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Zahlen und Grafiken

Corona-Zahlen für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Deutschland

von Piet Felber-Howitz, Alexander Laboda & Ayke Süthoff, MDR AKTUELL

Wir bündeln die relevanten Statistiken zur vierten Welle der Corona-Pandemie. Neben den Infektionszahlen und Inzidenzen bis auf Kreisebene sind das Zahlen zur Belegung der Intensivstationen und die Hospitalisierungsrate.

Verbreitung des Coronavirus nach Bundesländern

Hier finden Sie die Corona-Fallzahlen und Inzidenzen nach Bundesländern aufgelistet. Wir entnehmen sie der Datenbank des Datenprojekts Risklayer:

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Verbreitung des Coronavirus bis auf Kreisebene

In der nachfolgenden Übersicht können Sie nach Ihrer Stadt beziehungsweise Ihrem Kreis suchen; tagesaktuelle Werte übernehmen wir fortlaufend aus der Datenbank des Risklayer-Projekts vom Karlsruher Institut für Technologie. Die einmal täglich aktualisierten Werte des Robert Koch-Instituts sind unter anderem für die Entscheidung über Corona-Schutzmaßnahmen maßgeblich.

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Erläuterungen zu den Quellen unserer Daten

Wieso haben Risklayer und das Robert Koch-Institut unterschiedliche Zahlen?

Die Ausgangsquelle für sowohl für das RKI als auch für das Risklayer-Projekt sind die örtlichen Gesundheitsämter beziehungsweise die für die Erfassung und Meldung verantwortlichen kommunalen Ämter oder Behörden. Diese Ämter melden ihre Fallzahlen dem jeweiligen Bundesland, das die Zahlen wiederum an das RKI weiterreicht. Durch diesen Prozess entsteht bei den Daten des RKI ein Meldeverzug von bis zu 48 Stunden.

Initiativen wie das Risklayer-Projekt recherchieren die Daten in den 401 deutschen Kreisen und Städten selbst – mittels teilweise automatisierter Verfahren. Dadurch können sie die aktuellen und bestätigten Fallzahlen noch vor dem Robert Koch-Institut veröffentlichen. Die Zahlen sind jedoch ebenso verifiziert und valide. Die für die internationale Aufbereitung der Fallzahlen bekannte Johns-Hopkins-Universität greift für ihre globale Übersicht auf nationale Quellen zurück. Dies ist im Fall von Deutschland auch das Risklayer-Projekt des Karlsruher Instituts für Technologie (neben Initiativen der "Zeit" oder der Funke-Mediengruppe).

Im Laufe der Corona-Pandemie hat es nach Angaben des RKI bereits Anpassungen des offiziellen Meldesystems gegeben. So wurden bereits einige Teile des Deutschen Elektronischen Meldesystems für den Infektionsschutz (DEMIS) implementiert. Vor allem die Meldung von Infektionen an die Gesundheitsämter sei auf diese Art bereits stark verkürzt worden. In einer Antwort auf eine Anfrage von MDR AKTUELL schreibt das RKI: "Die weiteren Abläufe in den Gesundheitsämtern bleiben zunächst unverändert und sollen im Rahmen einer der nächsten Ausbaustufen von DEMIS modernisiert werden." Da dies genau die Prozesse betrifft, die für den Meldeverzug des Robert Koch-Instituts verantwortlich sind, ist mit einer Reduzierung dieses Verzugs kurzfristig also nicht zu rechnen.

Einige Kreise sind dazu übergegangen, ihre Fallzahlen erst dann zu veröffentlichen, wenn ihre Fallmeldungen durch die Landesbehörden und das Robert Koch-Institut verarbeitet worden sind. Nach Angaben der Projektverantwortlichen bei Risklayer ist deren Datenbank dem RKI in 325 der 401 Kreise und Städte trotzdem immer noch zwischen zwölf und 48 Stunden voraus.

Wie kommt es zu den zum Teil großen Abweichungen bei der Angabe der 7-Tage-Inzidenz zwischen Risklayer und Robert Koch-Institut?

