Lieferengpässe Höhere Preise für Corona-Schnelltests erwartet

Eintritt nur mit Corona-Test, das gilt in immer mehr Einrichtungen oder auch bei Veranstaltungen. Im Gegensatz zum Sommer ist deshalb auch die Nachfrage nach Tests inzwischen wieder höher. In Supermärkten und Drogerien zum Beispiel sind die Regale für die sogenannten Laientests oft leer, auch in Onlineshops liest man häufig den Hinweis: "Derzeit nicht vorrätig". Wie ist die Lage auf dem Markt? Droht eine Unterversorgung?

Eine Krankenschwester ordnet die Testergebnisse von Corona-Schnelltests 3 min
Bildrechte: dpa

Droht eine Unterversorgung?

MDR AKTUELL Sa 20.11.2021 08:09Uhr 02:51 min

https://www.mdr.de/mdr-aktuell-nachrichtenradio/audio/audio-1889200.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

"ACHTUNG! Aktuell sehr hohe Nachfrage. Bitte planen Sie rechtzeitig Ihren Bedarf und bestellen Sie frühzeitig. Wir erwarten einen deutlichen Preisanstieg in den nächsten Tagen." Diese Warnung steht in dicken roten Buchstaben auf der Startseite des Onlineshops der Hanseatischen Wirtschafts- und Vertriebsgesellschaft (HWV) für Ärztebedarf in Bremen. Sie betrifft vor allem Corona-Schnelltests.

Nachfrage nach Corona-Schnelltests deutlich gestiegen

Wie Geschäftsführer Timon Bauer berichtet, ist die Nachfrage in den vergangenen Tagen um 500 Prozent gestiegen. Das Sommerloch, das es im Handel mit Schnelltests gab, sei "definitiv vorbei", sagt Bauer. Aber: "Viele Firmen bereiten auf eine neue Testpflicht vor und ordern jetzt schon in großen Mengen."

Ähnliches berichtet auch sein Branchenkollege Valentin Hug. Er ist zuständig für die Beschaffung bei einem Onlineshop namens XSPraxisbedarf mit Sitz im Schwarzwald: "Die Nachfrage ist in den letzten zwei Wochen immens gestiegen." Es habe eine sehr lange Zeit gegeben, in der die Selbsttests Ladenhüter gewesen seien. Regale in Supermärkten und im Einzelhandel seien voll damit gewesen.

Beide Händler sind sich einig, dass weder Politik noch Handel auf eine vierte Coronavirus-Welle dieses Ausmaßes vorbereitet gewesen seien. HWV Bremen-Geschäftsführer Timon Bauer zufolge heißt das für Kundinnen und Kunden vor allem, dass die Tests teurer würden: "In der letzten Woche haben wir einen ungefähren Preisanstieg von 80 bis 90 Prozent erlebt." Das werde nun wahrscheinlich nochmal um 100 bis 150 Prozent nach oben gehen.

Lieferengpässe als Grund für erwarteten Preisanstieg

Ein Hauptgrund dafür sind Valentin Hug zufolge Lieferengpässe in allen Bereichen und hohe Frachtpreise. Die meiste Ware komme aus Fernost. Vor Weihnachten seien Flugzeuge, Schiffe und Züge aber ohnehin schon ausgelastet: "Da nun ein, in Anführungsstrichen, neues Produkt hinzukommt, für das die Nachfrage immens steigt, gibt es über kurz oder lang Lieferengpässe."

In Deutschland gebe es einfach nicht genug, dass jede Firma Tests kaufen könne, um ihre Mitarbeiter jeden Tag zu testen, sagt Valentin Hug weiter. Er beobachtet auch, dass immer mehr Apotheken kurzfristig große Mengen an Tests bestellen.

Beim Thüringer Apothekerverband blickt man allerdings deutlich gelassener auf die Lage. Nach Einschätzung des stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Thomas Olejnik ist die Versorgungslage gut. Leere Regale führt er auf sprunghafte Anstiege in der Nachfrage zurück: "Gerade bei uns Apotheken werden Tests auch kurzfristig wieder aufgefüllt. Wir haben relativ kurze Lieferketten, sodass man manchmal innerhalb weniger Stunden wieder lieferfähig ist."

Für die Apotheken rechnet Olejnik zwar mit einer steigenden Nachfrage, nicht aber mit Engpässen in der Fläche bei Selbsttests.

Kein Mangel an Tests mit Fachpersonal

Eine andere Frage ist die Versorgung in Kliniken und Altenheimen. Dort geht es um Tests, die von Fachpersonal durchgeführt werden. Wie die Händler Valentin Hug und Timon Bauer berichten, ist die Lage bei diesen Tests wesentlich entspannter.

Ärztekammern, Krankenhausgesellschaften, Kliniken und Pflegeverbände in Mitteldeutschland bestätigten diese Einschätzung auf Nachfrage von MDR AKTUELL. Von überall kommt die Auskunft, die Versorgung sei stabil, Engpässe seien nicht in Sicht.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL | 19. November 2021 | 08:09 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland