Frankfurt Deutscher Buchpreis für Antje Rávik Strubel

Die in Potsdam lebende Schriftstellerin Antje Rávik Strubel ist in Frankfurt mit dem Deutschen Buchpreis 2021 ausgezeichnet worden. Sie erhielt den Preis für den Roman "Blaue Frau", an dem sie acht Jahre lang gearbeitet hatte.

Antje Ravik Strubel, Autorin des Buches "Blaue Frau", steht auf der Bühne, nachdem sie mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde.
Schriftstellerin Antje Rávik Strubel hat den Deutschen Buchpreis gewonnen. Bildrechte: dpa

Schriftstellerin Antje Rávik Strubel aus Potsdam hat für ihren Roman "Blaue Frau" den Deutschen Buchpreis 2021 erhalten. Der Preis wurde am Vorabend der Eröffnung der Buchmesse in Frankfurt am Main verliehen.

Schilderung "mit existenzieller Wucht und poetischer Präzision"

In der Begründung der Jury hieß es, Strubel schildere in ihrem Werk die Flucht einer Frau vor ihren Erinnerungen an eine Vergewaltigung "mit existenzieller Wucht und poetischer Präzision". Schicht für Schicht lege der Roman das Geschehene frei. Die Geschichte einer weiblichen Selbstermächtigung weite sich zu einer Reflexion über rivalisierende Erinnerungskulturen in Ost- und Westeuropa und Machtgefälle zwischen den Geschlechtern. Strubel gelinge es, das "eigentlich Unaussprechliche einer traumatischen Erfahrung zur Sprache zu bringen". Im Dialog mit der mythischen Figur der Blauen Frau verdichte die Erzählerin ihre "eingreifende" Poetik.

Acht Jahre Arbeit stecken im Buch

Das Buch „Blaue Frau“ von Antje Rávik Strubel
"Blaue Frau" ist im Fischer Verlag erschienen. Bildrechte: S. Fischer Verlage

In dem Roman bricht Protagonistin Adina aus dem tschechischen Skiort Harrachov nach Berlin auf und landet dann für ein Praktikum in der Uckermark. Nach einer Vergewaltigung flieht sie nach Finnland. In dem Hotel, wo sie einen prekären Job hat, trifft sie auf einen älteren EU-Abgeordneten aus Estland, mit dem sie eine Beziehung beginnt.

Eingeschobene lyrische Passagen über mysteriöse Begegnungen mit einer blauen Frau am Hafen von Helsinki unterbrechen und reflektieren die Handlung. Die Identitäten der Erzählerin und Protagonistin verschwimmen zunehmend. Strubel arbeitete acht Jahre lang an dem Roman, sie war als Stipendiatin unter anderem in Helsinki.

Preis mit 25.000 Euro dotiert

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert, die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Im vergangenen Jahr hatte Anne Weber den Preis für ihren Roman "Annette, ein Heldinnenepos" erhalten.

Quelle: AFP, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 18. Oktober 2021 | 20:00 Uhr

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