Die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz beim RKI erfolgt auf Basis des Meldedatums, also dem Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Für die 7-Tage-Inzidenz des aktuellen Tages werden die Fälle mit Meldedatum der letzten 7 Tage gezählt, die dem RKI bekannt sind. Es kann jedoch sein, dass ein Fall von einem Gesundheitsamt nach Bekanntwerden beispielsweise erst drei Tage später weitergemeldet wird und dieser insgesamt schließlich nur vier Tage zur Berechnung der 7-Tage-Inzidenz herangezogen wird. Fälle, die erst nach sieben Tagen weitergemeldet würden, wären niemals in der 7-Tage-Inzidenz sichtbar. Zur Berechnung der 7-Tage-Inzidenz bei Risklayer, aus deren Datenbank MDR AKTUELL ebenfalls Daten bezieht, werden die Fälle hingegen nach Eingang in die Datenbank herangezogen, unabhängig davon, ob das jeweilige Gesundheitsamt schon drei Tage eher Kenntnis von dem Fall erlangt hatte. Wir halten dies insgesamt für transparenter und für die zum breiten Verständnis bessere Abbildung des Infektionsgeschehens.

Was bedeuten große Unterschiede zwischen Risklayer und RKI für die Interpretation des Infektionsgeschehens?

Große Unterschiede zwischen Risklayer und RKI sprechen für eine starke Dynamik des aktuellen Infektionsgeschehens. Meldet Risklayer deutlich höhere Inzidenzzahlen als das RKI, spricht das für eine Tendenz zu weiterhin deutlich ansteigenden Infektionszahlen. Dies gilt auch umgekehrt: Sind die Zahlen von Risklayer deutlich niedriger als die des RKI, deutet dies auf einen anhaltenden Trend zu fallenden Inzidenzen hin.

Deutschlandweite Neuinfektionen

Zusammenfassend sehen Sie hier die Entwicklung der deutschlandweiten Neuinfektionen nach Risklayer:

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Hospitalisierungsinzidenz

Neben der Inzidenz der Neuinfektionen kommt mittlerweile Indikatoren zur Schwere von Krankheitsverläufen eine gestiegene Bedeutung bei der Beurteilung der Infektionslage zu. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht unter anderem Daten darüber, wie viele Menschen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern wegen einer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten – die Hospitalisierungsinzidenz beziehungsweise Hospitalisierungsrate (siehe nachfolgende Grafik). Leicht zu interpretieren ist der Wert allerdings nicht, da das RKI die betreffenden Fälle nicht nach dem Tag der Krankenhauseinweisung statistisch erfasst, sondern nach dem Meldedatum eines Falles. Das heißt, dass ein gestern eingewiesener Covid-19-Patient, dessen Infektion aber bereits seit zehn Tagen bekannt ist, nicht in der Hospitalisierungsinzidenz, wie sie das RKI herausgibt, erfasst ist, weil das Meldedatum des Falles älter ist als sieben Tage.

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Anwendung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Die Länder haben zudem unterschiedliche Grenzwerte oder Regelungen formuliert, nach denen bei ihnen die Hospitalisierung zur Bewertung der Corona-Lage herangezogen wird. So überlässt es Sachsen-Anhalt seinen Kreisen etwa selbst, zur Beurteilung des Infektionsgeschehens die Indikatoren Bettenbelegung und Intensivstationen-Auslastung heranzuziehen – ohne dabei festzulegen, in welcher Form dies geschehen soll. Thüringen erhebt die Hospitalisierungsinzidenz selbst. Der "eigene" Wert ist neben der Inzidenz und der Intensivbettenauslastung ein Indikator für die Bewertung des Infektionsgeschehens, das Land hat jeweils Grenzwerte festgelegt. In Sachsen gilt die Hospitalisierungsinzidenz des RKI neben absoluten Zahlen belegter Krankenhausbetten.

Impfquoten-Monitoring

Impfstoffe machen Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität oder zumindest eine Kontrolle der Pandemie. Die deutsche Impfkampagne startete offiziell am 27. Dezember. Seitdem gibt das Robert Koch-Institut täglich bekannt, wie viele Dosen des Impfstoffs in Deutschland insgesamt verabreicht wurden. Wichtig: Die Daten zeigen nicht die Zahl der immunisierten Personen. Das liegt vor allem daran, dass derzeit zwei Impfdosen für einen umfassenden Schutz nötig sind. Hier lesen Sie weitere Informationen zu den Impfzahlen und zur Impfquote. Allgemeine Fragen und Antworten zur Impfung lesen Sie hier.

