Gesundheitsministerkonferenz Gesundheitsminister empfehlen Impfung ab 12 und Auffrischimpfung

Pünktlich zum Schulbeginn in den ersten Bundesländern haben die Gesundheitsminister beschlossen, allen Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren ein Impfangebot zu machen – wenngleich die Ständige Impfkommission in dieser Altersgruppe nur Vorerkrankten eine Impfung gegen das Coronavirus empfiehlt. Insgesamt geht es um rund 4,5 Millionen Kinder und Jugendliche. Ein Teil von ihnen hat sich bereits immunisieren lassen. Zudem sind ab September erste Auffrischimpfungen geplant.

Joonas Leis (M), 12 Jahre alt, und sein Vater Kuldar, links von ihm, ruhen sich aus, nachdem sie eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben.
Rund 4,5 Millionen Kinder und Jugendliche gibt es in Deutschland zwischen 12 bis 17 Jahren. Bildrechte: dpa

In Deutschland sollen künftig alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren ein Impfangebot erhalten. Das haben die Gesundheitsminister von Bund und Länder bei ihrem digitalem Treffen am Montag beschlossen.

Dies kann zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen.

Aus dem Beschluss der Gesundheitsminister

Demnach wollen alle Bundesländer in ihren Impfzentren Impfungen für 12- bis 17-Jährige anbieten. Auch niedergelassene Ärzte und Betriebsärzte sollen eingebunden werden. Voraussetzung ist eine entsprechende ärztliche Aufklärung sowie die Zustimmung auch der Eltern oder anderer Sorgeberechtigter. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn begründete die politische Entscheidung damit, dass die Kinder und Jugendlichen mit der Impfung sich selbst und andere schützen könnten. Auch für junge Erwachsene in Unis und Berufsschulen sollen unkomplizierte Angebote kommen.

Jeder, der will, kann im Sommer geimpft werden. Wir haben genügend Impfstoff für alle Altersgruppen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Stiko-Chef: Müssen Impfquote in anderen Altersgruppen erreichen

Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) trotz heftigen politischen Drucks die Impfung U18-Jähriger bisher jedoch nur bei einem erhöhtem Covid-Risiko. Sie verweist auf das geringe Risiko Minderjähriger, schwer an Covid-19 zu erkranken und sieht ungeklärte Fragen zur Sicherheit der Vakzine und zu möglichen Nebenwirkungen. Stiko-Vorsitzender Thomas Mertens sagte am Montag MDR AKTUELL, das Problem seien "im Moment nicht so sehr die Kinderimpfungen". Wichtiger sei es, "dass wir eine hohe Impfquote bei den 18- bis 59-Jährigen erreichen". Davon werde der Verlauf der vierten Welle "alles entscheidend" abhängen.

In Deutschland sind gut 4,5 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahre alt. Laut Robert Koch-Institut hat bereits ein Fünftel von ihnen eine Erstimpfung erhalten. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hat am Montag bereits die Schule wieder begonnen.

Experten uneins über Impfempfehlung

Die Sächsische Impfkommission (Siko) war jedoch kürzlich vorgeprescht und hatte eine Empfehlung ab 12 Jahren ausgesprochen. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA ließ bereits im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zu, inzwischen gilt dies auch für das Vakzin von Moderna. Mit Einverständnis der Eltern können Minderjährige deshalb bereits seit Mai geimpft werden.

Booster-Impfungen ab September

Beim Treffen der Minister ging es am Montag zudem um Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus. So sollen ab September an ältere Personen und Menschen mit Vorerkrankungen sowie an Pflegebedürftige Biontech und Moderna verimpft werden. Im Beschluss der Gesundheitsminister heißt es, dass die Auffrischung in der Regel sechs Monate nach Abschluss der ersten beiden Impfungen erfolgen sollte.

Geplant sind mobile Impfteams, ebenso sollen Hausärzte die Auffrischungsimpfung vornehmen können. Die Auffrischung sollen auch Impfwillige bekommen, die bislang mit den Vakzinen von Astrazeneca und Johnson & Johnson immunisiert worden waren.

Quelle: dpa/Reuters

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 01. August 2021 | 19:30 Uhr

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