Booster-Impfung Bundesweite Diskussion über Reaktivierung der Impfzentren

Die Bundesländer haben die meisten Corona-Impfzentren geschlossen. Für die empfohlenen Booster-Impfungen raten Bundesgesundheitsministerium und die Ärztekammer nun, diese wieder zu öffnen. Wie beim Impfprogramm im Frühjahr sollen dann zunächst die über 60-Jährigen eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Blick auf den Zugang zu den Impfkabinen im Impfzentrum im Erika-Heß-Eisstadion. Drei Berliner Impfzentren haben heute ab 14 Uhr mit Impfungen ohne Termin gestartet.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Länder aufgerufen, ihre Impfzentren wieder zu reaktivieren. Bildrechte: dpa

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Bundesländer aufgerufen, ihre Impfzentren wieder zu öffnen. Spahn sagte der "Rheinischen Post", um möglichst schnell Auffrischungsimpfungen anzubieten, sollten die Länder ihre Impfzentren im Stand-By-Modus wieder startbereit machen.

Spahn zufolge sollten in einem ersten Schritt alle Über-60-Jährigen schriftlich zu einer Auffrischungsimpfung eingeladen werden. Das habe bei den Erstimpfungen auch gut geklappt.

Booster-Gipfel soll Details klären

Hintergrund ist, dass mehr Menschen eine sogenannte Booster-Impfung erhalten sollen, da die Wirksamkeit der Impfungen offenbar relativ schnell nachlässt.

Umstritten ist Spahns Vorstoß, möglichst der gesamten Bevölkerung eine dritte Impfung anzubieten. Dafür gibt es etwa von der Ständigen Impfkommission noch keine Empfehlung, die Stiko empfiehlt bislang die Auffrischungsimpfung für Menschen ab 70 Jahren. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten unter anderem dazu ab Donnerstag in Lindau.

Ärztekammer für strengere Regeln

Ärztepräsident Reinhardt unterstützte dagegen Spahn Vorstoß. Er sagte im ZDF-"Morgenmagazin", es sei "gut und richtig" in Impfzentren entsprechend der Altersgruppen die Booster-Impfungen geregelt vorzunehmen.

Reinhardt sprach sich außerdem dafür aus, bei einem weiteren Anschwellen der vierten Welle mehr Bereiche des öffentlichen Lebens wie die Gastronomie und Museen mit einer 2G-Regel zu versehen und nur für Geimpfte und Genesene zuzulassen.

Für den Arbeitsplatz könne er sich vorstellen, wie in Italien und Österreich eine 3G-Regelung durchzusetzen. In jedem Fall sei "etwas mehr Kontrolle" nötig . Der Präsident der Bundesärztekammer sprach sich ferner dafür aus, in Altenheimen "sehr intensiv" weiter zu testen. Eine Impfpflicht für Pflegekräfte indes lehnte er ab.

KNA, (ans/cga)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 01. November 2021 | 09:00 Uhr

9 Kommentare

Aufgedeckt vor 29 Wochen

"Umstritten ist Spahns Vorstoß, möglichst der gesamten Bevölkerung eine dritte Impfung anzubieten."

Lass mich mal raus mein lieber Herr Spahn.

Auch damit werden sie kein Corona-Krisen-Minister.

wer auch immer vor 29 Wochen

Impfzentren ja, aber nicht auf jeden "Kaff".
Wer geimpft werden möchte kann auch mal 50 / 70 km dahinfahren.
Zum Shoppen wird das ja auch regelmäßig gemacht.
Für meine Gesundheit ist mir dieser Weg nicht zu weit.

ElBuffo vor 29 Wochen

Aber die haben oft den Vorteil, dass der Eigentümer risikolos hohe Mieten verlangen kann und nebenbei seine laufenden Kosten bezahlt bekommt. Das darf man auch nicht vergessen.

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