Hörer machen Programm Gilt man nach doppelter Impfung und Genesung als geboostert?

Doppelt geimpft und trotzdem mit Corona infiziert - also ein sogenannter Impfdurchbruch - die Gruppe der Betroffenen wird immer größer. Das ist auch MDR-AKTUELL-Hörer Sven Hommel so passiert, und er fragt sich deshalb Folgendes: Gelten diese nach ihrer Genesung als geboostert? Und: Wie funktioniert in diesem Fall der Nachweis?

Aufkleber der drei Corona Impfungen in einem Impfbuch,Impfpass
Bildrechte: imago images/Sven Simon

Genesen ist nicht gleich geboostert

Wer sich mit Corona ansteckt und eine Infektion durchmacht, baut Antikörper auf – das gleiche Ziel verfolgt auch die sogenannte Booster- Auffrischungs- oder Drittimpfung. Da liegt die Frage nahe, ob eine solche Infektion und eine Boosterimpfung gleichwertig sind. Wir richten sie ans Bundesgesundheitsministerium, das sich nicht explizit dazu äußert. Es verweist auf eine Empfehlung des Robert Koch-Instituts zur Booster-Impfung:

Personen, die nach COVID-19-Impfung (unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen) eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen im Abstand von mindestens 3 Monaten nach Infektion ebenfalls eine Auffrischimpfung erhalten.

Und auf höherer Ebene:

Dass eine Genesung einer Booster-Impfung gleichgestellt wird, wird in der entsprechenden EU-Verordnung nicht festgelegt.

Soweit die Einschätzung auf bundesweiter und EU-Ebene. In der Praxis wird das allerdings zum Teil anders umgesetzt. Interessant ist die Frage vor allem dort, wo die 2G-Plus Regel gilt. Das heißt: Zugang nur mit vollständiger Impfung oder Genesung und Test. In einigen Fällen fällt nämlich der zusätzliche Test für geboosterte Personen weg. Und es kommt darauf an, in welchem Bundesland man sich befindet, wie der Vergleich in Mitteldeutschland zeigt.

Anderes Bundesland, andere Regelung

Von allen drei zuständigen Ministerien kommen unterschiedliche Auskünfte dazu, wie der konkrete Fall geregelt ist.

In Sachsen-Anhalt gilt die strengste Variante der 2G-Plus Regelung. Das Ministerium schreibt:

Erwachsene Personen, die bereits die Auffrischungsimpfung erhalten haben oder einen Genesenennachweis vorweisen können, sind in Sachsen-Anhalt bei dem 2-G-Plus-Zugangsmodell nicht von der zusätzlichen Testpflicht befreit.

Die Frage, ob geboostert und doppelt geimpft plus genesen gleichwertig sind, stellt sich hier also gar nicht. Alle müssen testen.

In Thüringen fällt der zusätzliche Test für Geboosterte dagegen weg, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Für doppelt Geimpfte und Genesene wie MDR-AKTUELL-Hörer Sven Hommel gilt dort Folgendes:

Solange die Booster-Impfung nicht erfolgt ist, gilt für Personen, die doppelt geimpft und genesen sind 2G-Plus im klassischen Sinne: Impfnachweis + Nachweis über einen negativen Corona-Test.

In Sachsen schließlich bräuchte unser Hörer keinen Test. Hier gilt das großzügigste 2G-Plus Modell. Das Sozialministerium Sachsen schickt auf Anfrage eine Liste mit Ausnahmen, für die die Testpflicht bei 2G-Plus wegfallen soll. Dazu gehören sowohl Personen mit Boosterimpfung als auch alle, die doppelt geimpft und genesen sind. Der Fall wird als "natürlicher Booster" aufgelistet.

Als Nachweis gilt hier ein positiver PCR-Test, der nicht älter als drei Monate sein darf. Nach dieser Frist können sich Genesene dann auch Boostern lassen.

Fazit

Personen, die wie unser Hörer doppelt geimpft und genesen sind, genießen in Sachsen faktisch die gleichen Vorzüge wie Geboosterte. In den anderen Bundesländern sowie auf Bundesebene kommt ihre Genesung allerdings nicht einer Auffrischungsimpfung gleich. Meist müssen sie also bei 2G-Plus den zusätzlichen Test trotzdem machen.

Was genau gilt, ist in den Corona-Schutzverordnungen der Länder festgehalten.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Januar 2022 | 06:54 Uhr

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