Bundeskriminalamt Cyberkriminalität erreicht neuen Höchststand

Die Zahl erfasster Cyberstraftaten hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Bundeskriminalamt mitteilte, wurden insgesamt fast 146.400 Delikte erfasst. Im Bereich der Internetkriminalität stieg die Zahl der Straftaten im Vergleich zu 2020 um mehr als zwölf Prozent. Die Aufklärungsquote ist gering.

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Logo des Bundeskriminalamts (BKA). Laut BKA hat die Zahl der Delikte im digitalen Raum 2021 einen neuen Höchststand erreicht. Bildrechte: dpa

Die Zahl erfasster Cyberstraftaten hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt wurden 146.363 Delikte erfasst, wie aus dem am Montag veröffentlichten Bundeslagebild Cybercrime des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Straftaten im Bereich der Internetkriminalität um mehr als zwölf Prozent.

Neue Tatgelegenheiten durch Digitalisierung

Diese Entwicklung ist laut BKA Ausdruck der fortschreitenden Verlagerung von Kriminalität in den digitalen Raum. Insbesondere die zunehmende Verzahnung internationaler Lieferketten sowie die weiter beschleunigte Digitalisierung – unter anderem durch die Coronapandemie – schafften dabei eine Vielzahl neuer Tatgelegenheiten.

Betroffen ist laut Lagebild fast jede Branche. Die Täter agierten dabei mit "zunehmender Professionalität und hochgradig arbeitsteilig". Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und dabei eingesetzte hybride Angriffsformen hätten das Potenzial, "als weiterer Katalysator für Cybercrime zu dienen".

Kaum Aufklärung, großes "Dunkelfeld"

Die Aufklärungsquote lag mit 29,3 Prozent weiterhin auf einem "niedrigen Niveau". Dafür sind den Ermittlern zufolge unter anderem die verstärkte Anonymisierung im Netz sowie die komplexe Ermittlung von im Ausland befindlichen Tätern verantwortlich. Der Bereich der Internetkriminalität sei zudem weiterhin von einem "überdurchschnittlich großen Dunkelfeld" geprägt, weil Straftaten sehr häufig nicht angezeigt würden.

"Das Bundeslagebild zeigt, dass die Bedrohungslage durch Cybercrime weiterhin sehr hoch ist", sagte BKA-Vizepräsidentin Martina Link bei der Vorstellung des Berichts. Neben den rein monetären Schäden beeinträchtigen Link zufolge sogenannte Ransomware- oder Schadsoftwareangriffe auf unter anderem Unternehmen, kritische Infrastrukturen und die öffentliche Verwaltung die Funktionsfähigkeit des Gemeinwesens.

AFP (jan)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Mai 2022 | 15:45 Uhr

3 Kommentare

hilflos vor 2 Wochen

Da haben sie Recht, denn die meisten Polizeidienststellen sind höchst überfordert, um mit der Internetkriminalitat Schritt halten zu können. Oft benötigt man noch Beschlüsse eine Amtsgerichtes, um Infos zu bekommen und zu sichern und meist sind die Fristen überschritten bevor ein "eingewiesen" Sachbearbeiter für Kriminalitätsbekämpfung sich damit befassen kann. Eine Chance hat man ggf wenn es zentrale Dienststellen gibt, die sich dem einen Täter widmen. Das Geld ist trotzdem meist weg

hilflos vor 2 Wochen

Ich weiß, dass vor ein paar Jahren Leute von windigen Betreibern von porno Seiten Post mit Zahlungsaufforderungen bekamen. Das ließ aber recht schnell nach, oder aber, dass man sich dort die Blockade des Rechners holte, deren Freischaltung mit einer Zahlungsaufforderung verbunden war

Steffen Kayser vor 2 Wochen

Meine Erfahrung aus Bekanntschaft und Verwandtschaft liegt darin, das der Betrug beim Kauf im Netz das Hauptsächliche Problem ist. Das dort die Aufklärung gering ist, liegt eigentlich darin, das die Bürokratie riesige Steine den Ermittlern in den Weg rollt. Zudem ist das Speichern von IP-Adressen, politisch gewollt, viel zu kurz. Bevor die Polizei Kenntnis hat, ist die Speicherfrist abgelaufen. Und es wird viel zu viel online angezeigt. Die Behörde ist nicht in der Lage kurzfristig die Onlineanzeigen zu erfassen so das sie schnell bearbeitet werden können.

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