Genauere Daten Geimpft oder Ungeimpft – wer auf der Covid-Intensivstation liegt

Aktuell-Redakteure - Lucas Grothe
Bildrechte: MDR/Markus Geuther

Über 3.600 Menschen wurden zuletzt in Deutschland wegen einer Corona-Infektion auf einer Intensivstation behandelt. Die Mehrheit ist ungeimpft – manche haben aber auch bereits zwei Impfungen. Genauere Zahlen zur Belegung abhängig vom Impfstatus soll es bald geben.

Eine Intensivfachpflegerin betreut auf einer Intensivstation einen Covid-19-Patienten
Die Mehrheit der Covid-Patienten auf Intensivstationen ist nicht geimpft. Bildrechte: dpa

Ab Mitte Januar sollen genauere Daten zeigen, wie viele Corona-Patienten auf Intensivstationen geimpft beziehungsweise ungeimpft sind. Eine Sprecherin des Divi-Intensivregisters sagte dem MDR, die nötigen Patientendaten würden seit dem 14. Dezember 2021 gesondert von den Kliniken weitergeleitet, eine regelmäßige Auswertung und Veröffentlichung durch das Intensivregister und das RKI sei ab Mitte Januar geplant.

Erfassen mussten die Krankenhäuser die Daten zwar auch bisher schon, allerdings wurden diese lediglich über die normale Meldekette an die örtlichen Gesundheitsämter weitergeleitet. Die Daten flossen dann wiederum in die Corona-Wochenberichte des Robert Koch-Instituts ein und wurden dort veröffentlicht. Die Divi-Sprecherin sagte dem MDR, dass die in den Wochenberichten veröffentlichten Zahlen allerdings nur die Daten von maximal der Hälfte aller Klinikeinweisungen enthielten.

Mit der direkten Meldung an das Divi und der dortigen Veröffentlichung soll es künftig genauere Zahlen geben. Das könnte etwa mit Blick auf eine mögliche Impfpflicht eine Rolle spielen. Das Divi schreibt auf seiner Internetseite dazu: "Die ersten vorläufigen Beobachtungen in der Abfrage des Intensivregisters zum Impfstatus bestätigen aktuell die Zahlen aus dem Wochenbericht."

Grundlage für die Datenmeldung direkt an das Divi ist eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums von Mitte November. Darin ist festgehalten, dass die Krankenhäuser künftig täglich unter anderem den Impfstatus von intensivmedizinisch behandelten Patienten an das Intensivregister melden müssen.

RKI-Daten zeigen Impfschutz

Auf der Covid-Station, einem Bereich der Operativen Intensivstation vom Universitätsklinikum Leipzig versorgen Ärzte, Schwestern und Pfleger einen Patienten.
Covid-19-Station an der Uniklinik Leipzig. Bildrechte: dpa

Die Daten des RKI zum Anteil Geimpfte/Ungeimpfte auf den Intensivstationen – die in den Wochenberichten veröffentlicht werden – zeigen bisher den Schutz vor einem schweren Covid-19-Verlauf durch eine Impfung. Die Daten zeigen allerdings auch, dass die sogenannte Impfeffektivität (also der Schutz vor schwerer Erkrankung), nachlässt und eine Auffrischungsimpfung als Schutz sehr sinnvoll ist.

Die bisher letzte Auswertung des RKI zu den Impfdaten von Corona-Patienten auf Intensivstationen (ITS) im RKI-Wochenbericht zeigte, dass lediglich ein Prozent der Patienten im Alter von 18 bis 59 Jahren dreifach geimpft sind. In der Altersgruppe der Über-60-Jährigen sind es 6,5 Prozent.

Deutlich höher ist der Anteil bei zweifach Geimpften, bei denen die Immunisierung also meistens länger zurückliegt: Bei den 18- bis 59-Jährigen waren fast 21 Prozent der Patienten, die mit einer Coronainfektion auf einer Intensivstation behandelt wurden, vorher geimpft. Bei den Über-60-Jährigen waren es rund 39 Prozent.

Dreifach Geimpfte deutlich geschützter

Das scheint viel, dennoch liegt die Impfeffektivität laut RKI bei den Grundimmunisierten bei 67 beziehungsweise 69 Prozent und bei den dreifach Geimpften bei sogar 93 beziehungsweise 94 Prozent. Grund dafür ist, dass die Zahl der Geimpften bei den Erwachsenen inzwischen deutlich höher ist als die der Nicht-Geimpften. Die Ungeimpften bilden trotzdem die deutliche Mehrheit der Corona-Erkrankten auf den Intensivstationen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Dezember 2021 | 08:16 Uhr

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