Kulturlandschaft 400 Millionen Euro für Schlösser und Gärten in Thüringen und Sachsen-Anhalt

Mehrere hundert Millionen Euro sollen in die Schlösser und Gärten in Sachsen-Anhalt und Thüringen investiert werden. Das sieht eine Vereinbarung des Bundes und beider Länder vor. Zusätzlich könnten kulturelle Projekte mit deutschlandweitem Interesse weiteres Geld bekommen. Zuvor war der Plan einer gemeinsamen Schlösserstiftung gescheitert.

Collage aus dem Jagschloss Letzlingen und der Orangerie Gotha
Die Gelder könnten beispielsweise dem Jagdschloss Letzlingen in Sachsen-Anhalt oder dem Herzoglichen Garten Gotha in Thüringen zugutekommen. Bildrechte: imago images/ari/Thomas Hoppe

Für den Erhalt von Schlössern und Gärten in Sachsen-Anhalt und Thüringen steht in den kommenden Jahren deutlich mehr Geld zur Verfügung. Die Kulturstaatsministerin des Bundes, Monika Grütters (CDU), und die Chefs der Staatskanzleien von Sachsen-Anhalt und Thüringen, Rainer Robra (CDU) und Benjamin-Immanuel Hoff (Die Linke), haben am Freitag in Berlin eine Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet.

Bis 2027 sollen laut Mitteilung der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt 400 Millionen Euro Investitionsmittel fließen. Der Bund gibt jeweils 100 Millionen Euro an beide Bundesländer. Thüringen und Sachsen-Anhalt stocken dann um den gleichen Betrag auf. Das Geld ist für den Erhalt und Ausbau historischer Liegenschaften der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt sowie der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gedacht.

Reiner Haseloff (CDU, l-r), Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt, Monika Grütters (CDU), Kulturstaatsministerin, Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), Staatskanzleichef Thüringen, und Bodo Ramelow (Linke), Ministerpräsident in Thüringen, nehmen im Bundesrat an einer Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Förderung der mitteldeutschen Schlösser und Gärten zwischen Bund und den Ländern Sachsen-Anhalt und Thüringen teil.
In Berlin wurde die Vereinbarung unterzeichnet. Bildrechte: dpa

Oben drauf nochmal 150 Millionen Euro

Hinzu kommen im gleichen Zeitraum nochmal Projektmittel in Höhe von bis zu insgesamt 150 Millionen Euro für Vorhaben, bei denen bundespolitisches Interesse besteht. Vor allem Projekte in den Bereichen Digitalisierung, Provenienzforschung, kulturelle Bildung sowie länderübergreifende touristische Ziele sollen gefördert werden, heißt es in der Mitteilung. Diese Gelder sollen der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, der Klassik Stiftung Weimar, dem Lindenau Museum Altenburg und der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha zugutekommen.

Kulturstaatsministerin Grütters hob die Bedeutung der Bau- und Gartendenkmäler in Sachsen-Anhalt und Thüringen hervor: "Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung bedarf es eines großen Engagements, um diese wertvollen Kulturstätten zu erhalten und in die Zukunft zu führen." Durch die Rettung einzigartiger Zeugnisse einer mehr als 1.200-jährigen Kulturgeschichte stärke man gleichzeitig auch die Attraktivität strukturschwacher Regionen im ländlichen Raum.

Thüringen will weiteres Investitionsprogramm

Thüringens Kulturminister Hoff zeigte sich zufrieden, dass die Investitionen beschlossen wurden. "Was lange währt, wird gut. Thüringens kulturelles Erbe und die Zeugnisse unserer Residenzkultur sind von nationaler Bedeutung", sagte er. Denkmalschutz werde ernst genommen. Gleichzeitig sprach er sich bereits jetzt für ein Folge-Investitionsprogramm aus, über das mit dem Bund verhandelt werden solle.

Auch Sachsen-Anhalts Kulturminister Robra freute sich über den Abschluss. "Der erreichte Kompromiss ist nach jahrelangem Ringen ein herausragendes Ergebnis und eine einmalige Chance", so Robra. Sachsen-Anhalt könne nun seine Kulturschätze umfassender sanieren und kulturtouristisch ansprechend präsentieren. Außerdem könne mit dem Geld ein Investitionsstau außerhalb des Weltkulturerbes abgebaut werden.

Gemeinsame Schlösserstiftung gescheitert

Der Weg zum Sonderinvestitionsprogramm war lang. Schon 2018 war eine gemeinsame Schlösserstiftung von Sachsen-Anhalt und Thüringen geplant, in die das Bundesgeld fließen sollte. Während sich Sachsen-Anhalt bereit zeigte, gab es in Thüringen Widerstand. Es wurde unter anderem über Strukturfragen und Mitspracherechte diskutiert.

Quelle: MDR/dpa, Fabian Frenzel

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 25. Juni 2021 | 11:00 Uhr

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