Erleichterung für Auffrischungsimpfung Testpflicht für "Geboosterte" bei 2G+Regeln wird vorerst aufgehoben

Wer eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten, wird von der Testpflicht bei sogenannten 2G+-Regeln weitgehend befreit. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen soll die Testpflicht dagegen auch für "Geboosterte" nicht entfallen. Die Regelung soll nach zwei Monaten überprüft und angepasst werden.

Ein Schild an der Tür eines Restaurants weist auf die 2G-Plus-Regel hin.
Geimpfte können nach einer Auffrischungsimpfung zunächst für zwei Monate von der Testpflicht befreit werden, wenn beim Zugang nur für Geimpfte und Genesene (2G) auch von ihnen noch ein Test verlangt wird. Bildrechte: dpa

Geimpfte mit einer "Booster"-Impfung sollen von zusätzlichen Testpflichten weitgehend befreit werden. Die Ausnahme soll nach spätestens zwei Monaten überprüft werden. Darauf haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern verständigt.

Befreiung greift 15 Tage nach Booster-Impfung

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek sagte nach dem Treffen, dass eine Befreiung davon 15 Tage nach der Booster-Impfung greifen könne. Er erläuterte an, dass die Erleichterungen für Dreifach-Gimpfte nach zwei Monaten bewertet und gegebenenfalls entsprechend der Lage angepasst werden soll.

Testpflicht gilt weiter in Kliniken und Krankenhäuser

Die Ausnahme gilt nicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Holetschek sagte, das in medizinischen und Pflege-Einrichtungen auch von Besuchern mit einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus zusätzlich ein negatives Testergebnis verlangt werden könne.

Ausnahme bei sogenannten 2G+-Regeln

Bei der Ausnahme für Dreifachgeimpfte geht es konkret um Corona-Regeln nach dem Modell 2G+ - also, wenn bei Zugang nur für Geimpfte und Genesene (2G) auch von ihnen noch ein Test verlangt wird.

Die 2G-Regel gilt nach den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen unter anderem für Gaststätten, Freizeit- und Kultureinrichtungen - ergänzend können auch noch 2G-plus-Vorgaben dazu kommen.

Bayern griff Entscheidung vorweg

Mehrere Bundesländer unter anderem Bayern hatten der Entscheidung der Gesundheitsminister bereits vorweggriffen und die Testpflicht für Dreifachgeimpfte bei 2G+-Regelungen bereits aufgehoben. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte sich dafür ausgesprochen, dass für sie beim Zugangs-Modell 2G+ der sonst vorgesehene zusätzliche Test entfallen kann.

Amtsärzte warnten vor Befreiung von Testpflicht

Die Amtsärzte warnen davor, Menschen mit Booster-Impfungen von der Testpflicht zu befreien. Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, sagte den Funke-Medien, dass das angesichts der Omikron-Variante verfrüht sei. Man wisse nicht, wie gut die Booster-Impfungen gegen Omikron wirkten. Bewährte Instrumente wie Schnelltests sollten daher nicht vorschnell aus der Hand gegeben werden. Die Stiftung Patientenschutz erklärte, politische Geschenke vor Weihnachten würden im Januar abgestraft.

Kekulé gegen Ende der Testpflicht für Geboosterte

Auch der Virologe Alexander Kekulé lehnt es ab, dreifach Geimpfte von der Testpflicht zu befreien. Kekulé sagte im Podcast von MDR AKTUELL es werde heute nicht mehr bezweifelt, dass sich Geimpfte mit der Delta-Variante auch infizieren und dann das Virus weitergeben könnten. Bisher wisse man nur, dass sich nach einer Boosterung der Schutz vor symptomatischen Verläufen einer Erkrankung erhöhe. Wie hoch die Schutzwirkung bezüglich der reinen Infektion, also der Ansteckungsfähigkeit sei, sei völlig unklar. Deswegen teste man Geimpfte ja, um die Weitergabe des Virus zu verhindern.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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