Zwei verschmierte, rote Benzinkanister auf Gras und Steinen
Benzin kann man jahrelang lagern, Diesel dagegen nur wenige Monate. Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Kraftstoff Wie viel Benzin und Diesel kann man zu Hause bevorraten?

06. Juli 2022, 15:37 Uhr

Ende August läuft der Tankrabatt aus. Da könnte manch einer in die Versuchung kommen, sich einen Vorrat anzulegen und Benzin oder Diesel einfach zu Hause einzulagern. Aber ist das wirklich so eine gute Idee?

  • Benzin und Diesel darf man lagern, doch gelten unterschiedliche Regeln: ob im Privathaushalt, ob im Keller oder in der Garage.
  • Wird der Kraftstoff nicht in Kanistern gelagert, kann es gefährlich werden.
  • Benzin lässt sich deutlich länger bevorraten als Diesel.

Grundsätzlich ist es durchaus erlaubt, Benzin und Diesel in Privathaushalten zu lagern. Allerdings muss man bei der Lagerung der entzündlichen und explosiven Kraftstoffe einige Vorschriften einhalten, um niemanden zu gefährden.

Im Keller etwa dürfen maximal 20 Liter brennbare Flüssigkeiten gelagert werden. Die Grenze gilt für Benzin und Diesel zusammen und pro Haus – ganz egal wie viele Kellerabteile ein Mietshaus hat. In der Wohnung darf maximal ein Liter brennbare Flüssigkeit lagern. Es gibt aber auch Mietverträge, die das ganz verbieten.

Lagerung in Garagen regelt jedes Land anders

Die Lagerung in der Garage ist auf Landesebene geregelt, aber meist recht ähnlich, erklärt ADAC-Sprecherin Melanie Mikulla. So schreibe die sächsische Garagenverordnung vor, dass man in Kleingaragen bis zu 100 Quadratmetern nicht mehr als 200 Liter Diesel und nicht mehr als 20 Liter Benzin lagern darf: "Und das eben nur in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern."

Verboten ist dagegen die Lagerung von Benzin und Diesel unter anderem in Treppenhäusern, Durchfahrten, auf allgemein zugänglichen Fluren und im Dachgeschoss.

Diesel und Benzin immer in Kanistern lagern

Egal, wo der Kraftstoff aufbewahrt wird, besonders wichtig ist es, ihn in speziell dafür freigegebenen Kanistern zu lagern, die wirklich luftdicht verschlossen sind, betonen Fachleute.

Denn andernfalls könne es wegen der Brandgefahr richtig gefährlich werden, warnt ADAC-Sprecherin Mikulla: "Kraftstoff kann auslaufen. Das wäre dann natürlich wieder eine Gefahr für die Umwelt und es gibt ein gewisses Risiko für die Gesundheit, wenn die Behälter nicht dicht sind. Dann können giftige Gase und Dämpfe austreten und da riskiert man auf jeden Fall seine Gesundheit."

Wer dennoch nicht darauf verzichten will, langfristig einen Kanister Benzin in seiner Garage einzulagern, sollte sich einen Gefahrstoffschrank zulegen, empfiehlt Mikulla.

Mit Vorratslagerung kommt man nicht weit

Insgesamt sei es aber kaum sinnvoll, Sprit auf Vorrat kaufen zu wollen, bilanziert Mikulla, zumal man für eine Tankfüllung im Schnitt etwas 50 bis 70 Liter Kraftstoff benötige: "Wenn wir jetzt das Benzin uns anschauen mit 20 Litern, die ich bunkern darf, da komm ich nicht sehr weit tatsächlich." Aber immerhin ist das Benzin im luftdicht verschlossenen Kanister bis zu 20 Jahre lang haltbar. Diesel dagegen ist bei luftdichter Lagerung nur wenige Monate haltbar.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Juli 2022 | 06:29 Uhr

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