Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt Nachfrage nach Corona-Impfung sinkt – viele Impfzentren machen trotzdem weiter

Sachsen will trotz der sinkenden Zahl von Corona-Impfungen an den verbleibenden Impfstellen im Land festhalten. Auch Thüringen und Sachsen-Anhalt halten weiter Impfstellen und mobile Teams bereit. Im Herbst könnte das Impfangebot bei Bedarf schnell wieder ausgebaut werden.

Eine Frau lässt sich gegen Corona impfen, Weimar, Thüringen.
In Sachsen werden wöchentlich nur noch 2.000 Impfungen verabreicht. Bildrechte: imago images/Jacob Schröter

Rund 65.000 Impfungen wöchentlich wurden in den sächsischen Impfstellen zum Jahresende verabreicht. Jetzt sind es nur noch knapp 2.000 Impfungen pro Woche – Tendenz weiter sinkend, sagt Sachsens DRK-Sprecher Kai Kranich: "In Dresden und Leipzig ist die Nachfrage noch in Ordnung. Da reden wir über 50, 60 Impfungen am Tag. Wir haben aber auch Impfstellen in der Sächsischen Schweiz oder vielleicht auch in anderen Regionen, da sind am Tag dann nur vier bis sechs Impfungen da. Das ist natürlich für die Mitarbeitenden nicht ausfüllend."

Sachsen: Impfstellen schließen oder begrenzen Öffnungszeiten

Die Zahl der Impfstellen in Sachsen wurde zum 1. Juni von 25 auf 13 reduziert: eine in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt. Die Öffnungszeiten sind auf vier Tage pro Woche beschränkt. In den letzten beiden Juli-Wochen bleibt ganz geschlossen. Auch mobile Teams kommen über den Sommer nicht mehr zum Einsatz.

Doch ist es überhaupt sinnvoll, die Impfstellen weiter zu betreiben, wenn kaum einer kommt? Ja, schreibt das Sächsische Sozialministerium an MDR AKTUELL: "Dieses reduzierte "Auffang"-Impfangebot steht im Verhältnis zur derzeit geringen Impfnachfrage und sichert ab, dass für alle Menschen in Sachsen ein niedrigschwelliges Impfangebot besteht. Jede Impfung zählt."

Thüringen: Impfstellen können jederzeit wieder hochgefahren werden

Ab Oktober könne man die Impfangebote so außerdem schnell wieder ausbauen. Wie viel Geld der monatliche Weiterbetrieb im Sommer den Freistaat kostet, könne man nicht genau beziffern. Ähnliches schreibt das Thüringer Gesundheitsministerium. Die Kosten für die Impfstellen würden über den Sommer aber sinken. Die Kassenärztliche Vereinigung betreibt die Impfstellen in Thüringen. Es waren mal 27, aktuell sind es noch 16, dreimal die Woche geöffnet, sagt die 1. Vorsitzende Annette Rommel: "Und ab 1. Juli werden 15 Impfstellen geöffnet sein: Mittwoch und Samstag."

15 mobile Impfteams fahren, wenn nötig, aber auch weiter in Pflegeheime oder soziale Einrichtungen. Nur noch etwa 1.000 Impfungen pro Woche wurden in Thüringen zuletzt über die Impfstellen verabreicht. Das Impfpersonal werde entsprechend dem Bedarf eingesetzt und auf Honorarbasis bezahlt, sagt Rommel: "Es ist ja tatsächlich so, dass die Termine vorgebucht sind, sodass man genau weiß, die Zeit ist von dann bis dann ausgenutzt und dann werden die entsprechenden Personen auch eingesetzt. Und wenn keine weiteren Termine gebucht sind, sitzt dann auch keiner mehr rum."

Es sei alles gut planbar und man könne im Herbst schnell wieder für mehr Kapazitäten sorgen.

Sachsen-Anhalt: Impfstellen werden je nach Lage wiedereröffnet

In Sachsen-Anhalt wird das Impfen dezentral von den Landkreisen und kreisfreien Städten organisiert. So ist zum Beispiel das Impfzentrum in Dessau-Roßlau schon seit Anfang Mai geschlossen. Erst ab dem 16. Juni soll es hier wieder weitergehen. Das Gesundheitsministerium Sachsen-Anhalt vertraut nach eigenen Angaben darauf, dass vor Ort je nach Lage Impfstellen runter- und wieder hochgefahren werden können. Der Großteil der Impfungen wird aber ohnehin in allen drei Ländern inzwischen durch die Hausärztinnen und -ärzte verabreicht.

MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: 09. Juni 2022 | 06:00 Uhr

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