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Den Impfausweis sollte man gut aufbewahren, denn ein Ersatzdokument ist nur schwer zu beschaffen. Bildrechte: dpa

Hörer machen ProgrammImpfausweis verloren - und was dann?

von Andre Seifert, MDR AKTUELL

Stand: 19. August 2021, 11:26 Uhr

Der gelbe Impfausweis gibt grünes Licht: für Restaurantbesuche, Auslandsreisen, fürs Theater und bald vielleicht auch für den Friseur. Er ist also ein sehr wichtiges Dokument. MDR AKTUELL-Hörer Christoph Georgi ist es nun aber passiert: Er hat seinen Impfausweis verloren. Er schreibt, er versuche schon seit Wochen zu verstehen, wie er an ein Ersatzdokument komme. Ihm begegneten dabei überforderte Berater bei Krankenkassen und in Gesundheitsämtern. Wie kann man nun ein Ersatzdokument bekommen?

Es ist tatsächlich gar nicht so einfach herauszufinden, wer für Ersatzimpfausweise zuständig ist. MDR AKTUELL hat unter anderem bei Krankenkassen, Hausärzten, Impfzentren und dem Deutschen Roten Kreuz nachgefragt – jedoch helfen konnte zunächst niemand und Interviews wollte auch niemand geben. Hinter vorgehaltener Hand sprach ein Gesprächspartner von einem großen Problem, denn die Daten, wer wann wo geimpft wurde, seien nirgendwo zentral und digital erfasst. Selbst die Krankenkassen haben keine Daten.

Neuen Impfpass bei Kassenärztlicher Vereinigung beantragen

Erst die Kassenärztliche Vereinigung fühlte sich zuständig. Mündlich wollte sich die KV Sachsen ebenfalls nicht äußern, schriftlich teilte sie aber mit: "Eine Ersatzbescheinigung über die erfolgten Covid-19-Impfungen kann bei der KV Sachsen angefordert werden. Es sollte allerdings unbedingt beachtet werden, dass die Bearbeitungszeit derzeit circa sechs Wochen beträgt."

Um einen neuen Corona-Impfausweis zu bekommen, sollte man am besten eine E-Mail oder einen Brief an die Kassenärztliche Vereinigung schreiben. Darin sollten Name, Geburtsdatum, Anschrift angegeben werden und auch eine kurze Begründung, warum man einen neuen Ausweis braucht. Die KV kann dann anhand von Abrechnungen erkennen, ob und wann man tatsächlich geimpft wurde. Dieses Nachprüfen ist allerdings mühsam. Und deshalb dauert die Neuausstellung auch so lange.

Eine andere Möglichkeit gibt es laut KV es nicht. Wer also jetzt merkt, dass der Impfausweis weg ist und ihn auch nicht in einer App digitalisiert hat, jedoch nächste Woche nach Italien in den Urlaub will, der muss die Reise wohl ausfallen lassen. Schneller geht es eventuell nur für alle, die sich bei der Hausärztin oder dem Hausarzt impfen ließen. Die KV Sachsen teilt hierzu mit: "Zunächst sollte sich der Patient an seinen Hausarzt wenden, welcher in der Regel in seiner Patientenakte noch die meisten durchgeführten Impfungen hinterlegt hat und darauf basierend einen neuen Impfausweis ausstellen kann."

Impfausweis am besten gar nicht erst verlieren

Am besten und nervenschonendsten ist es also, den Impfausweis gar nicht erst zu verlieren. Damit der Ausweis sicher ist, rät Matthias Arnold, der Vizepräsident der Deutschen Apothekerverbände, ihn und auch den Ausdruck mit dem QR-Code, den man nach dem Impfen erhält, zu digitalisieren oder abzufotografieren. "Für unterwegs ist es wichtig, beide auch wirklich getrennt aufzubewahren, dass sie nicht verloren gehen oder gestohlen werden – also Impfbuch und den Corona-Impfnachweis getrennt aufzubewahren, also zuhause sicher und getrennt."

Für unterwegs tut es laut Matthias Arnold eine Kopie des Corona-Impfausweises beziehungsweise die digitale Abbildung in einer der gängigen Apps. All das gilt nicht nur für Corona-Impfungen. Jedoch lassen sich Nachweise über ältere Impfungen wie Masern oder Pocken leichter wiederherstellen und jederzeit wieder abrufen – und zwar meist bei den Krankenkassen oder wie im Falle von Gelbsucht bei den Gesundheitsämtern.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 19. August 2021 | 08:21 Uhr