Reaktionen auf Corona-Gipfel Haseloff: "Das Maßnahmenpaket wird wirken"

Nach Aussage von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff werden die Bund-Länder-Beschlüsse zu sinkenden Corona-Inzidenzwerten führen. Lob kam auch vom Amtskollegen Kretschmer aus Sachsen und dem deutschen Handwerk. Patientenschützer kritisierten, dass die Hospitalisierungsinzidenz die Grundlage für Maßnahmen bildet. Sie spiegele nicht die tatsächliche Belastung der Krankenhäuser wider.

Der amtierende Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) steht am Eingang eines Bürogebäudes.In Sachsen-Anhalt geht CDU, SPD und FDP in die dritte und voraussichtlich letzte Woche der Koalitionsverhandlungen.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff glaubt an den Erfolg des beschlossenen Maßnahmenpakets. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat die Beschlüsse des Corona-Gipfels von Bund und Ländern gelobt. Er sagte am Donnerstagabend in der ARD, das Maßnahmenpaket greife tief in die zwischenmenschlichen Kontakte und in "wirtschaftliche Aktivitäten" ein. Das werde zur Beruhigung der Inzidenzzahlen beitragen. Die vergangenen Wellen hätten gezeigt, dass das sicher nicht "von heute auf morgen passieren" werde. Wenn sich herausstelle, dass die Maßnahmen nicht ausreichten, müsse man auf der nächsten Sitzung am 9. Dezember nachschärfen.

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, steht in der Messe.
Bildrechte: dpa

Wir haben ein großes Maßnahmenpaket beschlossen. Das wird auch wirken.

Reiner Haseloff Sachsen-Anhalts, Ministerpräsident

2G soll in Sachsen-Anhalt verpflichtend werden

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne erklärte nach dem Gipfel, dass sie sich für schärfere Maßnahmen einsetzen wolle. Sie werde dem Kabinett vorschlagen, die Vorschriften innerhalb der geschlossenen Räume in bestimmten Bereichen zu verschärfen. Das sogenannte 2G-Optionsmodell solle demnach in eine Verpflichtung umgeändert werden.

Nach Angaben der Ministerin sollen künftig nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt etwa zu Freizeiteinrichtungen und Vergnügungsstätten, Seniorenbegegnungsstätten, Volksfesten und zur Innengastronomie haben. Auch Veranstaltungen ab 50 Personen und nicht berufliche Beherbergungen sollen demnach dann der 2G-Regel unterliegen. Aktuell gilt in Sachsen-Anhalt in Innenräumen durchgehend eine 3G-Pflicht. Dabei haben nur Geimpfte, Genesene und negativ Getestete Zutritt.

Kretschmer: Einschränkungen in allen Regionen möglich

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigte sich wie Haseloff zufrieden mit den Bund-Länder-Beschlüssen. Die Ministerpräsidentenkonferenz habe zu Recht entschieden, dass 2G in Zukunft nötig sei. Viele Bundesländer seien noch weit von den sächsischen Inzidenzzahlen entfernt. Aber keine Region könne bei der jetzigen Dynamik davon ausgehen, Weihnachten ohne Einschränkung zu erleben.

Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen
Bildrechte: dpa

Es ist also jetzt an der Zeit, auch in anderen Regionen deutlich auf die Bremse zu treten. Wir im Freistaat Sachsen müssen das deutlicher tun.

Michael Kretschmer Sachsens Ministerpräsident

Jede Veranstaltung, die nicht stattfindet, jeder Anlass, an dem nicht viele Menschen zusammenkommen, sind nach Aussage des sächsischen Ministerpräsidenten ein Gewinn. Infektionen entstünden dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen. Kretschmer hatte die Bevölkerung am Donnerstag im Landtag auf weitere Einschnitte eingestimmt, das Wort Lockdown aber vermieden.

Handwerk begrüßt finanzielle Hilfen

Nach Ansicht des Präsidenten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, war es für die beschlossenen Maßnahmen angesichts dramatisch steigender Infektions- und Hospitalisierungsraten "höchste Zeit". Dabei gehe es nicht nur um den Gesundheitsschutz, sondern auch um Planungssicherheit für Betriebe. Wollseifer begrüßte auch, dass die finanziellen Hilfen wie die Überbrückungshilfe III einschließlich Neustarthilfe bis 31. März 2022 verlängert werden sollen.

Patientenschützer: Hospitalisierungsrate nicht aktuell

Kritik kam dagegen von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Vorstand Eugen Brysch sagte, Bund und Länder hätten noch immer keinen verlässlichen Maßstab zur Bewertung der Corona-Lage geschaffen. Die Hospitalisierungsrate sei weder eine aktuelle Zahl, noch spiegele der Wert die tatsächliche Belastung der Krankenhäuser wider. Überfällig sei ein "Covid-19-Radar" für die Kliniken, der tagesaktuelle Parameter in den Blick nehme. Dazu gehörten Corona-Infizierte, Corona-Erkrankte, an Corona Gestorbene und die Auslastung aller Stationen.

ARD,dpa(mcs)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 18. November 2021 | 21:45 Uhr

Mehr aus Panorama

Hans-Jürgen Dörner 20 min
Bildrechte: imago images/Matthias Rietschel
20 min 20.01.2022 | 18:30 Uhr

Fußball-Deutschland trauert um einen ganz Großen. Dynamo Dresdens Klubikone Hans-Jürgen Dörner ist tod. Er starb nach langer schwerer Krankheit mit 70 Jahren. In einem Spezial erinnern wir an den Weltklasse-Verteidiger.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Mi 19.01.2022 18:30Uhr 20:04 min

https://www.mdr.de/sachsenradio/audio-hans-juergen-dixie-doerner-erinerungen-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Mehr aus Deutschland