland zu weit oder nicht weit genug? Darin wurden auch Fragen zum Urlaubsverhalten der MDRfragt-Community gestellt.

Insgesamt sind bei MDRfragt 61.360 Menschen aus Mitteldeutschland angemeldet (Stand 09.05.2022, 11.30 Uhr). 29.197 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben online an dieser Befragung teilgenommen.

Verteilung nach Altersgruppen:
16 bis 29 Jahre: 359 Teilnehmende
30 bis 49 Jahre: 4.406 Teilnehmende
50 bis 64 Jahre: 12.234 Teilnehmende
65+: 12.198 Teilnehmende

Verteilung nach Bundesländern:
Sachsen: 15.231 (52 Prozent)
Sachsen-Anhalt: 7.074 (24 Prozent)
Thüringen: 6.892 (24 Prozent)

Verteilung nach Geschlecht:
Weiblich: 12.590 (43 Prozent)
Männlich: 16.540 (57 Prozent)
Divers: 67 (0,2 Prozent)

Die Ergebnisse der Befragung sind nicht repräsentativ. Wir haben sie allerdings in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat nach den statistischen Merkmalen Bildung, Geschlecht und Alter gewichtet. Das heißt, dass wir die Daten der an der Befragung beteiligten MDRfragt-Mitglieder mit den Daten der mitteldeutschen Bevölkerung abgeglichen haben.

Aufgrund von Rundungen kann es vorkommen, dass die Prozentwerte bei einzelnen Fragen zusammengerechnet nicht exakt 100 ergeben.

#hinREISEND: Neues Reise-Format mit Reisetipps für die Region

Wandern auf den Brocken zum Sonnenaufgang, der Aufstieg in die Kuppel der Frauenkirche in Dresden, Kanu-Spaß auf der Saale bei Jena, aber auch geheime und atemberaubende Reisetipps aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen: Darum geht es auf dem neuen MDR-YouTube-Kanal #hinREISEND. Wer erholsame, spaßige, naturnahe, eher unbekannte oder kulturelle Ziele in diesen Regionen sucht, ist hier genau richtig und bekommt kreative Ideen für eine Reise – vom Kurztrip bis zum längeren Urlaub.

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MDR (Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. Mai 2022 | 08:10 Uhr

14 Kommentare

Jan vor 6 Wochen

Hallo Reuter4774, ich habe nicht gesagt, dass alles billig ist. Ich habe nur dem widersprochen, dass alles weggenommen wird. Wenn ein Stück Fleisch nicht mehr 3 Euro sondern 6 Euro kostet, wird es einem nicht weggenommen. Gerade beim Fleisch sind die Preise viel zu niedrig gewesen, weil die Billigproduktion auf unsägliche Massentierhaltung und Dumpingpreise basierte. Wenn jetzt die Man nimmt den Leuten die Autos nicht weg. Der Sprit ist teurer geworden - aus verschiedenen Gründen - und wie ich finde zurecht auch durch die CO2 Steuer. Wer umweltunfreundliche Stoffe in die Luft ballert, soll auch dafür in Form von Geld gerade stehen. Es Warum muss es immer alles sofort und billig sein? Warum nicht auch mal weniger und den korrekten Preis bezahlen. Sie wollen doch ordentlich für ihre Arbeit bezahlt werden, oder?

Reuter4774 vor 6 Wochen

Jan
Das wird doch viele Menschen freuen, die nicht weiter bauen können oder mit nutzlosen Bauland dastehen weil sich alles so verteuert hat, das der ursprüngliche Kredit nicht ausreicht und mehr Kredit erst recht nicht drin ist. Dazu gehören sämtliche Energiekosten/ Betriebskosten... Da schlucken auch 2 Verdienen und müssen sich nach der Decke strecken. Vielleicht erstmal nachdenken was genau alles dran hängt ( es geht nicht ums Blattgoldsteak...) bevor man sich derart abgehoben äußert. Oder schließen sich Arroganz und Denken aus?

Reuter4774 vor 6 Wochen

Tourismus spielt jetzt weiterhin eine untergeordnete Rolle. Die Inflation wird so schnell nicht aufhören und die erste richtig teurere Betriebskosten- und Energieabrechnung kommt ja erst Ende22/ Anfang23. Im Grunde genommen kann die Branche gleich zu lassen.

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