Corona-Impfnachweis Vor dem Sommerurlaub DDR-Impfpass tauschen

Wer im Sommer eine Auslandsreise plant und noch einen alten DDR-Impfpass besitzt, sollte ihn noch vor Urlaubsantritt tauschen. Denn viele Länder akzeptieren die alten Ausweise nicht mehr, wenn es um den Nachweis einer Corona- oder anderen Impfung geht.

Ein Impfausweis der DDR (hinten) und ein internationaler Impfausweis liegen nebeneinander.
Wer noch einen DDR-Impfausweis (hinten) besitzt, kann ihn beim Hausarzt auf einen WHO-Impfausweis (vorn) übertragen lassen. Bildrechte: dpa

Das Reisejahr 2021 ist ein besonderes. Denn viele Länder knüpfen die Einreise in diesem Sommer an eine Corona-Impfung. Wer die in seinem Urlaubsland nachweisen muss, aber keinen gelben Impfpass besitzt, könnte Schwierigkeiten bekommen.

Auf Anfrage von MDR AKTUELL bestätigt zwar das Bundesgesundheitsministerium: "Es gibt keine bundesrechtlichen Vorgaben für den Impfpassvordruck. Insofern sind auch DDR-Impfpässe nach wie vor gültig." Das Sozialministerium Sachsen weist aber darauf hin: "Bei Reisen in andere Länder ist mit dem DDR-Impfbuch oder anderen Dokumentationen als Impfnachweis allerdings mit Schwierigkeiten zu rechnen, da man sich auf den Standard des internationalen (gelben) Impfausweises geeinigt hat." 

DDR-Impfpass einfach umschreiben

Wer also eine Auslandsreise plant, sollte schon vorher seinen roten oder weißen Impfausweis auf einen gelben umschreiben lassen. Nach § 22 Infektionsschutzgesetz (IfSG) kann und darf jeder Arzt oder Apotheker Eintragungen aus alten Impfausweisen (weiß oder rot) oder Impfbescheinigungen in einen aktuellen Ausweis übertragen. Apotheker bieten diesen Service allerdings nicht immer an, eine Umschreibung beim Hausarzt ist sicherer.

Die frühere Impfdokumentation muss der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge folgende Angaben enthalten: Datum der Impfung, Chargennummer und Bezeichnung des Impfstoffs, Krankheit, gegen die geimpft wurde, sowie Name und Anschrift der für die Durchführung der Schutzimpfung verantwortlichen Person. Nur dokumentierte Impfungen gelten als durchgeführt.

Die komplette Neuausstellung eines gelben Impfpasses ist kostenfrei, für die Umschreibung können unter Umständen unterschiedlich hohe Kosten anfallen. Am einfachsten erfolgt sie beim Hausarzt oder dem örtlichen Gesundheitsamt. Wer einzelne Bescheinigungen oder den kompletten Impfausweis verloren hat, kann sich an seine Hausärztin oder seinen Hausarzt wenden. Sie können den Impfstatus meistens anhand von Patientenakten rekonstruieren und neu bescheinigen.

Digitales Impfzertifikat gilt EU-weit

Eine weitere Möglichkeit ist die Bestätigung mittels digitalem Impfzertifikat. Dieses kann den Sozialministerien Sachsen und Thüringen zufolge auch mit alten Impfpässen beantragt werden. Mit dem digitalen Impfausweis ist dann eine Auslandsreise zumindest innerhalb Europas problemlos möglich. Mit dem CovPass setzt Deutschland das europäische Zertifikat um und ist auch schon an den sogenannten europäischen Gateway-Server angeschlossen. Damit können die Zertifikate grenzüberschreitend genutzt werden. Zur Anerkennung von Impfungen auf internationaler Ebene außerhalb der EU laufen derzeit noch die Gespräche.

Auch andere Impfungen sind nachweispflichtig

Der gelbe Impfausweis ist international gültig und bekannt und in drei Sprachen verfasst. Er enthält auch schon Felder für mögliche Pflichtimpfungen für bestimmte Länder, was den Impfnachweis enorm erleichtert. Denn neben der Corona-Impfung gibt es noch diverse andere Impfungen, ohne die man in bestimmte Länder nicht einreisen darf.

Ob ein Reiseland den Nachweis einer Corona-Impfung zur Einreisebedingung macht, erfahren Urlauber und Urlauberinnen in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 10. Juni 2021 | 06:48 Uhr

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