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Die Impfkampagne gegen das Coronavirus hat zuletzt wieder Fahrt aufgenommen. Bildrechte: dpa

1,5 Mio. ImpfungenNeuer Tagesrekord – Jahresziel durch Impfstoff-Mangel gefährdet

von MDR AKTUELL

Stand: 16. Dezember 2021, 21:13 Uhr

Ende November formulierte die neue Bundesregierung das Ziel, bis Jahresende 30 Millionen Impfungen gegen das Coronavirus zu verabreichen. Trotz neuen Tagesrekords ist das in Gefahr, auch, weil Impfstoff knapp wird. Gesundheitsminister Karl Lauterbach teilte mit, dass schon bis zum Jahresende nur wenig Biontech-Impfstoff zur Verfügung steht.

Mit knapp 1,5 Millionen verabreichten Dosen ist am Mittwoch in Deutschland so viel gegen das Coronavirus geimpft worden wie nie zuvor im Laufe der Pandemie. Damit löste dieser 15. Dezember laut RKI-Impfmonitoring den 9. Juni dieses Jahres als bisherigen impfstärksten Tag ab. Dennoch wird Deutschland das Ziel der neuen Bundesregierung, von Mitte November bis Jahresende 30 Millionen Menschen geimpft zu haben, möglicherweise doch verfehlen. Bis Weihnachten – wie ursprünglich angekündigt – sowieso.

Impfstoff-Knappheit gefährdet Impfziele

Gerfährdet werden die Impfziele von neuerlicher Impfstoff-Knappheit. Wie Bundesgesundheitsminister Lauterbach am Mittwochabend ankündigte, können bis Jahresende nur 3,2 Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech/Pfizer ausgeliefert werden. Das sei viel weniger, als Ärztinnen und Ärzte abriefen.

Wir schütten hier alles aus.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach

"Wir können in der nächsten Woche 1,2 Millionen Dosen Biontech für ganz Deutschland ausliefern, in der Woche darauf 800.000 Dosen und dann noch einmal 1,2 Millionen Dosen", sagte Lauterbach bei "Markus Lanz". Das seien schon Reserven. "Wir schütten hier alles aus", sagte der Minister.

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Seit 18. November sind laut RKI 21,7 Millionen Dosen Covid-Impfstoff verimpft worden. Das sind fast 780.000 pro Tag. Könnte in dieser Größenordnung weiter geimpft werden, würde das 30-Millionen-Ziel sogar deutlich übertroffen werden. In Anbetracht der nahenden Feiertage und des Mangels am von vielen Ärzten bevorzugten Biontech-Impfstoff ist das Erreichen des Ziels nun aber mehr als fraglich.

Bundesregierung will Biontech nachkaufen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (3. v. l.) mit Finanziminister Christian Lindner (li.) und Justizminister Marco Buschmann (2. v. l.). Bildrechte: dpa

Über das ganze Jahr hinweg sei genug Impfstoff vorhanden gewesen – aber nicht für eine sehr schnelle Boosterkampagne, erläuterte Lauterbach. "Ich versuche jetzt, notfallmäßig Impfstoff aus osteuropäischen Ländern zurückzukaufen." Das dorthin gelieferte Serum könne zum Teil nicht verimpft werden.

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung ist Grund für den Mangel, dass Deutschland und die EU im Frühherbst eine Bestelloption über mehrere Millionen zusätzliche Dosen Biontech verstreichen ließen. Mögliches Lieferdatum wäre der Januar 2022 gewesen, so das Blatt. Die Bundesregierung will nun für 2,2 Milliarden Euro mehr als 90 Millionen Biontech-Dosen nachkaufen. Der Haushaltsausschuss des Bundestags und Finanzminister Christian Lindner haben dafür am Mittwoch grünes Licht gegeben.

Am Montag hatte Karl Lauterbach erklärt, eine Inventur habe ergeben, dass Reserven und Bestellungen für Januar bis März nicht ausreichten.

dpa/AFP(pfh)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | 15. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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