Lebensretter Für diese Menschen gehört Blutspende zum Leben dazu

Immer wieder wird zu Blutspenden aufgerufen. Wir stellen drei Menschen aus Mitteldeutschland vor, für die die Blutspende zum Leben einfach dazugehört. Darunter ein Sachse mit bisher 750 abgegebenen Blutplasmaspenden.

Schild in Pfeilform mit der Aufschrift - Blutspende.
Was viele nicht wissen: Eine Blutspende kann bis zu drei Menschen das leben retten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachse gibt stolze 750 Plasmaspenden

Vor 40 Jahren hat Andreas Walther angefangen Blut zu spenden – nach einem Aufruf in der Zeitung. Seitdem ist er dabei geblieben. "Ich mache das, weil ich helfen will", sagt der fitte 69-Jährige. Als Maschinenschlosser im Drei-Schichtsystem ist er zu DDR-Zeiten morgens 7 Uhr vor der Arbeit zur Spende gegangen. Rund 120 Blutspenden und 750 Plasmaspenden sind bis heute zusammengekommen. Für das Jubiläum am 14. Oktober diesen Jahres gab es von Professor Reinhard Henschler, dem Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin des Uniklinikums Leipzig, einen Präsentkorb und einen Blumenstrauß.

Andreas Walther
Andreas Walther bei seiner 750. Blutplasmaspende. Bildrechte: Hauptsache Gesund

Nie hat er für seine Spenden Geld genommen. Dabei war er lange arbeitslos, hätte das Geld gut gebrauchen können. "Wenn ich was spende, will ich doch nix dafür haben", sagt Andreas Walther. Seit zwei Jahren spendet er allerdings nur noch Plasma: "Das ist besser für meinen Eisenwert. Der ist manchmal nicht so toll." Alle drei Wochen fährt er bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad an die Leipziger Uniklinik und sitzt immer zur gleichen Uhrzeit immer auf dem gleichen Stuhl. Auf 800 Plasmaspenden will er noch kommen, das wäre in rund drei Jahren soweit. "Und wenn ich mir was in den Kopf setze, dann schaffe ich das. Ich bin da ein sturer Kopf", lacht Andreas Walther.

Eine Nadel wird in eine Vene geführt. 3 min
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Hauptsache gesund Do 03.12.2020 21:00Uhr 03:13 min

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Sachsen-Anhalter wird nach Unfall selbst Spender

Manfred Geller aus Wernigerode stürzte 1980 an einem trüben Herbsttag mit dem Motorrad. Der damals 26-Jährige zog sich dabei einen offenen Sprunggelenksbruch zu. Der Bruch wurde operativ gerichtet. Doch Keime waren ins Bein gelangt und verursachten einen Gasbrand – eine lebensgefährliche Infektion war schließlich die Folge. Es entwickelte sich auch eine Blutvergiftung und das gesamte Bein musste amputiert werden. Die Wunde wollte nicht heilen. Fast zwei Jahre lag er im Krankenhaus, wurde immer wieder operiert und benötigte Bluttransfusionen. Zu dieser Zeit nahm sich Manfred Gellert vor, selbst Blut zu spenden.

Archivaufnahmen eines Krankenwagens 5 min
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Hauptsache gesund Do 19.11.2020 21:00Uhr 04:58 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Heute ist der 66-jährige Rentner mit zwei Gehstützen erstaunlich gut unterwegs. Seinen nach dem Unfall gefassten Entschluss, Blut zu spenden, hat Manfred Gellert konsequent umgesetzt, auch seine Frau macht mit. "Vielleicht braucht man als Mensch so einen Anstupser. Ich weiß nicht, ob ich Blut spenden gegangen wäre, wenn das nicht gewesen wäre. Es war schon ein bisschen Verpflichtung. Die Einsicht war da: 'Hätte ich das nicht gekriegt, dann wäre ich nicht mehr am Leben'", sagt er heute. Am 3. Dezember steht der nächste Termin an – das wird seine 160. Blutspende.

Manfred Gellert
Nachdem er nach einem Motorradunfall vor 30 Jahren lebensrettende Bluttransfusionen bekam, entschloss sich Manfred Gellert auch für andere Blut zu spenden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Thüringerin engagiert sich ehrenamtlich

Jahrelang hat auch die Erfurterin Mandy Grabe Vollblut und Plasma gespendet. Rund 50 Spenden sind zusammengekommen, auch wenn sie mit Ende 30 noch recht jung ist. Als bei einer Krebsvorsorgeuntersuchung die Ergebnisse nicht einwandfrei waren, musste sie sich einer Operation unterziehen, bei der auch Blutkonserven benötigt wurden. Danach durfte die Thüringerin kein Blut mehr spenden. Trotzdem wollte sie weiter helfen. Heute ist sie mit Leib und Seele ehrenamtliche Helferin bei den Blutspendeterminen des DRK. Sie findet es schade, dass der Altersdurchschnitt der Helfer so hoch ist. "Ich würde mir wünschen, dass es mehr junge Helfer und Spender gibt", sagt die dreifache Mutter.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | UMSCHAU | 01. Dezember 2020 | 20:15 Uhr

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