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Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass wegen der stark mutierten Omikron-Variante des Coronavirus ein neuer Impfstoff nötig ist. Bildrechte: dpa

Corona-SchutzBiontech-Chef hält neuen Corona-Impfstoff wegen Omikron für nötig

von MDR AKTUELL

Stand: 03. Dezember 2021, 19:47 Uhr

Noch ist wenig bekannt über die neue Omikron-Variante des Coronavirus. Biontech-Chef Sahin geht aufgrund ihrer Vielzahl an Mutationen davon aus, dass die Variante ansteckender als ihre Vorgänger und deswegen ein neuer Impfstoff vonnöten ist. Und er erwartet, dass es künftig jährlich Corona-Impfungen geben muss.

Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass gegen die stark mutierte Omikron-Variante ein neuer Corona-Impfstoff benötigt wird. Sahin sagte, grundsätzlich werde ab einem bestimmten Zeitpunkt ein neues Vakzin benötigt. Die Frage sei, wie dringend das sei. Er betonte, Biontech könne seinen Impfstoff relativ schnell an die Herausforderung anpassen.

Geimpfte vor schweren Erkrankungen geschützt

Biontech-Gründer Ugur Sahin Bildrechte: dpa

Sahin äußerte sich überrascht, mit welchem Tempo das Virus mutiert ist. Er erwarte, dass sich Omikron als sogenannte Escape-Variante entwickelt. Das bedeute, dass sie wahrscheinlich auch Geimpfte und Genesene infizieren könne.

Sahin ist überzeugt, dass Geimpfte vor einer schweren Erkrankung durch Omikron ausreichend geschützt sind. Bei Ungeimpften geht er davon aus, dass es zu noch schwereren Verläufen kommt. Zudem steige mit Omikron die Wahrscheinlichkeit, dass wie bei der Grippe jährliche Corona-Impfungen erforderlich sein könnten.

WHO sieht noch keinen Anpassungsbedarf

Die Weltgesundheitsorganisation sieht noch keinen Grund, die bestehenden Corona-Impfstoffe an die neue Omikron-Variante anzupassen. WHO-Notfalldirektor Mike Ryan sagte, im Moment gebe es hochwirksame Impfstoffe, die funktionierten. Wichtig sei jetzt, diese gerechter zu verteilen und die am stärksten gefährdeten Menschen zu immunisieren. Ryan ergänzte, es seien aber schon Vorbereitungen im Gange, falls Omikron-spezifische Präparate benötigt würden.

Omikron auch in Deutschland nachgewiesen

Die Omikron-Variante des Coronavirus war vor gut einer Woche erstmals aus Südafrika gemeldet worden. Mittlerweile wurde sie in rund zwei Dutzend Ländern nachgewiesen. Auch in Deutschland wurden erste Fälle bestätigt.

Omikron offenbar ansteckender als Delta-Variante

Omikron weist im Vergleich zum bisher gängigen Coronavirus 32 Mutationen auf. Deshalb befürchten sowohl die Weltgesundheitsorganisation WHO als auch RKI-Präsident Lothar Wieler, dass die neue Variante noch ansteckender ist als die Delta-Variante.

Wie leicht die Omikron-Variante für eine Corona-Übertragung sorgt, deutet ein Fall in Oslo an. Nach einem Weihnachtsessen in der norwegischen Hauptstadt mit 100 bis 120 geimpften Teilnehmern, unter ihnen ein Südafrika-Rückkehrer, wurden bislang 60 von ihnen per PCR-Test positiv auf Corona getestet. In einem Fall wurde nach Angaben der Stadt die Omikron-Variante nachgewiesen, bei mindestens 17 weiteren sei dies ebenfalls wahrscheinlich.

Unklarheit über Krankheitsverlauf

Unklar ist bislang, ob die Variante auch zu schwerwiegenderen Krankheitsverläufen führt. Nach Angaben der WHO gibt es bislang keine Berichte über Todesfälle im Zusammenhang mit Omikron.

Südafrikanische Experten wiesen aber auf einen deutlichen Anstieg der Krankenhauseinweisungen kleiner Kinder wegen Corona-Infektionen hin. Die Inzidenz bei den unter Fünfjährigen im Land ist inzwischen die zweithöchste nach der Altersgruppe der über 60-Jährigen.

Reuters(jks)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL - Das Nachrichtenradio | 03. Dezember 2021 | 15:30 Uhr