Bund-Länder-Treffen Beschluss: Keine kostenlosen Corona-Tests mehr

Für Ungeimpfte soll es ab dem 11. Oktober 2021 keine kostenlosen Corona-Tests mehr geben. Nach einem Bund-Länder-Beschluss sollen sich außerdem Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, verpflichtend testen lassen. Großveranstaltungen brauchen ein spezielles Hygienekonzept.

Corona-Testcenter für Reiserückkehrer am Flughafen Stuttgart
Auch an Flughäfen soll es ab Mitte Oktober keine kostenlosen Test pauschal für alle mehr geben. Bildrechte: imago images/Lichtgut

Für ungeimpfte Menschen soll es ab dem 11. Oktober 2021 keine kostenlosen Corona-Tests mehr geben. Darauf haben sich nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel Vertreter von Bund und Ländern bei einem Treffen geeinigt. In dem Beschluss heißt es, wer einen Test brauche, müsse ihn dann selbst zahlen. Ausnahmen gebe es für Personen, die sich nicht impfen lassen könnten und für die es keine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission gebe – wie etwa Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre sowie Schwangere.

Testpflicht für Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene

Bund und Länder haben außerdem eine neue Corona-Testpflicht für Ungeimpfte beschlossen. Wer nicht geimpft und auch nicht von Corona genesen ist, muss den Angaben zufolge ab dem 23. August für sämtliche Aktivitäten in Innenräumen einen negativen Test vorlegen. Dabei muss entweder ein höchstens 24 Stunden alter negativer Antigen-Schnelltest oder ein höchstens 48 Stunden alter negativer PCR-Test vorliegen. Das betrifft unter anderem das Essen in Restaurants, Hotel-Übernachtungen sowie Klinik- und Pflegeheimbesuche. Eine Testpflicht für Ungeimpfte gilt außerdem beim Gang ins Fitnessstudio, ins Kino oder zum Friseur.

Einführung von "3G"

Von dieser sogenannten "3G"-Regelung – also Zutritt nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete – sind alle Kinder bis zum 6. Lebensjahr sowie Schüler ausgenommen. Die Bundesländer können aber die 3G-Regel ganz oder teilweise aussetzen – Voraussetzung ist dabei eine Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 35 Neuinfektionen. Die Erforderlichkeit der 3G-Regel soll den Angaben zufolge mindestens alle vier Wochen überprüft werden.

Großveranstaltungen

Für Großveranstaltungen wie etwa Konzerte, für Feiern in geschlossenen Räumen oder Partys sieht die Ministerpräsidentenkonferenz ein besonders hohes Risiko für Mehrfachansteckungen. Deshalb müssen Veranstalter konkrete Hygienekonzepte vorlegen. Bei Sportveranstaltungen mit mehr als 5.000 Zuschauern soll die zulässige Auslastung auf maximal 50 Prozent der Höchstkapazität begrenzt werden, aber nicht mehr als 25.000 Zuschauer. Dies betrifft insbesondere die am Wochenende beginnende Fußball-Bundesliga.

AHA+L-Regeln und Impfaufruf

Die Basisschutzmaßnahmen der sogenannten AHA+L-Maßnahmen bleiben im Einzelhandel und im ÖPNV für alle bestehen: mindestens 1,5 Meter Abstand einhalten, Hygieneregeln wie richtiges Husten, Niesen und gründliches Händewaschen beachten, Alltagsmaske tragen und Lüften. Um für alle Maßnahmen die nötigen Rechtsgrundlagen zu garantieren, soll die vom Bundestag festgestellte epidemische Lage von nationaler Tragweite verlängert werden.

Sowohl die Kanzlerin als auch die Länderchefs appellierten erneut an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Merkel sagte, es gebe im europäischen Vergleich etliche Länder, die besser seien. Sie bat geimpfte Menschen, für das Impfen zu werben, "weil es einfach ein Schutz für uns alle ist".

Der Kanzlerin zufolge ist eine Impfquote von 75 bis 80 Prozent erstrebenswert, um keine einschneidenden Maßnahmen mehr ergreifen zu müssen. In Deutschland sind derzeit 55,1 Prozent der Bevölkerung vollständig und 62,5 Prozent einmal geimpft. Der Zulauf zu den Impfangeboten sinkt aber seit Wochen.

Quelle: dpa, AFP, epd

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. August 2021 | 18:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland