Maskenpflicht Verkehrsverband fordert Aufhebung der Maskenpflicht im ÖPNV

Ende März wurden die meisten Corona-Regeln in Deutschland aufgehoben. Vielerorts ist das Masketragen freiwillig. Nur im Personenverkehr besteht noch die Maskenpflicht. Nun werden auch dort Forderungen zu einer Aufhebung laut. Experten warnen jedoch mit Blick auf den Herbst und Winter vor zu schnellen Entscheidungen.

Eine Frau in einer Straßenbahn schaut aus dem Fnester
Noch besteht im bundesweiten Personenverkehr die Maskenpflicht, doch immer mehr Menschen fordern ihre Abschaffung. Bildrechte: imago images/Westend61

Eine S-Bahn in Leipzig ist in Richtung Süden unterwegs. Wie überall im öffentlichen Personen-Nahverkehr gilt auch hier immer noch: Wer mitfahren will, muss eine Maske tragen. Anders als an anderen öffentlichen Orten, wie Supermärkten, wo es die Pflicht nicht mehr gibt. Ist das noch sinnvoll?

Freiwillig kann man seine Maske überall tragen. Verpflichtend ist es immer noch in Fernzügen und Flugzeugen, bundesweit zunächst bis 23. September. Für den Nahverkehr sind aber die Länder zuständig.

Verband der Verkehrsunternehmen fordert Aufhebung

In Thüringen etwa gilt die Maskenpflicht im ÖPNV erstmal bis zum 28. Mai. Mindestens bis dahin müssen die Ticketkontrolleure dafür sorgen, dass sich die Fahrgäste daran halten, sagt Anja Kümpfel von den Erfurter Verkehrsbetrieben: "In unregelmäßigen Abständen versuchen wir auch sogenannte Komplexkontrollen, zusammen mit der Polizei. Wir merken aber auch, dass die Akzeptanz bei den Fahrgästen zur Maskenpflicht sinkt."

Angesichts sinkender Infektionszahlen fordert der Verband der Verkehrsunternehmen die Pflicht aufzuheben: "Wir erleben seit Monaten volle Fußballstadien, Konzerte und Veranstaltungen ohne Maskenpflicht. Und auch in Restaurants, Einkaufszentren und Supermärkten sind immer mehr Menschen ohne Maske unterwegs. Von daher gibt es aus Sicht der Bus- und Bahnunternehmen auch keinen Grund mehr, im ÖPNV oder im Fernverkehr an der Maskenpflicht festzuhalten."

Virologen warnen: Ausbreitung nicht unterschätzen

Nicht alle sind dafür, die Maskenpflicht im ÖPNV zeitnah abzuschaffen. Zwar gäbe es tatsächlich sinkende Infektionszahlen, das Risiko würde aber unterschätzt, sagt etwa der der Bremer Virologe Hajo Zeeb: "Wir haben weiterhin eine ganz erhebliche Ausbreitung in der Bevölkerung, das sollte nicht unterbewertet werden. Natürlich gibt es nicht mehr so viele schwere Verläufe, aber immer noch eine ganze Menge Todesfälle zu beklagen jeden Tag."

In öffentlichen Verkehrsmitteln sei man daher mit einer Maske weiterhin gut beraten. Zeeb befürchtet, dass es im Herbst und Winter wieder überfüllte Krankenhäuser geben könnte, wenn im ÖPNV demnächst die Maskenpflicht fällt.

MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Mai 2022 | 06:00 Uhr

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