Umsetzung der 3G-Regeln Alles zum Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests

Ab Montag gibt es keine kostenlosen Corona-Schnelltests mehr. Ausnahmen gelten unter anderem für Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder für die bisher keine Impfempfehlung vorliegt. Alle anderen müssen ab 11. Oktober für die Schnelltests bezahlen.

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Keine kostenlosen Schnelltests mehr für alle Bildrechte: dpa

  • Ausnahmen gelten unter anderem für Schwangere und Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.
  • Im Rahmen der "3G"-Regeln kommen daher vor allem auf Ungeimpfte Kosten zu.
  • Wie teuer die Schnelltests künftig werden, bestimmt vor allem der Markt.
  • Hintergrund für das Ende der Kostenübernahme ist, dass kostenlose Impfungen möglich sind.

Ab Montag sind die kostenlosen Corona-Schnelltests für alle Geschichte. Getestet wird auch weiterhin, allerdings kosten sie dann. Doch es gibt Ausnahmen, in erster Linie zum Beispiel für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder für die bisher keine Impfempfehlung vorliegt – vor allem Kinder unter zwölf Jahren (Schüler werden ohnehin kostenfrei in den Schulen getestet). Kostenlos bleibt es unter anderem auch für Menschen, die zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion einen Test brauchen.

#MDRklärt Diese Gruppen müssen auch künftig für einen Coronatest nichts bezahlen

Die bisher kostenlosen Corona-Schnelltests müssen ab dem 11. Oktober wieder bezahlt werden – allerdings nicht von allen. Diese Personengruppen bekommen weiter kostenlose Tests.

Diese Gruppen müssen auch künftig für einen Coronatest nichts bezahlen
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Diese Gruppen müssen auch künftig für einen Coronatest nichts bezahlen
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Kinder unter zwölf Jahren und Zwölfjährige, die innerhalb der letzten drei Monate das zwölfte Lebensjahr vollendet haben.
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Schwangere, Stillende und Jugendliche bis 18 Jahre können sich noch bis zum 31. Dezember kostenlos testen lassen.
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Personen, die aufgrund medizinischer Umstände nicht geimpft werden können, bekommen weiterhin kostenlose Tests. Darunter fallen auch Schwangere im ersten Schwangerschaftsdrittel.
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Jeder, der an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilnimmt, muss für Tests weiterhin nichts bezahlen.
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Personen, die sich in Quarantäne befinden und mit einem Test diese beenden können, müssen ebenfalls nicht für den Test bezahlen.
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Zudem sind bis Ende des Jahres auch Schwangere im Rahmen einer Übergangsregelung von der Pflicht, für die Tests zu bezahlen, ausgenommen. Sie dürfen bis 31. Dezember 2021 auch weiterhin mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Woche machen. Hintergrund ist, dass es für Schwangere und die 12- bis 17-Jährigen erst seit kürzerer Zeit eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission gibt. Sie sollen daher erst mehr Zeit für Impfungen bekommen.

Für wen Corona-Tests kostenlos bleiben:

  • Personen, die zum Zeitpunkt der Testung noch keine zwölf Jahre alt sind oder erst in den letzten drei Monaten vor der Testung zwölf Jahre alt geworden sind.
  • Personen, die aufgrund einer medizinischen Kontraindikation zum Zeitpunkt der Testung nicht geimpft werden können. Das gilt insbesondere bei einer Schwangerschaft im ersten Schwangerschaftsdrittel, da die Ständige Impfkommission für diesen Zeitraum bislang keine generelle Impfempfehlung ausgesprochen hat. Die kostenlose Testmöglichkeit besteht auch dann, wenn wegen einer medizinischen Kontraindikation eine Impfung in den letzten drei Monaten vor der Testung nicht möglich war.
  • Vormals Schwangere bzw. Stillende haben bis einschließlich 17. Dezember 2021 einen Anspruch auf kostenlose Testung. Die Anspruchsberechtigung kann in diesem Fall durch den Mutterpass belegt werden.
  • Personen, die sich wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus in Quarantäne begeben mussten, können sich kostenlos testen lassen, wenn die Testung zur Beendigung der Absonderung erforderlich ist.
  • Bis zum 31. Dezember 2021 können sich alle, die zum Zeitpunkt der Testung noch minderjährig sind, kostenlos testen lassen. Das Gleiche gilt auch für Schwangere.
  • Auch Studierende aus dem Ausland, die sich für ein Studium in Deutschland aufhalten und mit in Deutschland nicht anerkannten Impfstoffen geimpft wurden, können sich bis zum 31. Dezember 2021 kostenlos per Schnelltest testen lassen.
  • Außerdem können sich Personen, die an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilnehmen oder in den letzten drei Monaten vor der Testung teilgenommen haben, kostenlos testen lassen.
  • Personen, die Erkältungssymptome haben, können ebenfalls weiterhin kostenlos getestet werden, allerdings sollten sie sich telefonisch an ihre Hausärztin bzw. ihren Hausarzt oder den medizinischen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 wenden. Wer Kontakt zu einer positiv getesten Person hatte, sollte sich an das zuständige Gesundheitsamt wenden.

