Von A wie Augsburg bis Z wie Zwickau Städte statt Vornamen: Buchstabiertafel wird überarbeitet

Von A wie Augsburg bis Z wie Zwickau: 26 Städte in Deutschland können sich über die mögliche Aufnahme ihres Namens ins Buchstabier-Alphabet der Verwaltung freuen. So auch acht ostdeutsche Städte und das Vogtland.

Buchstabiertafel
Bald könnten A wie Anton und L wie Ludwig der Vergangenheit angehören und durch Ortsnamen ersetzt werden. Bildrechte: dpa

26 deutsche Städte von Augsburg bis Zwickau können sich über die mögliche Aufnahme ihres Namens ins Buchstabier-Alphabet freuen. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) erarbeitet derzeit eine neue Fassung der sogenannten Buchstabiertafel für Wirtschaft und Verwaltung. Dabei sollen die bisherigen Vornamen durch Ortsnamen ersetzt werden.

Buchstabiertafel entspricht nicht mehr Lebensrealität

Bislang werden vor allem Vornamen (A wie Anton, C wie Cäsar oder E wie Emil) genutzt – und zwar 16 Männer- und nur sechs Frauennamen. "Das entspricht nicht der heutigen Lebensrealität", teilte das Institut mit. Es sei nicht möglich, alle relevanten ethnischen und religiösen Gruppen und dann auch noch geschlechtergerecht ausgewogen darzustellen. Städtenamen seien da ein guter Kompromiss.

In dem aktuellen Entwurf setzt das Institut vor allem auf Orte, die ein Autokennzeichen mit einem Buchstaben haben. Man habe versucht, die Bundesländer in Ost und West ausgeglichen auszuwählen.

Deutsche Buchstabiertafel für Wirtschaft und Verwaltung (Entwurf von Juli 2021)
Bildrechte: Deutsches Institut für Normung (DIN)

Acht Städte aus dem Osten vertreten

Mit Cottbus und Chemnitz (für CH), Görlitz, Jena, Leipzig, Potsdam, Schwerin (für Sch) und Zwickau sind im Entwurf auch acht Städte aus Ostdeutschland vertreten. Hinzu kommt mit dem Vogtland eine Region. Sachsen-Anhalt, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Bremen und Hamburg gehen nach derzeitigem Stand leer aus.

Bei "ß" und "Y" bleibt es bei der einfachen Bezeichnung der Buchstaben. Die Umlaute heißen nicht mehr Ärger, Ökonom und Übermut, sondern Umlaut-A, Umlaut-O und Umlaut-U.

Endgültige Fassung soll Mitte 2022 kommen

Das Buchstabier-Alphabet oder die sogenannte DIN 5009 regelt, mit welchen Wörtern Buchstaben beim Diktieren verdeutlicht werden. Sie wird vor allem in Wirtschaft und Verwaltung genutzt – Rettungsdienste, Polizei oder Luftfahrt sind nicht betroffen. Zwar ist die Nutzung nicht verpflichtend, sie kommt aber etwa in Lehrbüchern vor.

Die jetzt vorgestellte Fassung mit den Ortsnamen ist ein Entwurf, Interessierte können sich noch mit Ideen und Kommentaren an das Institut wenden. Die endgültige Fassung wird Mitte 2022 erwartet.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 16. August 2021 | 12:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland