#MDRklärt Diese Regeln gelten für Straßenmusiker in Dresden, Magdeburg und Erfurt

Sich eben mal auf die Straße stellen und losmusizieren: So einfach haben es Straßenmusiker nicht. Wenn sie keine Ausnahmegenehmigung beantragen wollen, müssen sie viele Regeln beachten. Und die unterscheiden sich von Stadt zu Stadt.

Ein Straßenmusiker
Wer auf der Straße musizieren will, muss sich an einige Regeln halten – die sind aber von Stadt zu Stadt verschieden. Bildrechte: IMAGO / Gottfried Czepluch

Wer in Sachsen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt auf der Straße Musik machen und sich den bürokratischen Aufwand einer Sondergenehmigung ersparen möchte, der muss trotz allem verschiedene Regeln beachten: Dauer der Musik, elektronische Verstärker oder einen Standortwechsel – das alles ist gesetzlich festgelegt.

Komplizierte Regeln für Straßenmusiker in Dresden

Allerdings gibt es keine länderübergreifende Regelung, tatsächlich müssen Musiker sogar je nach Stadt andere Regeln einhalten. Das reicht von einer einfach gehaltenen Regelung in Magdeburg, die lediglich die Dauer bis zu einem Ortswechsel vorschreibt und Verstärker verbietet, bis hin zu einer komplizierten Regelung in Dresden, die auf bestimmte Gebiete und monatsabhängige Standortwechsel verweist.

Die unterschiedlichen Regelungen für Magdeburg, Erfurt, Leipzig, Halle, Dresden und Jena kurz erklärt:

Dresden: Spielerlaubnis wird immer benötigt, nur in einem festgelegten Bereich, zwischen 9:30 Uhr und 22:00 Uhr, immer zur vollen oder halben Stunde, Apr. – Okt.: nur einmal am Tag am gleichen Platz, Nov. – März zweimal am Tag am gleichen Platz
Bildrechte: MDRklärt/pixabay
Dresden: Spielerlaubnis wird immer benötigt, nur in einem festgelegten Bereich, zwischen 9:30 Uhr und 22:00 Uhr, immer zur vollen oder halben Stunde, Apr. – Okt.: nur einmal am Tag am gleichen Platz, Nov. – März zweimal am Tag am gleichen Platz
Bildrechte: MDRklärt/pixabay
Erfurt: 20 Minuten (ohne Verstärker), danach mindestens 200 Meter weit weg, unhörbar zum letzten Standort
Bildrechte: MDRklärt/pixabay
Halle: 30 min, dann 50 Meter weiter, keinen Platz zweimal am Tag
Bildrechte: MDRklärt/pixabay
Leipzig: 30 Minuten (ohne Verstärker)
Bildrechte: MDRklärt/pixabay
Jena: maximal zwei Musikanten/Gruppen gleichzeitig im Innenstadtbereich, nur die erste halbe Stunde einer vollen Stunde, danach Ortswechsel, die Musik darf am alten Standort nicht zu hören sein, kein Verstärker
Bildrechte: MDRklärt/pixabay
Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 18. Oktober 2021 | 14:00 Uhr

Quelle: MDR/Max Schörm
Bildrechte: MDR/Max Schörm
Alle (6) Bilder anzeigen

Und wer meint, in den mitteldeutschen Städten sei es kompliziert: In Berlin unterscheiden sich die Regeln von Stadtteil zu Stadtteil. Ebenfalls in Berlin, aber auch in München, müssen Musiker zudem Geld bezahlen, um überhaupt spielen zu dürfen.

Streit wegen Straßenmusik in Stendal

In Stendal müssen Musiker ihren Standort nicht nach einer bestimmten Zeit wechseln. Das hat zuletzt für Unmut gesorgt, nun soll ein Straßenmusiker in Stendal ein Bußgeld wegen ruhestörenden Lärms zahlen. Das Bußgeld beträgt laut Stadtverwaltung 53,50 Euro. Mehrere Anwohner hätten sich regelmäßig über den Mann beschwert.

Quelle: MDR/Max Schörm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 18. Oktober 2021 | 14:00 Uhr

2 Kommentare

Hajoe vor 5 Wochen

Unser Land verwaltet sich zu Tode. Ich finde das langsam nicht mehr lustig. Bald werden vor den Kneipen Regeln erlassen, wer wie lange und wie oft eine rauchen darf, wieviele Zigaretten pro Stunde sind erlaubt etc. Bald werden Innenstädte wie Düsseldorf (Altstadt) Gruppen vorschreiben, wie lange sie stehen bleiben dürfen, ob sie stehen bleiben dürfen, ob sie eigene Getränke mitbringen dürfen, ob mit Alkohol oder mit Glasflaschen etc. "Liebesschlösser" an Brückengeländern sind wohl in einigen europäischen Städten schon streng verboten. In der Lokalzeitung gab es jetzt den Artikel über die Regelung zu Pyrotechnik bei Hochzeiten - genaustens geregelt ("Pyrotechnik bei Hochzeiten: Ist das ein gefährlicher neuer Trend in Lünen?")

Die Politik bedenkt aber nicht, daß ausufernde Regelungswut dazu führt, daß sich Bürger verschaukelt fühlen und aufgrund der Vielzahl an "logischen" Regeln diese einfach ignorieren. Nicht erwischt, kein Bußgeld, kein Problem. Hat sich bei Covid längst bewährt.

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 5 Wochen

Wer den öffentlich-rechtlichen Raum für seine privatwirtschaftlichen
Zwecke nutzt, der muss auch Abgaben an die Gemeinschaft leisten
und das Sondernutzungsrecht beachten, wie jeder Marktschreier
und wie jeder andere Straßenhändler auch !

...und für wirkliche Profis haben wir unsere Städtischen Bühnen und Kultur-
Orchester --- da muss heute wirklich keiner mehr "umsonst" auf der Strasse klimpern und den anderen das Brot wegnehmen, indem er seine Leistung
"gratis" verramscht...

Mehr aus Deutschland