Kostenlose Schnelltests Millionen von Corona-Schnelltests verfügbar

In anderthalb Wochen soll es losgehen mit den Schnelltests in Apotheken, Testzentren, beim Hausarzt oder bald vielleicht auch zu Hause mit dem Spucktest. Aber ist das überhaupt umsetzbar?

Apotheker nimmt Rachenabstrich
Auch in Apotheken sollen vermehrt Corona-Schnelltests durchgeführt werden. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Kritik an den Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, ab 1. März kostenlose Schnelltest anzubieten? Man sucht sie vergeblich. Stattdessen Erleichterung und Vorfreude: "Wir haben ja alle drauf gewartet", erklärt Reinhard Groß. Er ist der stellvertretende Vorsitzende des sächsischen Apothekerverbandes. "Ich halte das für ganz wichtig und für ganz essenziell, dass das kommt."

Die kostenlosen Schnelltests sollen von geschultem Personal in Apotheken, bei Testzentren und Ärzten durchgeführt werden. Reinhard Groß sagt: Die Apotheken sind schon lange in der Testverordnung zur Durchführung von Schnelltests vorgesehen. Nun müsse jede Apotheke selbst entscheiden: "Die Arbeitsschutzvorschriften, die sind doch erheblich und die räumlichen Voraussetzungen und die personellen Kapazitäten sind nicht in jeder Apotheke vorhanden."

Kapazitäten der Apotheken

Doch bereits jetzt werden vielerorts kostenpflichtige Corona-Schnelltests angeboten. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping ist deshalb optimistisch, dass genug Apotheken, Ärztinnen und Ärzte oder geschultes Personal in Testzentren zur Verfügung stehen werden: "Bei den Gesundheitsämtern werden wir in Kürze die Gespräche aufnehmen. Auch da in den unterschiedlichen Landkreisen gibt es ja jetzt schon Testzentren. Wir haben Testzentren an den Krankenhäusern, also es gibt hier schon eine ganze Reihe. Und die werden wir natürlich weiter nutzen wollen und dann werden wir miteinander sprechen, ob es noch weitere Möglichkeiten gibt, Testzentren einzurichten."

Die Kapazitäten, um Schnelltests durchzuführen, sind also da. Aber gibt es auch genug Tests? Ja, sagt Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen: "Die Schnelltests gibt es momentan wie Sand am Meer, das ist überhaupt kein Problem."

Millionen Kontingente für jeden Monat

Auch das Bundesgesundheitsministerium teilte MDR AKTUELL mit, dass es sich bei den Herstellern Mindestkontingente sichere. Für Januar bis März 60 Millionen Schnelltests pro Monat. Ab April seien es dann 43 Millionen und ab Juli bis Ende des Jahres 37 Millionen Tests monatlich. Auch bei den angekündigten Selbsttests für zu Hause, für die es Anfang März erste Zulassungen geben soll, seien Verhandlungen über Mindestbestellmengen geplant, kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an.

Es herrscht also allseits Optimismus. Klaus Heckemann von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen weist allerdings darauf hin, je mehr Leute ohne Symptome getestet würden, desto häufiger gebe es auch positive Ergebnisse: "Und damit erhöhen sich die Inzidenzzahlen. Aber einfach zulasten des kleiner werdenden Dunkelfeldes. Weil Leute waren heute schon positiv, nur man wusste es nicht."

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping sagt: Es gehe darum, jetzt ein realistisches Bild zu bekommen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Februar 2021 | 06:06 Uhr

5 Kommentare

Kritische vor 12 Wochen

Es genügt ja nicht, dass diese Tests vorhanden sind. Sie müssen auch sinnvoll eingesetzt werden. Natürlich werden einzelne einen Test machen lassen, bevor sie zur Oma zum Kaffee fahren. Aber das wird die Zahlen in der Masse nicht runterbringen. Besser wäre es, diese regelmäßig und flächendeckend in Kitas und Schulen einzusetzen sowie nach dem Vorschlag von Herrn Kekulé z. B, in Restaurants oder vor Konzerten etc. Nur dann hat es eine messbare gesellschaftliche Wirkung. Auf die Verantwortung des Einzelnen zu setzen, wird nicht funktionieren.

Ludwig vor 12 Wochen

Auch richtig. Denn seit wann ist irgendetwas kostenlos, wie hier vermittelt wird. Wenn wir es nicht direkt bezahlen, wird es über das Steueraufkommen finanziert oderr Schulden werden gemacht. In jedem Fall kommt am Ende der steuerzahlende Bürger dafür auf.

Ludwig vor 12 Wochen

Unser Sohn lebt und arbeitet seit vielen Jahren in der Schweiz. Für seine Arbeit benötigt er stets einen aktuellen Schnelltest, den er seit Jahresbeginn 2021 alle 48 h als Speichel-Test selbst durchführt. Was kann die Schweiz, was in Deutschland nicht gehen sollte? Warum hinken wir in D inzwischen bei so vielen Dingen hinterher?

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