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Auslastung der Intensivbetten

Täglich erfasst das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin die freien und belegten Behandlungskapazitäten in der Intensivmedizin von etwa 1.300 Akut-Krankenhäusern in Deutschland, inklusive des Anteils der Betten, die durch Covid-19-Patienten belegt sind. In der folgenden Grafik sehen Sie die Quoten der freien Intensivbetten auf Kreisebene. Mehr Informationen zur Lage auf den Intensivstationen finden Sie hier. Bitte beachten Sie: Die Zahlen aus dem zentralen Divi-Register und den tatsächlich in Krankenhäusern verfügbaren Intensivbetten können sich in Einzelfällen unterscheiden. Grund dafür sind etwa Personalengpässe oder Erkrankungen bei Intensivpflegekräften, die dazu führen können, dass freie Intensivbetten dennoch nicht belegt werden können. Zudem hat nicht jedes als frei gemeldete Intensivbett auch die nötige Infrastruktur zur Behandlung von Covid-19-Patienten.

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Corona-Testzahlen

Einmal wöchentlich gibt das RKI zudem bekannt, wie viele Tests in der jeweils letzten Kalenderwoche durchgeführt wurden und setzt die positiven Tests in Verhältnis dazu. Das Ergebnis ist die sogenannte Positivenrate – sie gibt an, wie viel Prozent der durchgeführten Tests zu einem positiven Ergebnis führen.

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Welche Quellen liegen den Grafiken zugrunde?

Wir beziehen die Daten, die unseren Grafiken zugrunde liegen, aus verschiedenen Quellen. Wenn es um Fallzahlen und die Entwicklung von Neuinfektionen geht, greifen wir auf die Datenbank des "Risklayer"-Projekts zurück, das am Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) angesiedelt ist. Das Team, das beim Zusammentragen der Daten von zahlreichen Freiwilligen deutschlandweit unterstützt wird, greift wiederum auf offizielle Statistiken der Kreise und Städte, ihrer Gesundheitsämter, des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Gesundheitsministerien zurück.

Die Angaben zu Corona-Tests entnehmen wir dem Situationsbericht des Robert Koch-Instituts am Mittwochabend, in dem die Testzahlen der Vorwoche kommuniziert werden. Ebenfalls vom RKI stammen die Angaben zur Zahl der verabreichten Impfdosen. Die Zahlen aus dem Divi-Register übernehmen wir von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Nach welcher Methode werden die Daten gesammelt?

Das "Risklayer"-Projekt nutzt unter anderem eine Scraping-Methode. Das heißt, die Daten werden von den Internetseiten der Kreise, Städte und Institutionen größtenteils automatisiert gesammelt und zusammengeführt. Mehr als 5.000 Datenquellen werden nach Angaben von Risklayer genutzt. Zum anderen haben die Projektverantwortlichen eine Crowdsourcing-Initiative gestartet. Das bedeutet, dass Freiwillige von zu Hause aus dabei mithelfen können, die neuesten Daten zusammenzutragen. Derzeit helfen täglich rund 60 Menschen bundesweit mit. Die Zahlen gelangen erst nach einem mehrstufigen Prüfverfahren in die Datenbank. Drei Personen müssen bestätigen, dass es sich um eine seriöse Quelle und nachvollziehbare Daten handelt.

Informationen zu den Daten des RKI finden Sie auf der Website des Instituts.

Wie werden die Daten aktualisiert?

Neben "Risklayer" gibt momentan kein anderes offenes Portal, das die Daten zur Verbreitung des Coronavirus auf Kreisebene bündelt und auswertet. Die Datenbank ist damit auch aktueller als das Dashboard des Robert Koch-Instituts, wo die Meldungen der lokalen Gesundheitsämter erst mit ungefähr 12 bis 36 Stunden Verzug erfasst werden. Die Daten von Risklayer werden täglich bis 1 Uhr nachts einmal vollständig aktualisiert. In der Karte werden tagesaktuelle Updates berücksichtigt (ob ein Kreis bereits geupdatet wurde, darüber gibt die Angabe "Datenstand" Auskunft), meist werden die ersten verifizierten Updates ab dem frühen Nachmittag sichtbar.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 09. März 2021 | 08:00 Uhr

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