Virologe Kekulé: Stiko-Empfehlung für Kinder-Impfung nicht nachvollziehbar

Der Virologe Alexander Kekulé hat die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, auch Fünf- bis Elfjährige einer Covid-Impfung auszusetzen, für nicht nachvollziehbar erklärt. Durch Omikron gebe es kaum schwere Erkrankungen und auch eine Übertragung des Virus werde durch die Impfung nicht verhindert.

Der Virologe Alexander Kekulé hat sich erstaunt über die neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gezeigt. Demnach sollen auch gesunde Kinder zwischen fünf und elf Jahren eine Corona-Impfdosis bekommen.

Kaum schwere Erkrankungen

Kekulé sagte MDR AKTUELL, er halte das für nicht nachvollziehbar. Durch Omikron sei die Schwere der Erkrankungen für Kinder absolut in den Keller gesackt. Auch für das seltene MIS-C-Syndrom gebe es bei dieser Virusvariante nur noch ein extrem geringes Risiko. Zudem werde die Übertragbarkeit des Virus weder bei Kindern noch bei Erwachsenen durch die Impfung nennenswert verhindert.

Überraschende Entscheidung nach Monaten

Die Stiko hatte zuvor nach monatelanger Zurückhaltung die Impfung von gesunden Kindern zwischen fünf und elf Jahren mit einer Dosis eines mRNA-Impfstoffs empfohlen. Bislang hatte die Impfkommission die Covid-Impfung nur für Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen oder mit Kontakt zu Menschen mit hohem Corona-Risiko empfohlen.

Die Stiko schätzt, dass inzwischen mehr als 77 Prozent der Fünf- bis Elfjährigen eine Corona-Infektion durchgemacht haben. In Deutschland sind in der Altergruppe knapp 20 Prozent vollständig geimpft.

MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL - Das Nachrichtenradio | 24. Mai 2022 | 20:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland

Eine historische Straßenbahn 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK