Intensivbetten Mitteldeutsche Krankenhäuser verschieben wieder planbare Operationen

Die Zahl der Menschen, die an Corona erkranken und ins Krankenhaus kommen, steigt und die Kliniken stellen wieder auf Notbetrieb um. Das betrifft ganz Mitteldeutschland, auch wenn der Umfang regional abweicht.

Daniel Reuter und Nadja Heumann stehen in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie der Universitätsmedizin Rostock an einem Intensivbett.
Um Intensivbetten freizuhalten werden planbare Operationen verschoben. Bildrechte: dpa

OPs werden verschoben, mal wieder. Friedrich München ist der stellvertretende Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen und sagt: "Wir gehen davon aus, dass viele Krankenhäuser jetzt schon Operationen verschieben, die auch verschiebbar sind. Da geht es also um geplante Operationen wie Knie-Endoprothetik, Hüft-Endoprothetik, wo man eben auch eine Verschiebung vertreten kann."

Operationen, die beispielsweise Herzinfarkte, Schlaganfälle oder auch akute Krebserkrankungen beträfen, würden nicht eingestellt. Gebündelte Zahlen darüber, in welchem Krankenhaus wie viele Operationen verschoben werden, gibt es nicht. Schon allein, weil sich die Situation ständig verändert. Außerdem gibt es regionale Unterschiede.

Verschobene Operationen in Chemnitz

Der Südwesten Sachsens hat besonders hohe Inzidenzen. So teilte das Klinikum Chemnitz schon in der vergangenen Woche mit: "Es werden nur noch Notfall-Operationen und medizinisch dringend gebotene Eingriffe vorgenommen. Das OP-Geschehen wurde umgehend auf etwa 50 Prozent reduziert – wie Weihnachten 2020 zum Höhepunkt der zweiten Welle."

Das Universitätsklinikum Dresden teilte MDR AKTUELL dagegen mit: Man operiere seit Abflachen der zweiten Welle wieder normal. Noch würden keine OPs abgesagt. Anders am Uniklinikum Leipzig: Hier werden im Moment etwa 20 Prozent der planbaren OPs verschoben. Trotzdem, die meisten Intensivbetten sind noch immer mit nicht-COVID-Patientinnen und -Patienten belegt. Das Klinikum schreibt MDR AKTUELL von im Moment etwa 100 belegten Intensivbetten, 30 davon entfielen auf Corona-Erkrankte.

Medizinisches Personal auf Intensivstation 29 min
Bildrechte: Carsten Sand

Verschiebungen auch in Sachsen-Anhalt

Blickt man nach Sachsen-Anhalt, werden auch hier Operationen verschoben. Dirk Burkhard ist Referent für Medizin bei der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt. Er stellt fest: "Es betrifft je nach Spektrum alle Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt, ausnahmslos. Es ist keine Klinik dabei, die normal arbeiten kann, wie vor der Pandemie, keine einzige."

Ähnlich ist die Situation in Thüringen, dem Land mit der bundesweit höchsten Inzidenz. Rainer Poniewaß, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft sagt: "Da, wo OPs möglich sind und vertretbar sind, werden OPs natürlich auch erbracht. Aber wir sind von einem Normalzustand der Patientenversorgung verständlicherweise unter den Inzidenzbedingungen, die wir jetzt in Thüringen haben, noch weit entfernt."

Helfen kann da nach Auffassung von Rainer Poniewaß nur eins: Kontakte reduzieren, um Infektionen zu vermeiden.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. April 2021 | 06:12 Uhr

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