#MDRklärt Wegen Corona freiwillig eine Klasse wiederholen: Das gilt in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Um den pandemiebedingten Lern-Rückstand auszugleichen, wollen manche Schülerinnen und Schüler freiwillig eine Klasse wiederholen. Doch das ist nicht so einfach. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben unterschiedliche Regeln, wann freiwilliges Wiederholen gestattet ist. Ein Überblick.

Eine Schülerin mit medizinischer Maske liest sich in einem Klassenzimmer die Abituraufgaben durch.
Nicht jeder, der die Klasse wiederholen will, kann das auch. Bildrechte: dpa

Ein Jahr länger in der Schule – nicht gerade erstrebenswert für Schülerinnen und Schüler. Es sei denn, man hat wegen der Corona-Pandemie viel Stoff versäumt und das zusätzliche Jahr wird nicht auf die Schulbesuchsdauer angerechnet.

Die Option, nach diesem von der Pandemie geprägten Schuljahr freiwillig eine Klasse zu wiederholen, bieten die meisten Bundesländer an. Für welche Schülergruppen genau, ist aber von Land zu Land genauso unterschiedlich. Ebenso variieren die Fristen, bis wann sich die Schülerinnen und Schüler entscheiden müssen, ob sie die Klasse wiederholen wollen.

#MDRklärt So können Schüler Klassen freiwillig wegen Corona wiederholen

Homeschooling, Distanzunterricht oder Online-Prüfungen: Für Schüler war das vergangene Schuljahr nicht einfach, viel Unterrichtsstoff ist liegengeblieben. Das gilt in den mitteldeutschen Bundesländern.

So können Schüler Klassen freiwillig wegen Corona wiederholen
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So können Schüler Klassen freiwillig wegen Corona wiederholen
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Alle Schüler von Abschlussklassen, allerdings nur in begründeten Einzelfällen. Der Antrag muss vor der letztenmündlichen Prüfung gestellt werden.
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Das Angebot gilt für alle Klassenstufen. Der Antrag muss bis zum Beginn des Schuljahres 2021/2022 eingereicht werden.
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Alle Schüler können wiederholen, außer sie haben im vergangenen Schuljahr freiwillig wiederholt oder verlassen die Schule mit einem Abgangszeugnis.  Die Schüler können ihren Antrag bis zu einer Woche nach Ausgabe der Sommerzeugnisse einreichen.
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Quelle: MDR/Max Schörm Bildrechte: MDR/Max Schörm
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Alle Schulklassen in Sachsen-Anhalt können wiederholen

Im Vergleich der mitteldeutschen Bundesländer ist die Lage für Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt am einfachsten. In der Änderung der 13. Corona-Eindämmungsverordnung wird mit Verweis auf die ständige Kultusministerkonferenz erklärt, dass "ein freiwilliges Zurücktreten, ein freiwilliges Wiederholen und ein Wiederholen, welches bis zum Beginn des Schuljahres 2021/2022 erfolgt, nicht angerechnet" werde.

Von dieser Änderung sollen laut Sachsen-Anhalt Bildungsminister Marco Tullner (CDU) alle Jahrgangsstufen profitieren.

Einschränkungen in Thüringen und Sachsen

Anders sieht die Situation in den beiden Freistaaten aus: In Sachsen gilt diese Regel nur für Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen – und dann auch nur in begründeten Einzelfällen.

In Thüringen wiederum dürfen alle Schülerinnen und Schüler wiederholen. Es sei denn, sie haben bereits im vergangenen Jahr die Klasse wiederholt:

Diejenigen, die vergangenes Jahr schon mal freiwillig wiederholt haben, dürfen das nicht nochmal. Sogenannte Kettenwiederholungen sind ausgeschlossen.

Helmut Holter (Linke), Minister für Bildung, Jugend und Sport Thüringen

Ebenfalls nicht freiwillig wiederholen dürfen Schülerinnen und Schüler, die dieses Jahr die Schule mit einem Abgangszeugnis verlassen werden.

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MDR/Max Schörm

1 Kommentar

Rychlik vor 6 Tagen

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