Betrachtung Landolf Scherzer: Corona verletzt das "Ritual des Alltags"

Für den Erfolgsautor Landolf Scherzer ist die Pandemie eine schlechte Zeit, um neue Geschichten zu erzählen. Im Interview der Woche bei MDR AKTUELL erzählt er über seine Erfahrungen in der Corona-Zeit.

Für den Erfolgsautor Landolf Scherzer ist die Pandemie eine schlechte Zeit, um neue Geschichten zu erzählen. Im Interview der Woche bei MDR AKTUELL sagte er: "Es ist momentan nicht möglich, die Menschen für andere wichtige Themen zu öffnen und neugierig zu machen. Klimawandel, Aufrüstung um jeden Preis, mediale und andere Konflikte, Situationen mit einseitiger Berichterstattung und vieles andere sind wichtige Themen, über die man reden sollte." Aber wenn man raus gehe und mit den Menschen sprechen wolle, redeten alle nur über das eine Thema: Corona und die Pandemie.

Der Mensch und die Anpassung

Landolf Scherzer
Landolf Scherzer Bildrechte: imago images/ari

Scherzer beklagte, dass die Menschen natürlich auch in den Nachrichten gerade nichts anderes hörten. "Der Mensch ist nun mal ein Anpassungsmensch. Und deswegen ist es keine gute Zeit, irgendwo herumzustromern und mit Leuten über andere Themen zu reden."

Auch wenn sich sein Leben durch Corona kaum verändert habe, sagt Scherzer, erlebe er aber im Familienkreis, was die Pandemie manchen Menschen abverlange. "Also diese Beschränkung des Menschen auf das ganz Normale - diese Verletzung des Rituals des Alltags. Das ist das, was die Menschen verändert." Er sehe vor allem, was gerade Mütter mit kleinen Kindern oder Alleinerziehende zu ertragen hätten. Das tue ihm weh.

Erfolgsautor der DDR

Landolf Scherzer, der am 14. April seinen 80.Geburtstag feiert, gehörte zu den erfolgreichsten Schriftstellern in der DDR. Er selbst sieht sich als Reporter, der "Alltagsaufklärungsgeschichten" in seinen Büchern erzählt.

Für Furore sorgte 1988 sein Buch "Der Erste". Eine kritische Innenansicht aus dem SED-Parteiapparat, wofür er den 1. SED-Kreissekretär aus Bad Salzungen vier Wochen lang begleitet hatte. Besonders erfolgreich war sein Buch "Fänger und Gefangene" über die DDR-Hochseefischer, für das er eigens auf einem Fischtrawler anheuerte und dort unter Deck Fische zu schlachten hatte.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. April 2021 | 06:00 Uhr

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