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In den meisten Bundesländern können sich auch Besucher aus anderen Bundesländern impfen lassen. Bildrechte: dpa

Niedrigschwellige Angebote

Urlaubszeit: Impfung auch in anderen Bundesländern

von André Seifert, MDR AKTUELL

Stand: 26. Juli 2021, 10:46 Uhr

Wer in Deutschland Urlaub macht, kann sich auch in vielen anderen Bundesländern impfen lassen. Das ergab eine Umfrage von MDR AKTUELL in den Ländern. Urlauber und Touristen können sich demnach in allen anderen Bundesländern jederzeit bei Hausärzten Impftermine holen. Elf der 16 Bundesländer akzeptieren Nicht-Einheimische in ihren Impfzentren oder in ihren mobilen Impfstationen, darunter Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Um die Impfbereitschaft zu steigern, werden die Impfangebote immer niedrigschwelliger. Mobile Impfteams bieten quasi wohnortnah Impfungen an. Doch jetzt fahren viele Menschen in den Sommerurlaub, oft im Inland in ein anderes Bundesland. Auch dort kann man sich vielerorts als Feriengast impfen lassen.

Impfen für alle beim Shopping

In die Shopping-Mall Nova Eventis an der A9 bei Leipzig kommt am kommenden Freitag ein Team aus Ärztinnen und Assistenten. Wer noch nicht geimpft ist, kann sich bei ihnen eine Dosis mit Johnson & Johnson abholen. Schnell und unkompliziert vor oder nach dem Einkaufen, erklärt Ute Albersmann vom Gesundheitsministerium Sachsen-Anhalts. Willkommen sind nicht nur Einheimische, sondern Interessierte aus allen Bundesländern. 

Sachsen-Anhalt hat von Beginn an die Philosophie verfolgt, dass das Impfstoff der Bundesrepublik Deutschland ist und dass es gut ist, wenn möglichst viele Leute möglichst schnell geimpft werden.

Ute Albersmann

Albersmann zufolge konnte sich schon immer auch die Krankenschwester, die in Sachsen wohnt, auch in Sachsen-Anhalt impfen lassen. Das gleiche gelte auch für Touristen.

Sachsen und Thüringen: Schicken niemanden weg

Auch Sachsen will Urlauber und Touristen, die sich spontan impfen lassen wollen, nicht wegschicken.

Mobiles Impfteam am Kyffhäuser. Die mitteldeutschen Bundesländer impfen auch Besucher aus anderen Regionen Deutschlands. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Und das Gesundheitsministerium Thüringens teilt mit: Der Freistaat kenne beim Impfen keine Grenzen. Demnächst gebe es in Thüringen sehr viele Impfaktionen, an verschiedensten Orten, erläutert Gesundheitsministerin Heike Werner.

Werner verweist auf das Beispiel Nachtimpfen in Jena. Die Kommunen ließen sich verschiedene Aktionen einfallen, um eben die Leute dort aufzusuchen, wo sie sind, und diejenigen abzuholen, die noch einen kleinen Schubser brauchen. 

Wohnortbindung aufgehoben

Viele Bundesländer haben die bislang geltende Wohnortbindung beim Impfen kurz vor der Urlaubssaison aufgehoben. Das zeigt eine Umfrage von MDR AKTUELL in den Ländern. Demnach akzeptieren elf der 16 Bundesländer in ihren Impfzentren oder mobilen Impfstationen auch Touristen und Urlauber aus anderen Bundesländern, darunter auch Länder mit beliebten Urlaubsregionen.

Impfen an der Ostsee ist ebenso möglich wie im Allgäu, im Schwarzwald oder im Spreewald. Oder eben auch im Harz, sagt Ute Albersmann vom Gesundheitsministerium Sachsen-Anhalts. Möglich mache das die gute Versorgungslage mit Impfstoff. Man sei jetzt in einer Phase, wo es etwas mehr Impfstoff als Impfinteressierte gebe. Es sei genug Impfstoff für alle da.

Niedrigschwellige Angebote

In den meisten Bundesländern sind in der Urlaubszeit mobile Impfteams unterwegs, z.B. vor Einkaufszentren, an Stränden oder am Rande von Veranstaltungen. Dort könne man sich einfach mit Johnson & Johnson impfen lassen, erklärte etwa der Ministeriumssprecher in Schleswig-Holstein.

Möglich sei aber auch, sich mit einem anderen Impfstoff erstmals impfen zu lassen. Dann erhalte man ein Zertifikat, mit dem man sich dann nach dem Urlaub zuhause eine Zweitimpfung holen könne.

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Vier Bundesländer machen nicht mit

Auch auswärtige Besucher Kölns können sich etwa vor dem Dom impfen lassen. Bildrechte: dpa

Nur in vier Bundesländern sind Urlauber und Touristen vom Impfen ausgeschlossen: Hessen und Rheinland-Pfalz haben die Wohnortbindung noch nicht aufgehoben. Und Hamburg und Niedersachsen wollen und können aus organisatorischen Gründen nur Einheimische impfen. Bremen gab in unserer Umfrage keine Auskunft.

Völlig unabhängig von den Angeboten in Impfzentren und Impfmobilen stehen auch noch die Hausärzte bereit. Und die schauen generell nie auf die Herkunft, darauf weisen viele Ministerien zusätzlich hin. Wer also will, kann sich im Urlaub auch jederzeit und überall bei einem Hausarzt einen Impftermin holen. 

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 26. Juli 2021 | 09:48 Uhr

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