Hörer machen Programm Was passiert mit den Batterien aus den Sammelboxen?

An Eingangsbereichen von Supermärkten finden sich oft kleine Kartons, in denen leere Haushaltsbatterien und nicht mehr funktionstüchtige Akkus gesammelt werden. MDR-AKTUELL-Nutzer Alexander Hoyer aus Leipzig fragt sich, was mit den Batterien passiert, nachdem man sie in der Sammelbox entsorgt hat.

Sammelbox für Batterien und Akkus
In solchen Boxen können Batterien und Akkus zum Recyclen abgegeben werden. Bildrechte: imago images/blickwinkel

Der Zufall hilft uns ein wenig an diesem Vormittag im Leipziger Norden. Während wir nämlich vor dem Supermarkt seiner Wahl unseren Hörer treffen, werden hinten an der Rampe Fässer auf einen Lkw geladen, randvoll gefüllt mit ausgedienten Haushaltbatterien und Akkus.

So alle zwei bis drei Monate rolle der Lkw vor, wann immer die vollen Fässer gegen leere ausgetauscht werden müssten, sagt Denise Dinkelmeyer von "ReBat", dem größten unter einer Handvoll von Batterierücknahmesystemen deutschlandweit: "Das geht jetzt in ein Zwischenlager. Von dort aus geht es in unsere Sortieranlage, in die Verwertungsanlage, da wird das geschreddert und heraus kommt Zink, Kobalt, Nickel und Graphit."

Eben erst hat ReBat die Jahresbilanz für 2021 vorgelegt: In bundesweit 60.000 Sammelstellen wurden gut 15.000 Tonnen Haushaltbatterien und Akkus eingesammelt. Das ist eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um gut die Hälfte – damit wurde die Quote, die den von den Herstellern finanzierten Sammelsystemen gesetzlich vorgegeben wird, deutlich überboten.

Der Deutschen Umwelthilfe in Berlin reicht das aber längst nicht aus: Bei Sammelquoten von 80 Prozent bei Papier, von 97 Prozent bei Plastik und Verpackungen sei die bei Haushaltsbatterien und -akkus fast schon peinlich niedrig, findet Barbara Metz, Geschäftsführerin bei der Umwelthilfe: "Die Sammelquote ist viel zu niedrig. Das geht darauf zurück, dass der Gesetzgeber in Deutschland bislang verlangt, dass 50 Prozent der Batterien wieder eingesammelt werden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die anderen 50 Prozent nicht dem Recycling zugeführt werden können."

Forderung: Sammelquote von 85 Prozent

EU-weit gehen jedes Jahr schätzungsweise 200.000 Tonnen Haushaltsbatterien und -akkus über den Ladentisch – nicht nur einzeln, sondern auch eingebaut in diversen elektrischen Geräten. Die Tendenz ist stark steigend. Was nicht eingesammelt werde, das lande dann zumeist im Hausmüll, klagt die Geschäftsführerin der Umwelthilfe: "Deswegen wollen wir, dass der Gesetzgeber die Sammelquote deutlich nach oben setzt, und zwar auf 85 Prozent."

Gegen höhere Sammelquoten hätte man ganz sicher auch beim Umweltbundesamt in Dessau nichts einzuwenden. Derzeit liefen die Gespräche innerhalb der EU. Angestrebt werde eine Quote von 65 Prozent. Björn Bischoff, zuständiger Abteilungsleiter im Umweltbundesamt meint: "Es kann man mehr gesammelt werden, als es im Moment der Fall ist. Aber 50 Prozent erreichte Sammelquote heißt auf keinen Fall, dass die anderen 50 Prozent im Hausmüll oder in der Natur landen."

An der Stelle wird es ein wenig kompliziert: Die 50 Prozent beziehen sich nämlich nur auf Batterien und Akkus, die in den letzten drei Jahren verkauft und in diesen drei Jahren auch wieder eingesammelt worden sind. Aber: Gerade wieder aufladbare Batterien halten deutlich länger und – Hand aufs Herz – bei wem liegen nicht noch alte Handys, Schraubbohrer und Ähnliches samt Akku im Schrank oder im Keller?

Vollständiges Recycling der gesammelten Batterien

Eine nachvollziehbare Sammelquote wäre nicht schlecht, räumt auch Björn Bischoff vom Umweltbundesamt ein. Zumindest fürs Recyclen der eingesammelten Batterien und Akkus gebe es die. Was man aber sagen könne: "Die Batterien, die gesammelt werden, landen auch vollständig im Recycling. Die Quote der gesammelten Batterien, die im Recycling landen, die beträgt im Prinzip hundert Prozent."

Was unseren Hörer sicher ebenso freuen wird wie alle andern, die sich die Mühe machen und leere Batterien oder nicht mehr funktionierende Akkus statt im Hausmüll in den dazu vorgesehenen Pappkartons im Eingangsbereich von Super- und Baumärkten entsorgen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Juni 2022 | 06:00 Uhr

1 Kommentar

AlexLeipzig vor 6 Wochen

Stimmt, Baschtian. Für Batterien sollte es Pfand geben, dann würde so manche nicht im Müll oder schlimmer noch in der Umwelt landen. Wahrscheinlich bräuchten wir aber für alles Mögliche ein Pfandsystem... naja, oder mehr Interesse in der Bevölkerung. Daß so ein Sammelkarton in Flammen aufgegangen ist, scheint aber wohl noch nicht passiert zu sein? Ich benutze jedenfalls auch Akkus wo es geht, vor allem, um Batteriemüll zu vermeiden. Allerdings haben manche Geräte ein Problem mit den 1,2 Volt, es müsste mal Akkus mit 1,5 Volt analog zu Batterien geben.

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