2G, 3G oder PCR-Test

Für Nichtgeimpfte werden insbesondere in Innenräumen Testpflichten gelten. Wer sich beispielsweise für einen Kino-, Restaurant- oder Konzertbesuch nach dem sogenannten 3G-Modell – (geimpft, genesen oder negativ getestet) – freitesten lassen will, muss etwa zum Arzt, in eine Apotheke oder zu einem medizinischen Labor gehen und den Test künftig bezahlen.

Allerdings gilt beispielsweise in Thüringen nach der aktuellen Corona-Verordnung für 3G die Pflicht, einen PCR-Test zu machen. Schnelltests reichen hierfür nicht aus. In Sachsen schon, hier kündigten etwa Freiberg und Stollberg zudem an, auch weiterhin kostenlose Tests anbieten zu wollen.

Der Markt bestimmt die Preise

Wie teuer die Schnelltests künftig sein werden, liegt zum großen Teil im Ermessen der Anbieter und der Entwicklung des Marktes. Zuletzt gingen Angebot und Nachfrage wegen immer mehr Impfungen zurück. So waren auf einem Info-Portal zeitweise rund 6.000 Apotheken zu finden, die Tests machen. Inzwischen sind es nach Verbandsangaben noch 4.400. Generell zu kalkulieren sei mit Kosten für Material, separate Räume und Personal.

Der Landesapothekerverband in Sachsen-Anhalt schätzt, dass die Zahl der Schnelltests in den teilnehmenden Apotheken von Mai bis August um 80 bis 90 Prozent gesunken ist. Für viele sei der personelle, technische und bürokratische Aufwand bereits zu hoch geworden, um bei dieser Entwicklung der Nachfrage die Tests weiterhin anzubieten.

Verbände erwarten Preis von 20 Euro pro Test

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Keine kostenlosen Tests mehr für alle Bildrechte: dpa

Bisher bekommen Anbieter pro Schnelltest 11,50 Euro Vergütung, für genauere PCR-Tests gibt es etwa 43 Euro. Für Selbstzahler sind diese aber oft teurer – sie kosten umso mehr, je schneller das Laborergebnis kommen soll. Die Bundesregierung wies darauf hin, dass Beschäftigte sich in Firmen kostenlos testen lassen können.

Der Thüringer Apothekerverband beispielsweise rechnet im Schnitt mit 15 bis 20 Euro für Schnelltests. Der Preis könne allerdings von Apotheke zu Apotheke variieren, hieß es. Von 20 Euro gehen auch die Betreiber des Corona-Schnelltest-Zentrums Magdeburg und des halleschen Testzentrums aus.

Kostenlose Impfung statt kostenloser Tests

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten im August vereinbart, dass das vom Bund seit Anfang März finanzierte Angebot für kostenlose "Bürgertests" für alle enden soll. Da kostenlose Impfungen für alle möglich seien, sei eine dauerhafte Übernahme der Testkosten durch die Steuerzahler nicht länger nötig, hieß es zu Begründung. Kritik an der Entscheidung kam unter anderem von Virologen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 07. Oktober 2021 | 19:30 Uhr

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